Die Frau gehört mir! (USA 1939 – DF 1939)

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Die Frau gehört mir! (Pazifik-Express entgleist)
Originaltitel: Union Pacific
weiterer Titel: Union Pacific (Titel Neustart 1965)
Produktion: Paramount, 1939
Regie: Cecil B. deMille
Deutsche Fassung: Paramount Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Harry Frank
Dialogbuch: Friedrich Koppe
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Paramount Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  15.09.1939

Der Film wurde 1965 für einen Kinoneustart nochmals synchronisiert: mit Claudia Brodzinska (Stanwyck), Michael Cramer (McCrea), Peer Schmidt (Preston)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Mollie Monahan               – Barbara Stanwyck                Til Klokow
Captain Jeff Butler           – Joel McCrea                            Fritz Ley
Dick Allen                           – Robert Preston                      Oskar Schättiger
Fiesta                                    – Akim Tamiroff                       – ?
Sid Campeau                      – Brian Donlevy                         – ?
Leach Overmile                 – Lynne Overman                      – ?
Bankier Barrows               – Henry Kolker                          C.W. Burg
Dr. Harkness                      – Stanley Andrews                   Otto Henning

weiterer Synchronsprecher: Harry Frank

Inhalt:

1860er Jahre: die Eisenbahngesellschaften Union Pacific und Central Pacific sollen eine Eisenbahn quer durch die USA bauen. Der Bankier Barrows will die Bauarbeiten der Union Pacific sabotieren, um seinen Reichtum zu mehren. Er heuert den Abenteurer Campeau an, der den Bau sabotieren soll. Rechte Hand Campeaus ist der Spieler Dick Allen, ein früherer Offizier. Die Union Pacific engagiert Jeff Butler, der Campeau das Handwerk legen soll. Dabei treffen Butler und Jeff Allen aufeinander- beide waren früher bei der gleichen Einheit und befreundet. Schon bald entbrennt zwischen beiden ein Kampf um die junge Postangestellte Mollie. Als ein Lohnzug der Union Pacific überfallen wird, hat Jeff sofort Jeff als einen der Täter im Auge. Als er Dick Allen verhaften will, kommt ihm Mollie zuvor, die Allen heiratet, obwohl sie eigentlich Butler liebt. Mollie und Dick Allen wollen mit einem Versorgungszug fliehen. In dem Zug befindet sich auch Jeff Butler. Dann wird der Zug von Indianern überfallen. Den Überfall überleben nur Mollie, Jeff und Dick. Verzweifelt wehren sie sich gegen die Übermacht- da kommt in letzter Sekunde die Armee zur Hilfe. Die Union Pacific gewinnt den Wettlauf gegen die Central Pacific. Als der letzte Streckennagel bei einer feierlichen Einweihung gelegt wird, versucht Campeau den unbewaffneten Jeff Butler zu töten- trifft aber versehentlich Dick Allen. Campeau wird von Butlers Freund Leach erschossen.

Anmerkungen:

Mit einem Budget von ca. 1 Mio. US-Dollar eine der teuersten Produktionen jener Jahre. In Deutschland lief der Film im September 1939 an. Zu der Zeit wurden in Deutschland nur noch wenige US-Produktionen gestartet- von denen allerdings einige, wie „Südsee-Nächte“, „Rose-Marie“ oder „Abenteuer in China“ sehr erfolgreich in den reichsdeutschen Kinos liefen. „Die Frau gehört mir“, dessen deutsche Synchronfassung um fast 30 Minuten gegenüber dem US-Original gekürzt wurde, lief 1947 nochmals unter diesem Titel und in der 1939er Synchronfassung in den Kinos der alliierten Besatzungszonen an.

Der Werkpilot (USA 1938 – DF 1938)

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US-Filmplakat

Der Werkpilot
Originaltitel: Test Pilot
weitere Titel: Der Testpilot (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1938
Regie: Victor Fleming
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin (Synchronaufnahmen August 1938)
Dialogregie: Karl-Heinz Stroux
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  19.08.1938, Berlin (Capitol, OmU)

Der Film wurde 1990 fürs TV neu synchronisiert: mit Norbert Langer (Gable), Monika Barth (Loy) und Horst Schön (Tracy).

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jim Lane                                 – Clark Gable               Gustav Knuth
Ann Barton                            – Myrna Loy                 Ruth Hellberg
Gunner Morse                       – Spencer Tracy          René Deltgen
Howard B. Drake                  – Lionel Barrymore   Franz Weber
General Ross                          – Samuel S. Hinds     Herbert Gernot
Landlady                                 – Marjorie Main          Roma Bahn
Joe                                             – Ted Pearson              Kurt Meisel
May Benson                           – Gloria Holden           Alice Treff

weitere Synchronsprecherin: Lu Säuberlich („Klara“)

Inhalt:

Testpilot Jim Lane muss auf einer Farm in Texas notlanden. Dort lebt Ann Barton, die sich sofort in Jim verliebt. Schon am nächsten Tag heiraten die beiden. Doch dann muss Ann erkennen, welch gefährlichen Beruf Jim ausübt. Sie fügt sich aber und schwört Jims bestem Freund, dem Mechaniker Gunner Morse, dass sie immer Jim beistehen wird. Dann sollen Jim und Gunner einen neuen Bomber testen. Statt Bomben wird das Flugzeug mit Sandsäcken beladen. Die Maschine gerät ins Trubeln und die Sandsäcke begraben Gunner unter sich. Jim will seinen besten Freund nicht alleine lassen und springt nicht mit dem Fallschirm ab. Es gelingt ihm zu landen, doch für Gunner kommt jede Hilfe zu spät. Jim gibt seinen Beruf auf und kehrt zu Ann zurück.

Anmerkungen:

Der vorletzte Clark-Gable-Film, der in Nazi-Deutschland angelaufen ist. Für Gable ist diesmal nicht Siegfried Schürenberg als Synchronstimme im Einsatz (vermutlich war er wg. anderer Verpflichtungen nicht abkömmlich). So hörten die Kinozuschauer damals Gustav Knuth, der damals am Beginn seiner Kinolaufbahn stand. Allzu oft ist Knuth nicht im Synchronatelier im Einsatz gewesen; nach jetzigem Stand ist noch ein Einsatz für Robert Taylor in „Ein Lausbub aus Amerika“ (ebenfalls 1938) bekannt.

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Die deutschen Stimmen der Hauptdarsteller: Gustav Knuth, Ruth Hellberg, René Deltgen

Einmal im Jahr (F 1942 – DF 1942)

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Einmal im Jahr
Originaltitel: Caprice
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Leo Joannon
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 7.8.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lise                             – Danielle Darrieux                 Irmingard Schreiter
Philipp                       – Albert Préjean                        Heinz Herkommer
Constant                   – Jean Parédès                           Walter Klam

Inhalt:

Die junge Schauspielerin Lise kommt als Blumenmädchen verkleidet in ein Luxusrestaurant. Eigentlich will sie in der Verkleidung auf einen Maskenball. Doch sie trifft auf Philipp, der -einmal im Jahr- sich als reicher Gönner ausgibt und dem armen „Blumenmädchen“ helfen möchte. Eine Reihe von Irrungen beginnt…

Anmerkungen:

Über Heinz Herkommer (1889-?), die deutsche Stimme von Albert Préjèan, ist leider nur wenig bekannt. Als Schauspieler war er in den Filmen „Der Student von Prag“ (1935) und „Spuk im Museum“ (1938) zu sehen. Als Synchronschauspieler war er bereits in den 1930er Jahren in Berlin tätig. Bei der Continental in Paris gehörte er zum „Synchron-Stammpersonal“. Nach dem Krieg Synchronarbeit bei der DEFA.

Das unheimliche Haus (F 1941 – DF 1943)

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Das unheimliche Haus
Originaltitel: Les Inconnus dans la Maison
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 10.06.1943, Berlin (Atrium; UT Friedrichsstraße)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hector Loursat                   –  Raimu                                    Alfred Haase
Nicole Loursat                    – Juliette Faber                       Sabine Peters
Gérard Rogissart                – Jacques Baumier                 Paul Walther
Emile Manu                         – André Reybaz                       Eduard Wesener
Edmond Dossin                  – Marc Doelnitz                       Hugo Schrader
Marcel Destivaux               – Jacques Denoél                    Heinz Herkommer
Luska                                     – Marcel Mouloudji                Carl Balhaus
Marthe Dossin                    – Tania Fédor                           Annegret Riffel
Gerichtspräsident              – Jacques Grétillat                  Siegfried Niemann
Erzähler                                 – (Pierre Fresnay)                   – Rudolf Platte

Inhalt:

Strafverteidiger Loursat lebt in einer kleinen Provinzstadt zurückgezogen in seiner Villa.Nicole, seine Tochter, gehört zu einer Bande Jugendlicher, die aus Langeweile Diebstähle begehen. Dann passiert ein Mord- ein Junge aus der Bande wird der Tat beschuldigt. Loursat übernimmt dessen Verteidigung. Dafür entsagt er sogar dem Alkohol. Es gelingt ihm, den wahren Täter zu überführen.

Anmerkungen:

In der französischen Fassung trägt der Film deutlich antisemitische Züge, die in der deutschen Synchronisation -erstaunlicherweise für die damalige Zeit- abgemildert wurden.
Die weibliche Hauptrolle wurde in der deutschen Fassung von Sabine Peters (1912-1982) gesprochen. Sabine Peters war von 1932 bis 1944 regelmäßig in Kinoproduktionen zu sehen (Ein Schloss in Flandern, 1936; Die vier Gesellen, 1938 oder Friedemann Bach, 1941). Nach dem Krieg spielte sie nur noch in zwei Kinofilmen, beide 1949 gedreht, mit. Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Willi Domgraf-Fassbaender (1897-1978), der selbst gelegentlich synchronisierte.

 

Sie waren Sechs! (F 1941 – DF 1942)

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franz. Filmplakat

Sie waren Sechs!
Originaltitel: Le Dernier de Six
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Georges Lacombe
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Hans Conradi
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH (?)
Deutsche Erstaufführung: 1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Kommissar Wens       – Pierre Fresnay         Wolfgang Staudte
Lolita                              – Michéle Alfa             Hanne Fey
Senterre                         – André Luguet           Werner Pledath
Mila Malou                    – Suzy Delair               Irene Hübner
Tignol                              – Jean Tissier              Paul Walther
Perlonjour                      – Jean Chevrier           Siegfried Niemann
Gernicot                          – Lucien Nat                Heinz Herkommer
Gribbe                              – Georges Rollin        Horst Fleck
Namotte                          – Raymond Segard   Georg Eilert

Inhalt:

Sechs Freunde, allesamt stellenlos, machen einen großen Glücksspielgewinn. Das Geld soll als Startkapital dienen, nach fünf Jahren die damit erzielten Gewinne ebenfalls geteilt werden. Nach fünf Jahren treffen sich die Freunde wieder, um das Geld gerecht zu teilen- doch dann fällt einer nach dem anderen einem Mörder zum Opfer. Ein schwerer Fall für Kommissar Wens, dem seine kapriziöse Freundin Mila ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet…

Anmerkungen:

Die weibliche Hauptrolle, gespielt von Michéle Alfa, wird von Johanna „Hanne“ Fey gesprochen. Über Hanne Fey (1907-1957) ist nur wenig bekannt. Sie spielte in den Filmen „Hochzeit auf Bärenhof“ (1941), „Wir machen Musik“ (1942), „Damals“ (1943) und 1954 in „Gefangene der Liebe“ mit.

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Hanne Fey in „Wir machen Musik“

 

Mord am Weihnachtsabend (F 1941-DF 1942)

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franz. Filmplakat

Mord am Weihnachtsabend
weiterer dt. Titel: Mord am Weihnachtsmann
Originaltitel:
 L’Assassinat du Père Noel
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Christian-Jacque
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH (?)
Deutsche Erstaufführung: 1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Gaspard Cornusse                  – Harry Baur                     Ernst Legal
Catherine Cornusse               – Renée Faure                   – ?
Michel                                        – Marie-Hélène Dasté    – ?
Roland de la Faille                  – Raymond Rouleau        – Werner Pledath
Léon Villard                              – Robert Le Vigan            Wolfgang Staudte

Inhalt:

Jedes Jahr zum Heiligen Abend verkleidet sich der alte Globushersteller Gaspard Cornusse als Weihnachtsmann und beschenkt die Kinder des Ortes. Bei seinem Gang durch die Stadt wird Cornusse getötet. Der Verdacht fällt auf den undurchsichtigen Baron Roland, der sich in Cornusse‘ Tochter Catherine verliebt hat…

Anmerkungen:

Dies war der erste Continental-Film, der in Produktion ging. Harry Baurs deutsche Stimme ist in diesem Film Ernst Legal (1881-1955). Legal spielte zunächst auf verschiedenen hessischen Bühnen (Wiesbaden, Darmstadt, Kassel), ab 1931 in Berlin. Seinen ersten Film drehte er schon 1920, aber bekannter wurde er als markanter Nebendarsteller ab Mitte der 1930er Jahre. Nach dem Krieg engagierte sich Legal stark im Kulturleben der Ostzone bzw. DDR. Als ab 1950 seine Arbeitsbedingungen als Regisseur, Mitglied des Kulturbundes der DDR und vor allem Intendant der Deutschen Staatsoper immer schwieriger wurden, gab er 1952 zermürbt seine Ämter auf. Danach spielte er noch einige Nebenrollen in westdeutschen Kinoproduktionen.

Mord am Weihnachtsabend- Filmausschnitt (Deutsche Fassung)

Ihr erstes Rendezvous (F 1941/ DF 1942)

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deutsches Filmplakat

Ihr erstes Rendezvous
Originaltitel: Premier Rendez-Vous
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: 
Deutsche Erstaufführung:  20.03.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Micheline Chevassu – Danielle Darrieux   – Dialoge: Irmingard Schreiter
……………………………………………………………… – Gesang: Danielle Darrieux
Nicolas Rougemont         – Fernand Ledoux       Werner Pledath
Pierre Rougemont            – Louis Jourdan           Carl Balhaus
Roland                                  – Jean Tissier               Paul Walther
Angèle                                  – Rosine Luguet          Irene Hübner
Leiterin Mädchenheim   – Gabrielle Dorziat     Lilli Schönborn
Frl. Christophine              – Suzanne Dehelly      Gerti Ober
Max de Vatremont            – Jean Parédès             Heinz Herkommer
Chaveau-Laplace              – Daniel Gélin              Horst Fleck
Jean de Vaugelas               – Georges Marchal      Wolfgang Staudte
Schuldirektor                     – Georges Mauloy         Georg Eilert

Inhalt:

Micheline ist Zögling in einem Waisenhaus. Heimlich antwortet sie auf eine Zeitungsannonce. Ihr Briefpartner entpuppt sich als der nicht mehr ganz so junge Nicolas, seines Zeichens Lehrer. Micheline flüchtet aus dem Waisenhaus und findet Unterschlupf bei Nicolas. Dort lernt sie seinen Neffen Pierre kennen- und verliebt sich in ihn. Doch bevor Micheline und Pierre zusammenkommen müssen die beiden einige Schwierigkeiten überwinden.

Anmerkungen:

Eine hübsche, sympathische Liebesgeschichte. Danielle Darrieux synchronisierte das Lied „Le Premier Rendez-Vous“ selbst. Ihre Dialoge wurden gesprochen von Irmingard Schreiter (1919-2014). Irmingard Schreiter hatte eine kurze Karriere beim deutschen Film: 1937 spielte sie in dem Liebesfilm „“Liebe kann lügen“ mit. 1943 spielte sie in „Familie Buchholz“ und deren Fortsetzung „Neigungsehe“. Nach dem Krieg spielte sie in keiner Filmproduktion mehr mit. Louis Jourdan (1921-2015) stand damals noch am Anfang seiner Filmkarriere, die ihn bis zum Bond-Bösewicht in „Octopussy“ führte. Sein deutscher Sprecher war hier Carl Balhaus (1905-1968). Carl Balhaus (auch: Ballhaus) filmte seit 1926; u.a. war er als Schüler in „Der blaue Engel“ (1930) zu sehen. Als aktives Gewerkschaftsmitglied bekam er während der Nazi-Herrschaft nur kleinere Rollen beim Film. Nach dem Krieg lebte Balhaus in der Ostzone bzw. DDR, wo er bis zu seinem Tode Intendant des Landestheaters in Eisenach war. Gelegentlich wirkte er in DEFA-Filmen mit.
Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass das Tonverfahren hier nicht das in Deutschland übliche Tobis-Klangfilm-Verfahren war, sondern das US-Amerikanische Western Electric.

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„Le Premier Rendez-Vous“ gesungen von Danielle Darrieux (franz. Version)

 

Die Continental-Film in Paris

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Logo der Continental-Film

Am 25. Juni 1940 tritt der Waffenstillstand zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich in Kraft. Frankreich wird aufgeteilt: in einen von den Deutschen besetzten Nord-Westen sowie einem unbesetzten Südosten, dem sogenannten Vichy-Frankreich unter General Pétain. Mit der Besetzung Frankreichs kommt es auch zu einer Neugestaltung der französischen Kulturpolitik. Propagandaminister Joseph Goebbels entsendet im Herbst 1940 den deutschen Filmproduzenten Alfred Greven (1897-1973) nach Paris. Greven wird am 1.10.1940 Geschäftsführer der Continental-Films S.A. Alfred Greven ist seit 1920 im Filmgeschäft tätig. Er ist bei diversen deutschen Filmfirmen tätig; 1937 wird er Produktionschef der neu gegründeten Terra-Filmkunst AG. Goebbels ernennt Greven im Februar zum neuen Produktionschef der UFA. Doch schon bald gerät Greven in den Skandal um Goebbels und die Schauspielerin Lida Baarova. Greven setzt sich dafür ein, dass der 1938 verbotene Spielfilm „Preußische Liebeslegende“ (mit der Baarova in der weiblichen Hauptrolle) aus kommerziellen Gründen doch aufgeführt wird. Außerdem setzt er sich für eine Neuverpflichtung der tschechischen Schauspielerin durch die UFA ein. Das erregt das Missfallen von Goebbels-Gattin Magda. Die setzt nun ihren Geliebten, den Staatssekretär im Propagandaministerium Karl Hanke, auf Greven an. Hanke betreibt die Entlassung von Greven. Im Herbst 1940 wird Greven dann aber, wie weiter oben erwähnt, neuer Chef der Continental-Film in Paris.

Offiziell in die Continental-Film eine französische Produktionsfirma; de facto wird die Gesellschaft jedoch von der deutschen Cautio-Treuhandgesellschaft geführt. Die Cautio untersteht dem deutschen Propagandaministerium- und damit Minister Goebbels. Die Anweisungen erhält Greven vom Chef der Cautio, Max Winkler. Goebbels wünscht, dass die Continental einfache, kitschige Filme herstellt. Alfred Greven aber sieht das Ganze anders. Er setzt sich mit Eifer für die neue Firma ein und verpflichtet Stars wie die Schauspieler Fernandel, Harry Baur, Edwige Feuillère, Pierre Fresnay, Raimu oder Danielle Darrieux. Ferner Regisseure wie Maurice Tourneur, Henri Decoin oder Christian-Jaque. Der Regisseur und Autor Henri-Georges Clouzot macht bei der Continental seine ersten Filme. Viele der hier genannten Personen müssen sich nach dem Krieg vor Gericht verantworten und werden teilweise mit (vorübergehendem) Berufsverbot belegt.

Als erster Film geht am 17.02.1941 „L’Assassinat du Père Noel“ in Produktion, der deutsche Titel lautet später „Mord am Weihnachtsabend“, später auch als „Mord am Weihnachtsmann“ bekannt. Bis Anfang 1944 werden 30 Spielfilme hergestellt. Für den deutschsprachigen Markt werden viele der Filme deutsch synchronisiert. Die Synchronarbeiten werden direkt in Paris durchgeführt. Mit der Leitung wird der bisher als Herstellungsleiter für verschiedene Produktionsfirmen arbeitende Hans Conradi (1886-1956) verpflichtet. Hans Conradi ist für die Continental als Synchronregisseur tätig, teilweise auch als Dialogbuchautor. Für viele der Dialogbücher ist allerdings auch Richard Busch zuständig. Busch ist ein „alter Hase“ auf dem Gebiet; er hat schon in den 1930er Jahren sehr viele Dialogbücher verfasst, oft in Zusammenarbeit mit dem Dialogregisseur Reinhard W. Noack. Als Synchronschauspieler werden u.a. Ernst Legal, Werner Pledath, Irmingard Schreiter, Wolfgang Staudte oder Rudolf Platte verpflichtet.

Im Mai 1942 wird Alfred Greven bei Goebbels zum Rapport bestellt. Der Minister ist mit dem Niveau der Continental-Filme unzufrieden: es ist ihm zu hoch. Außerdem soll Greven in Paris deutschsprachige Filme mit deutschen Schauspielern herstellen. Greven versucht dies zunächst hinauszuzögern. Für die Saison 1944 plant er dann aber doch, auch deutsche Filme herzustellen. Dazu versucht Greven die deutschsprechenden italienischen Schauspielerinnen Alida Valli und Vivi Gioi für Titelrollen zu verpflichten; dies misslingt. Im Mai 1944 verpflichtet Greven dann die Schauspieler Oskar Sima, Wolf Albach-Retty und Inge Egger. Doch zur Produktion kommt es nicht mehr. Die Alliierten landen in der Normandie und befreien Frankreich. Alfred Greven arbeitet nach dem Krieg auch wieder in der Filmproduktion, stellt allerdings nur noch drei Spielfilme (u.a. „Bonjour Kathrin“, mit Caterina Valente, 1955) und zwei Dokumentarfilme her. Danach ist er als Produzent für das Fernsehen tätig.

Mord am Weihnachtsabend, 1941 (deutsche Synchronfassung) – mit Harry Baur (Stimme: Ernst Legal) und Raymond Rouleau (Stimme: Wolfgang Staudte)

Die Schlacht am blauen Berge (USA 1930/ DF 1936)

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US-Filmplakat

Die Schlacht am blauen Berge (Die Indianer kommen!)
Originaltitel: The Indians are Coming!
Produktion: Universal, USA, 1930
Regie: Henry McRae
Deutsche Fassung: Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co., Berlin -nach dem Rhythmographie-Verfahren
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (z.B. Märkische)
Deutsche Erstaufführung:  Frühjahr 1936
Im Original 12-teiliges Serial (zu jew. 2 Akten) – deutsche Fassung gekürzt zu einer einteiligen Fassung (8 Akte)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jack Manning              – Tim McCoy                           Kurt Werther
Mary Woods                – Allene Ray                             Dolly Raphael
Bill Williams               – Edmund Cobb                      Wolfgang Staudte
George Woods/Tom Woods – Francis Ford           Erich Dunskus
Rance Carter               – Wilbur McGaugh                Bruno Tillessen
Bull McGee                  – Bud Osborne                        Oskar Höcker
Onkel Amos                – Charles Royal                       Franz Weilhammer

Inhalt:

(lt. Paimann’s Filmlisten): Einem Cowboy wird anvertrautes Gold von einem Abenteurer gestohlen, der auch die Nichte eines Goldgräbers raubt und sich mit den Indianern gegen seine Verfolger verbündet. Schließlich wird aber der Anschlag mit Hilfe des Militärs zurückgeschlagen.

Anmerkungen:

Paimann’s Filmlisten lassen kein gutes Haar an dem Western: „Eine in ihrer Konstruiertheit nicht überzeugende Handlung, welche ohne die einheitliche Linie Episoden aneinander reiht, wird durch die misslungene Nachsynchronisierung des Dialogs, der im Zeitlupentempo Nichtigkeiten und Gemeinplätze sprechen lässt, vollends gehandicapt. Bis zur Lächerlichkeit übertreibende Darsteller. Die Photographie ist recht ungleich, der Ton akzeptabel. Ein in allen Belangen überholter Film.“
Zu Beginn des Tonfilms erschienen mit „The Virginian“ (1929), „Billy the Kid“ (1930) und „Cimarron/ Pioniere des Wilden Westens“ (1931) einige bemerkenswerte Western. Dann aber war das Genre vor allem dem B-Movie, und hier speziell den Serials, vorbehalten. Serials waren mehrteilige Filme, die jeweils vor dem eigentlichen Hauptfilm gezeigt wurden. Sie waren meist Zweiakter (d.h. rund 20 Min. lang) und hatten am Ende immer einen sogenannten „Cliffhanger“: der Held gerät in eine ausweglose Situation, aus der es offensichtlich keine Rettung gibt. Im nächsten Teil gab es dann die Auflösung, wie der Held sich doch retten konnte. In Deutschland konnten sich die Serials nicht durchsetzen; die Filme wurden hier auf ein oder zwei Teile zurechtgeschnitten. „Die Schlacht am blauen Berge“ hatte bei seiner deutschen Erstaufführung Anfang 1936 schon einige Jahre hinter sich: die einzelnen Teile liefen in den USA zwischen Oktober und Dezember 1930 in den US-Kinos. Der Hauptdarsteller, Tim McCoy (1891-1978), Offizier im 1. Weltkrieg, leitete u.a. eine eigene Wildwestshow. Ab Mitte der 1920er Jahre arbeite McCoy beim Film. Ab 1929 arbeitete McCoy bei Universal, später bei Columbia, wo er eine ganze Reihe von B-Western drehte. Synchronisiert wurde McCoy in diesem Film von Kurt Werther, der sich vor allem als Dialogregisseur einen Namen machte.

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Edmund Ross, Francis Ford, Tim McCoy: Die Schlacht am blauen Berge

Werther-Kurt - Ballasko, Viktoria von
Kurt Werther (dt. Stimme von Tim McCoy) mit seiner Ehefrau Viktoria von Ballasko

Und sowas nennt sich Detektiv (USA 1936 – DF 1937)

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US-Filmplakat

Und sowas nennt sich Detektiv
Originaltitel: After the Thin Man
weitere Titel: Es geschah zu Silvester (Österreich) – Nach dem dünnen Mann; Dünner Mann, 2. Fall (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1936
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Eduard Wiemuth
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonmeister: Martin Müller
Tonschnitt: Werner Jacobs
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  18.01.1938, Berlin (Marmorhaus, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Nick Charles             – William Powell              – Siegfried Schürenberg
Nora Charles            – Myrna Loy                      Erika Dannhoff
David Graham          – James Stewart               Hugo Schrader
Selma                          – Elissa Landi                    Karin Vielmetter
Dr. Kammer              – George Zucco                 Erich Ponto
Betrunkener              – Charles Amt                  Erich Fiedler
„The Kid“                   – Murray Alper                 Hans Hessling
Taxifahrer                   – Frank Otto                      Franz Weber

Der Film wurde 1969 neu synchronisiert: mit Friedrich Schönfelder (Powell), Rosemarie Fendel (Loy) und Gerhart Lippert (Stewart)

Inhalt:

Nora und Nick Charles begeben sich für eine spontane Silvesterfeier nach San Francisco. Dort werden sie in einen neuen Fall verwickelt. Noras Tante bittet die beiden, nach Noras Cousine Selmas Ehemann zu suchen, einem notorischen Frauenhelden. Der Frauenheld taucht zwar schnell wieder auf, wird jedoch kurz nach der Rückkehr erschossen. Doch das ist leider nicht die letzte Leiche…

Anmerkungen:

Hinter dem etwas umständlichen deutschen Titel (der sich auf einen Dialog am Ende des Films bezieht) verbirgt sich die US-Krimikomödie „After the Thin Man“ (1936), dem zweiten Film einer sechsteiligen Reihe. Der erste Teil „The Thin Man“ (1934) wurde 1935 von der deutschen Filmprüfstelle verboten. Teil 2 durfte dann in Deutschland laufen. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich und schwer vorstellbar stellt sich heute die Besetzung von Hugo Schrader für James Stewart dar. Karin Vielmetter war mit dem Kollegen Peter Elsholtz verheiratet, der ebenfalls in der Synchronisation beschäftigt war. Die Kinder des Ehepaares, Edith und Arne, wurden ebenfalls Schauspieler, wobei Arne Elsholtz eine der bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands werden sollte, der oft auch für Dialoge und Dialogregie zuständig war. Karin Vielmetter war nach dem Krieg auch als Dialogbuchautorin tätig. Erika Dannhoff (1909-1996), die Stimme von Myrna Loy,  wurde 1928 Schauspielerin und spielte bereits ab 1929 in Filmen mit. 1934 bis 1939 war sie an der Volksbühne Berlin und am Deutschen Theater in Berlin engagiert. 1939 wechselte ans Staatstheater München, von 1942 bis 1948 war sie in Dresden tätig. Bis 1986 war sie immer wieder in Kino- und Fernsehrollen zu sehen. In zweiter Ehe war sie mit dem Schauspielerkollegen Erik Schumann verheiratet.