Saratoga (USA 1937 / DF 1937/38)

Saratoga_poster

US-Filmplakat

Saratoga
Originaltitel: Saratoga
Produktion: MGM, 1937
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Synchronisiert im November/Dezember 1937
Tonsystem:
 Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  04.02.1938

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Duke Bradley                   – Clark Gable            – Siegfried Schürenberg
Carol Clayton                   – Jean Harlow           – Tina Eilers
Großvater Clayton          – Lionel BarrymoreErich Ponto
Jesse Kiffmeyer               – Frank Morgan        – Harry Liedtke
Hartley Madison             – Walter Pidgeon      – ?
Fritzi                                   – Una Merkel             – ?

Inhalt:

Mit Widerwillen nimmt Buchmacher Duke Bradley den Schuldschein seines Freundes Frank Clayton an. Während eines Pferderennens verstirbt Frank an einem Herzanfall. Dessen Tochter Carol, aus Europa heimgekehrt, verspricht Duke den Schuldschein zu vergessen. Carols Verlobter, Hartley Madison, will den Schuldschein auslösen, doch Carol will die Schuld selbst bezahlen. Carol will Duke auf den Rennen begleiten und mitarbeiten- dabei verlieben sie sich. Duke will Hartley überreden, große Summen auf Pferde zu wetten- Hartley hatte vor Jahren eine große Summe bei Duke gewonnen. Nun hat Carol das Gefühl, von Duke ausgenutzt zu werden. Sie verspricht daraufhin Hartley, ihn zu heiraten, wenn ihr Pferd das große „Saratoga-Rennen“ gewinnt. Daraufhin setzt Hartley eine große Summe auf Carols Pferd. Doch das Rennen wird -durch Zielfotoentscheid- von einem Pferd von Fritzi Kiffmeyer gewonnen, einer alten Freundin von Duke. Carol ist froh darüber, denn sie wollte nicht, dass Duke ruiniert wird. Duke und Carol finden wieder zueinander.

Anmerkungen:

Der letzte Film von Jean Harlow (1911-1937). Nachdem ca. 90% des Filmes abgedreht waren, brach Harlow am Set zusammen- sie verstarb im Krankenhaus an Nierenversagen. MGM plante zunächst, die Szenen mit Jean Harlow mit einer anderen Schauspielerin nachzudrehen. Doch dann wurden die noch fehlenden Szenen mit Mary Dees als Double (sie wurde nur von hinten gefilmt) und Paula Winslowe als Synchronstimme nachgedreht. Clark Gable war schon in 7 gemeinsamen Filmen der Partner von Harlow. Oft war auch William Powell der Partner von Jean Harlow- die beiden waren auch privat liiert. Siegfried Schürenberg und Tina Eilers, die deutschen Stimmen von Gable und Harlow, waren seit 1935 in fast allen Filmen deren Sprecher.

Filmausschnitt (US-Original)

Nachtfalter (CZE 1941 – DF 1942)

nachtfalter

Nachtfalter
Originaltitel: Nocni motyl
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1941
Regie: Franz (= Frantisek) Cap
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: ?
Synchronfassung hergestellt in den JOFA-Ateliers, Berlin-Johannisthal (Oktober 1942)
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (Märkische; Panorama; Schneider; Südost)
Deutsche Erstaufführung:  Februar 1943

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marta, Erzieherin           – Hanna Witt (=Hana Vitova) Ursula Grabley
Leutnant Kala                  – Svatopluk Benes                      Harry Giese
Kiki                                      – Lil Andina                                  Lotte Rausch
Oberleutnant Warga      – Gustav Nezval                          Wolfgang Lukschy
Helene, seine Frau          – Marie Glasrová                         – Lu Säuberlich
Mischa, ein Student       – Rudolf Hrusinsky                   Will Quadflieg
Martas Arbeitgeber        – Jaroslav Marvan                      C.W. Burg
seine Frau                         – Elen Halkova                            Margarete Lanner
Herr Leopold                   – Eduard Kohout                         Alfred Haase

Inhalt:

1904. Die junge Marta arbeitet als Erzieherin in einem Haushalt. Die Frau des Haushalts ist allerdings eifersüchtig auf Marta. Ihr ist die junge Frau zu hübsch und sie missgönnt ihr die-oberflächliche- Bekanntschaft zu einem Leutnant. Daraufhin verlässt Marta den Haushalt. Sie gerät in den Lebenskreis ihrer lebenslustigen Freundin Kiki. Kiki ist ein „Nachtfalter“, ein leichtsinniges junges Mädchen, die den Herren zugetan ist. Marta verliebt sich in einen jungen Offizier, doch dieser erwidert die Liebe nicht. Daraufhin verliert Marta den Halt, das Leben ist für sie sinnlos. Sie wird Sängerin in einer Tanzbar, wo auch Kiki arbeitet. Noch einmal scheint es das Schicksal gut mit ihr zu meinen; ein junger Student sucht ihre Nähe. Doch dann, in einer Neujahrsnacht, sieht sie ihre große Liebe, den Offizier wieder. Auf der Straße will der Offizier Marta in die Arme schließen- doch da wird sie von einem Schuss tödlich getroffen- abgefeuert von dem eifersüchtigen Studenten.

Anmerkungen:

Ein weiterer Film aus der Produktion der Lucernafilm in Prag. Die Hauptdarstellerin Hana Vitova, deren Name in Deutschland in „Hanna Witt“ eingedeutscht wurde, spielte auch in einigen deutschsprachigen Produktionen mit („Der zweite Schuß“, 1943; „Freunde“, 1944). Regisseur Frantisek Cap arbeitete in Deutschland unter dem Namen Franz Cap. Er drehte vor allem in den 1950er Jahren einige Filme in der Bundesrepublik („Das ewige Spiel“, 1951; „Die Spur führt nach Berlin“, 1952; „Die Geierwally“, 1956).

Filmausschnitt (Originalfassung)

Die maskierte Geliebte (CZE 1940 – DF 1942)

die maskierte geliebte cz plakat
tschechisches Filmplakat

Die maskierte Geliebte
Originaltitel: Maskovaná milenka
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1940
Regie: Otakar Vavra
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Baronin Lenka Rosetti      – Lida Baarova      dto.
Hauptmann Leon Costy   – Gustav Nezval    Harry Giese

weiterer Synchronsprecher: Christian Gollong

Inhalt:

Nach einer großen Enttäuschung will sich die schönen Baronin Lenka nicht mehr verlieben- da tritt ein junger Hauptmann in ihr Leben…

Anmerkungen:

Ein weiterer Film mit Lida Baarova. Auch hier spielt sie eine geheimnisvolle Schöne, die am Ende auf ihre große Liebe trifft. Die bislang herausgefundene Synchronbesetzung ist  momentan noch nicht sehr ergiebig.

Mitternachtszauber (CZE 1939- DF 1939)

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tschechisches DVD-Cover

Mitternachtszauber
Originaltitel: Divka v modrém
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1939
Regie: Otakar Vavra
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  26.01.1940

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Gräfin Blanka von Blankenburg – Lida Baarová         dto.
Notar Jan Karas                                – Oldrich Nový         Harry Giese
Smrcinská                                          – Ruzena Slemrová Anneliese Würtz
Slávinka                                              – Sylva Langova        Erika Goerner
Otýlie                                                   – A. Nedosinská       Erna Sellmer
Ruzenka Smutná                              – Natasa Gollová     Gertrud Faerber
Dr. Pacovsky                                      – Bedrich Veverka   Christian Gollong
Cádek                                                   – Frantisek Paul       Hugo Schrader
Kastelan                                              – Vladimir Majer      Alfred Haase
Kabelka                                               – Vladimir Repa       C.W. Burg
Landa                                                   – Josef Belský           Werner Schott

Inhalt:

Der Notar Karas erwirbt ein Gemälde, auf dem die junge Gräfin Blanka zu sehen ist. Er ist von dem Bild so fasziniert, dass er die abgebildete Frau küsst. Und dann geschieht es: die junge Gräfin entsteigt aus dem Bild…ist das alles nur ein Traum?

Anmerkungen:

Die Hauptdarstellerin Lida Baarová (Ludmila Babková, 1914-2000)  war 20 Jahre alt, als sie von der UFA engagiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon eine ganze Reihe von Filmen in ihrer tschechischen Heimat gedreht. Sie lernte schnell deutsch und wurde mit Filmen wie „Barcarole“ (1935), „Verräter“ (1936) und „Patrioten“ (1937) ein beliebter Filmstar in Deutschland. Sie war mit dem Schauspielerkollegen Gustav Fröhlich liiert- bis sie ihren Nachbarn, den Propagandaminister Joseph Goebbels, näher kennenlernte. Goebbels, der mit seiner Ehefrau Magda nach außen hin eine „deutsche Musterehe“ führte, in Wirklichkeit aber unzählige Affären mit jungen Schauspielerinnen hatte, wurde ihr Geliebter (Baarová selbst aber sprach von einer „platonischen Liebesbeziehung“ und davon, dass sie nur aus Angst vor dem mächtigen Minister bei ihm blieb). Goebbels jedenfalls war ganz vernarrt in die junge Tschechin. Das ging soweit, dass er 1938 sein Ministeramt aufgeben und mit seiner Geliebten als Botschafter nach Japan gehen wollte. Nach einem theatralischen Auftritt von Magda Goebbels bei Hitler forderte der „Führer“ von Goebbels, sich von Baarová zu trennen- was dieser unter Tränen auch tat. Lida Baarovás letzter deutscher Film „Preußische Liebeslegende“ (mit Willy Fritsch als Partner) kam nicht mehr zur Aufführung. Die Baarová ging 1939 nach Prag zurück. Inzwischen war die Tschechoslowakei allerdings nicht mehr existent: das Sudetenland kam 1938 zu Deutschland, die Slowakei wurde kurz danach (als deutscher Satellitenstaat) selbstständig, der Rest wurde zum „Protektorat Böhmen & Mähren“ unter deutscher Herrschaft. In der Filmproduktion aber gab es eine gewisse Autonomie. Es entstanden einige sehr gute Filme, wie der hier vorgestellte „Mitternachtszauber“. Für die Synchronarbeiten kehrte die Baarová für kurze Zeit nach Berlin zurück. Neben „Mitternachtszauber“ war das auch für den Film „Die maskierte Geliebte“ der Fall. Im „Protektorat“ aber wurde Lida Baarová mehr und mehr als „deutschfreundlich“ angefeindet. So drehte sie 1942/43 einige Filme in Italien, musste dann aber in ihre Heimat zurückkehren. Das Kriegsende erlebte sie in Prag, flüchtete dann aber nach Bayern, wo ihr Hans Albers in seinem Haus am Starnberger See eine Bleibe anbot. Sie wurde jedoch in Bayern vom US-Geheimdienst verhaftet. Im September 1945 brachten tschechische Soldaten Lida Baarová zurück nach Prag. Dort wurde ihr der Prozess gemacht. Dank für sie guter Zeugenaussagen konnte sie Ende 1946 das Gefängnis verlassen. Sie heiratete 1947 den Puppenspieler Jan Kopecký. Als 1947 die Kommunisten nach einem Putsch die Macht übernahmen, flüchtete das Paar nach Österreich. Die beiden wanderten dann nach Argentinien aus, allerdings kehrte Lida schon nach kurzer Zeit zurück nach Europa, die Ehe wurde geschieden. In den 1950er Jahren drehte sie noch einige Filme in Italien und lebte fortan in Salzburg, von wo sie im deutschsprachigen Raum immer wieder an Theatern auftrat.

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Lida Baarová in dem deutschen Film „Patrioten“ (1937)

 

Fräulein Winnetou (USA 1939 – DF 1939)

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US-Filmplakat

Fräulein Winnetou
Originaltitel: Susannah of the Mounties
Produktion: 20th Century Fox, 1939
Regie: William A. Seiter, Walter Lang
Deutsche Fassung: Deutsche Fox Film AG, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  28.11.1939, Kiel – Berliner EA: 09.01.1940

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Susannah                – Shirley Temple              Carmen Lahrmann
Anges Montague   – Randolph Scott               – Arthur Schröder
Vicky Standing       – Margaret Lockwood       – ?
Pat O’Hannegan    – J. Farrel McDonald       Walter Werner
Andrew Standing   – Moroni Olsen                  – ?
Häuptling                 – Chief John Big Tree      Karl Meixner

Das ZDF ließ den Film 1976 neu synchronisieren; mit Madeleine Stolze (Temple), Peter Kirchberger (Scott) und Katrin Schaake (Lockwood).

Inhalt:

Die kleine Susannah überlebt als einzige ein Indianer-Massaker. Dennoch freundet sie sich mit einem Häuptlingssohn an…

Anmerkungen:

„Fräulein Winnetou“ erlebte als letzter Shirley-Temple-Film seine deutsche Uraufführung am 28. November 1939 in Kiel (fälschlicherweise wird auf einigen Internetseiten die Berliner UA am 09.01.1940 als deutsche Uraufführung angegeben). Ab etwa 1938 wurden viele US-Produktionen nicht mehr in Berlin, sondern in der Provinz gestartet. Nachdem die UFA verstaatlicht wurde, waren die Uraufführungskinos für die deutschen Filme reserviert. Zwar kamen trotzdem noch einige US-Filme in Kinos wie dem traditionsreichen „Marmorhaus“ in Berlin zur deutschen Erstaufführung, häufig aber liefen US-Filme erst Wochen bzw. Monate später in Berlin an.

US-Filmtrailer

Heidi (USA 1937 – DF 1938)

Heidi
Originaltitel: Heidi
Produktion: 20th Century Fox, 1937
Regie: Allan Dwan
Deutsche Fassung: Deutsche Fox Film AG, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  13.12.1938, Berlin  (Tauentzien-Palast – U.T. Friedrichstraße)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Heidi                                         – Shirley Temple              Carmen Lahrmann
Großvater Adolph Kramer – Jean Hersholt                  C.W. Burg
Diener Andrews                    – Arthur Treacher             – Hans Karl Friedrich
die blinde Anna                     – Helen Westley                Lilli Schönborn
Pastor Schultz                        – Thomas Beck                   Arthur Seeger
Frl. Rottenmeier                    – Mary Nash                        Eva Maria Brock
Tante Dete                               – Mady Christians             Gerti Ober

Inhalt:

Die kleine Heidi lebt mit ihrem Großvater in den Schweizer Bergen. Eines Tages nimmt sie ihre Tante Dete mit nach Frankfurt- gegen den Willen des Großvaters. In Frankfurt lebt Heidi bei der reichen Familie Sesemann. Heidi soll dort Spielkameradin der gehbehinderten Klara werden. Die Hausdame, Frl. Rottenmeier, ist über den Gast aus der Schweiz alles andere als begeistert. Und Heidi fehlen ihre Berge sehr, sie leidet an Heimweh. Beim Weihnachtsfest bei Sesemanns gibt es eine Überraschung: die gehbehinderte Klara, unterstützt von Heidi, kann einige Schritte gehen. Danach kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Frl. Rottenmeier, die daraufhin das Haus verlassen muss. Inzwischen ist auch der Großvater Adolph, „Alp-Öhi“ genannt, in Frankfurt eingetroffen- er möchte seine Heidi wiedersehen. Frl. Rottenmeier, die Heidi die Schuld an ihrer Situation gibt, erzählt Heidi, dass sie sie zum Großvater bringen möchte. Doch in Wirklichkeit will sie das Mädchen an vorbeiziehende Zigeuner verkaufen. Doch der Alp-Öhi kann das verhindern; Heidi kehrt mit dem Großvater in die Berge zurück.

Anmerkungen:

Die „Tante Dete“ wird in diesem Film von der deutschen Schauspielerin Mady Christians (19.01.1900, Wien [andere Quellen: 1892, 1896] – 28.10.1951) dargestellt. Sie war Tochter einer Schauspielerfamilie und lebte ab 1912 in den USA, wo der Vater Leiter eines deutschsprachigen Theaters war. Mit dem Kriegseintritt der USA 1917 musste die Familie das Land verlassen und kehrte nach Deutschland zurück. Mady Christians, die schon in den USA ihren ersten Stummfilm gedreht hatte, fand in Deutschland schnell Zugang zum deutschen Film. In den 1920er Jahren spielte sie in vielen Stummfilmen mit. Sie spielte dann die weibliche Hauptrolle im ersten deutschen Tonfilm „Dich hab ich geliebt“ (mit Hans Stüwe als Partner), der am 22.11.1929 Premiere hatte und der erste 100%ige Sprech- und Tonfilm war, der in Deutschland gedreht wurde. Ein weiterer Erfolg war „Ich und die Kaiserin“ (1933, mit Lilian Harvey,  Conrad Veidt, Heinz Rühmann); die erste und einzige Filmregie des Komponisten Friedrich Holländer). Im selben Jahr verließ Mady Christians Deutschland. Sie spielte in den USA vorwiegend am Theater, trat aber auch immer wieder im Film auf. Während der McCarthy-Ära Ende der 1940er Jahre geriet sie in den Verdacht, Anhängerin der Kommunistischen Partei zu sein. Ihre Filmkarriere war damit endgültig beendet. Sie starb am 28.10.1951 an einem Gehirnschlag.

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Mady Christians

US-Trailer

Shirley auf Welle 303 (USA 1937 – DF 1938)

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US-Filmplakat

Shirley auf Welle 303
Originaltitel: Rebecca of Sunnybrook Farm
Produktion: 20th Century Fox, 1937
Regie: Allan Dwan
Deutsche Fassung: Deutsche Fox Film AG, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack (?)
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  15.07.1938 – Berliner EA: 26.08.1938 (Tauentzien-Palast, OmU – U.T. Friedrichstraße (DF)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Camilla Winstead          –  Shirley Temple               Carmen Lahrmann
Anthony Kent                 –   Randolph Scott                – Siegfried Schürenberg
Orville Smithers             –   Jack Haley                         Harry Giese
Gwen                                   –  Gloria Stuart                     – ?
Lola Lee                             –   Phyllis Brooks                  – ?

Inhalt: 

Die Reklamechefs einer Haferflockenmarke haben den Rundfunkhörern Amerikas eine Sensation versprochen: demnächst soll im Radio die „Kleine Miss Amerika“ zu hören sein. Das Problem ist aber, dass sie nicht wissen, woher sie das Wunderkind überhaupt nehmen sollen. Bei Probeaufnahmen im Studio fällt ein Kind nach dem anderen durch- keine entspricht den Vorstellungen. Da singt die kleine Camilla vor- und Anthony Kent, der Werbemanager,  ist von der Stimme begeistert, die er im Lautsprecher hört. Doch dann läuft alles schief: Kents Assistent Orville soll Camilla einen Vertrag übergeben. Doch Orville hat nur Augen für die Sängerin Lola Lee; er verwechselt Camilla mit einem anderen Kind und schickt sie nach Hause. Die kleine Camilla ist danach mit ihrem Stiefvater wie vom Erdboden verschwunden. Nach dem vermeintlichen Fiasko will Camillas Stiefvater die Kleine soll schnell wie möglich loswerden. Er bringt sie zu seiner Schwester Miranda, die eine Farm auf dem Land hat. Die Tante hat allerdings größtes Misstrauen gegenüber Künstlern . Camilla blüht auf der Farm richtig auf. Eines Tages muss sie ein kleines Ferkel fangen, welches ausgerissen ist. Dabei trifft sie auf – Anthony Kent! Kent möchte einige Tage auf seiner Farm ausspannen, während sein Assistent Orville auf der Suche nach der kleinen Sängerin ist, die er versehentlich fortgeschickt hat. Doch dann hören die beiden im Nebenzimmer die Stimme Camillas- es ist das fortgeschickte Wunderkind! Sofort macht Kent Tante Miranda ein Angebot- doch die Tante mag bekanntlich keine Künstler und sagt rundweg nein. Doch Kent hat schon eine Idee: in seiner Farm wird ein Sender eingerichtet, damit Camilla dort auftreten kann. Camillas Cousine Gwen, die sich in Kent verliebt hat, sagt ihre Unterstützung zu. Und tatsächlich: Camilla tritt im Radio auf und die Sendung wird ein voller Erfolg. Doch nun tritt Camillas Stiefvater wieder auf den Plan; mit einer neuen „Mama“ und einem Rechtsanwalt holt er Camilla von der Farm ab. Die Kleine soll nun bei der Konkurrenz als „Miss Universum“ singen. Doch bei der Sendung versagt die Stimme des Mädchens. Ein Arzt bestätigt, dass sie zwei Jahre ihre Stimme schonen müssen. Unter diesen Umständen lässt sich der Stiefvater von Kent die Vormundschaft abkaufen. Doch was der Stiefvater nicht wusste: Camilla hat plötzlich ihre Stimme wieder- die Kleine hatte mit dem Arzt gemeinsame Sache gemacht. Glücklich lebt sie jetzt mit ihren neuen Eltern Anthony Kent und Gwen.

Anmerkungen:

Randolph Scott (1898-1987)  ist in Deutschland vor allem durch seine Western bekannt geworden. Als rechtschaffender Saubermann ritt er durch unzählige Western der 1940er und 1950er Jahre. Mit Peckinpahs „Sacramento“ (1962) beendete er seine langjährige Filmkarriere. Zu diesem Zeitpunkt galt Scott, der seine Gagen gewinnbringend angelegt hatte und eine eigene Filmproduktion besaß, als einer der reichsten Hollywood-Schauspieler. Gloria Stuart, die im Film Scotts Partnerin „Gwen“ spielt, wurde viele Jahre später noch einmal richtig bekannt: in James Camerons „Titanic“ (1997) spielte sie die alte „Rose“. Gloria Stuart starb 2010 im Alter von 100 Jahren.

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Randolph Scott

 

 

US-Trailer

Rekrut Willie Winkie (USA 1937 – DF 1937)

Rekrut Willie Winkie 3
US-Filmplakat

Rekrut Willie Winkie
Originaltitel: Wee Willie Winkie
Produktion: 20th Century Fox, 1937
Regie: John Ford
Deutsche Fassung: Deutsche Fox Film AG, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  29.12.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Priscilla Williams        – Shirley Temple         Carmen Lahrmann
Sgt. McDuff                   – Victor McLaglen        Hanns Eggerth
Oberst Williams           – C. Aubrey Smith        – Walter Werner
Joyce Williams              – June Lang                     Dolly Raphael
Lt. Brandis                     – Michael Whalen        Fritz Ley
Khoda Khan                   – Cesar Romero            Karl Meixner
Frau Allardyce               – Constance Coller     Lilli Schönborn
Elsie Allardyce               – Bunny Beatty            – Christine Grabe
Soldat Mott                     – Douglas Scott            Rolf Günther
Mohammed Dihn         – Willie Fung                Wolf Trutz
Bagby                               – Brandon Hurst          Guido Goroll

Inhalt:

Die mittellose Joyce Williams reist anno 1897 mit ihrer kleinen Tochter Priscilla nach Indien zu ihrem Großvater, Oberst Williams. Dort kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Einheimischen unter dem Kommando von Khoda Khan und den britischen Truppen. Priscilla beschließt, Soldat zu werden. Sergeant McDuff hilft ihr dabei. Eines Tages kehrt McDuff von einem Patrouillenritt schwer verwundet zurück; sein Trupp war in einen Hinterhalt geraten. Nun beschließt Priscilla, dem unsinnigen Töten ein Ende zu machen- sie verhandelt mit den Aufständischen…

Anmerkungen:

In der deutschen Fassung wird die Rolle der „Joyce“ von Dorothea „Dolly“ Raphael gesprochen. Dolly Raphael, deren Lebensdaten unbekannt sind, spielte ab 1931 kleinere Rollen im deutschen Film, so in „Pour lé Merite (1938) oder in „Nanette“ (1940).

Priscilla nimmt Abschied von Sergeant Duff (Originalversion)

 

Sonnenscheinchen (USA 1935 – DF 1937)

Sonnenscheinchen 2
US-Filmplakat

Sonnenscheinchen
Originaltitel: Stowaway
Titel in Österreich: Die kleine Ching Ching (Schanghai in Flammen)
Produktion: 20th Century Fox, 1935
Regie: William A. Seiter
Deutsche Fassung: Tobis Melofilm für Deutsche Fox Film, Berlin (April 1937)
Dialogregie: Reinhard W. Noack ?
Dialogbuch: Richard Busch ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  29.04.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Barbara „Ching Ching“ Stewart  – Shirley Temple   Carmen Lahrmann
Tommy Randall                                 – Robert Young      – Harry Giese
Susan Parker                                       – Alice Faye            – ?

Inhalt:

Die kleine Barbara Stewart, genannt „Ching Ching“, lebt bei einem Missionar in China. Der Missionar wird von chinesischen Räubern getötet, die kleine Ching Ching verliert auf der Flucht ihre Begleiter. Sie landet auf einem Dampfer. Dort nimmt sie der junge Playboy Tommy Randall unter seine Obhut. Er möchte die Kleine adoptieren, aber dazu braucht er eine Frau. Dafür findet sich die junge Susan Parker. Die beiden heiraten und adoptieren Ching Ching. Als sich Tommy und Susan verabredungsgemäß wieder scheiden lassen wollen, stellen sie fest, dass sie sich ineinander verliebt haben. Die kleine Familie bleibt zusammen.

Anmerkungen:

„Paimann’s Filmlisten“ aus Wien fanden lobende Worte für die deutsche Synchronisation: „…sind Dialoge und Lieder textlich einwandfrei und stets verständlich eingedeutscht, auch Shirleys Sprachdouble ziemlich passend, so dass das Ganze als ein brauchbarer Ersatz des Originals anzusprechen ist

Filmausschnitt (US-Version)