Rose-Marie (USA 1936/ DF 1939)

Rose-Marie
Originaltitel: Rose-Marie
Produktion: MGM, USA 1936
Regie: W. S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Otmar von Ecker
Dialogbuch: Paul Mochmann
Tonmeister: Dr. Arthur Kamps
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM
Deutsche Erstaufführung: 07.07.1939 – Berliner EA: 08.11.1939

Rolle- Darsteller– Deutsche Stimme:

Rolle:Darsteller:Stimme:
Marie de FlorJeanette MacDonaldKitty Jantzen
Sgt. BruceNelson EddyWilli Domgraf-Fassbaender
John FlowerJames StewartKurt Meisel
BonifaceGeorge RegasRené Deltgen
MyersonReginald OwenN.N.
RomeoAllan JonesGesang im O-Ton
PremierministerAlan MowbraySiegfried Schürenberg
Rosa (OF: Anna)Una O’ConnorGertrud Spalke
HändlerLucien LittlefieldHans Hessling
Joe, PianospielerJimmy ConlinPaul Dahlke
TeddyDavid NivenHannsgeorg Laubenthal
GordonHalliwell HobbesC.W. Burg
HotelbesitzerRobert GreigC.W. Burg
N.N.N.N.Erich Ponto

Inhalt:

Die kanadische Opernsängerin Marie de Flor weilt nach längerer Tournee mal wieder in ihrem Heimatland. Dort erfährt sie, dass ihr Bruder John Flower wg. unerlaubten Waffenbesitz im Gefängnis sitzt. Marie möchte beim Premierminister eine Begnadigung erwirken- da erfährt sie durch Johns Vertrauten Boniface, dass er geflohen ist und einen berittenen Polizisten ermordet hat. Sie macht sich mit Boniface auf den Weg, um ihrem Bruder zu helfen. Doch bei der ersten Gelegenheit stiehlt Boniface ihr Geld und lässt sie allein zurück. Als sie sich vergeblich als Sängerin in einer Bar versucht, trifft sie den Polizisten Bruce, der sie fortan begleitet. Was Marie nicht weiß: Bruce ist auf der Suche nach ihrem Bruder…

Anmerkungen:

Die zweite Verfilmung der Operette von Otto A. Harbach und Oscar Hammerstein II (die erste Verfilmung entstand 1928 mit Joan Crawford, eine dritte 1954 mit Ann Blyth). Es war – nach „Tolle Marietta“ (1935) der zweite gemeinsame Film von Jeanette MacDonald und Nelson Eddy. MGM wollte den Film bereits 1936 in Deutschland zeigen, er wurde jedoch von der Kontingentstelle abgelehnt und erst 1939 zugelassen. Die deutsche Stimme von Jeanette MacDonald ist in diesem Film Kitty Jantzen (1909-1984), Ehefrau des Regisseurs Richard Eichberg. Kitty Jantzen drehte nur wenige Filme, der Zweiteiler „Der Tiger von Eschnapur/ Das indische Grabmal“ ragt hier jedoch heraus. Der Film wurde ein Riesenerfolg. Das bewahrte indes Richard Eichberg nicht vor Repressalien seitens der Nazis. Im Frühjahr 1939 stellte man Eichberg vor die Wahl, entweder seine Schweizer Villa zu verkaufen und die Devisen ins Reich zu bringen, oder mit Regieverbot belegt zu werden. Eichberg und Jantzen verließen daraufhin im Oktober 1939 das deutsche Reich und versuchten ihr Glück in den USA- mit wenig Erfolg.

Nachtflug (USA 1934/ DF 1934)

Nachtflug
Originaltitel: Night Flight
Produktion: MGM, USA 1933
Regie: Clarence Brown
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Gerd D’Haussonville
Dialogbuch: S. Schmidt, W. Ehlers
Tonschnitt: Friedrich Koppe
Tonmeister: Siegfried Schulze
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM
Deutsche Erstaufführung: 31.03.1934 (OmU)

RolleDarstellerStimme
RiviereJohn BarrymoreWerner Schott
Frau FabianHelen HayesN.N.
Jules FabianClark GableN.N.
Auguste PellerinRobert MontgomeryN.N.
RobineauLionel BarrymoreN.N.
Frau des bras. PilotenMyrna LoyN.N.
brasilianischer PilotWilliam GarganHarry Giese
Jules, CopilotLeslie FentonN.N.
FunkerFrank ConroyC.W. Burg
Dr. deCostaIrving PichelHerbert Gernot

Inhalt:
Südamerika, um 1930. Eine Fluglinie richtet die ersten Nachtflüge über die Anden ein. Aus Chile müssen Medikamente gegen Kinderlähmung von Chile nach Brasilien transportiert werden. Der Transport gelingt, doch der Pilot Fabian bezahlt das mit seinem Leben.

Anmerkungen:
Nach dem großen Erfolg von „Menschen im Hotel“ (1932) setzte MGM auch hier auf ein versammeltes Star-Ensemble. Da die Handlung aber an verschiedenen Orten spielt, haben viele der Stars keine gemeinsamen Auftritte. „Nachtflug“ konnte an der großen Erfolg von „Menschen im Hotel“ nicht anschließen, finanziell brachte der Streifen kaum Gewinn. Mit diesem Film ging auch die große Zeit von John Barrymore langsam zu Ende. Seine Alkoholsucht machte ihm immer mehr zu schaffen, es blieben ihm Nebenrollen in A-Produktionen und schließlich B-Movies. 1942 starb John Barrymore im Alter von 60 Jahren. Der aufstrebende Star Clark Gable hat in diesem Film nur wenig Dialog, insgesamt 3 oder 4 Sätze. Seine deutsche Stimme ist mir nicht bekannt, es ist nicht sein späterer, langjähriger Sprecher Sprecher Siegfried Schürenberg.

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Nachtflug – Auf Leben und Tod (DVD) – jpc

Südsee-Nächte (USA 1939/ DF 1939)

US-Filmplakat

Südsee-Nächte
Originaltitel: Honolulu
Produktion: MGM, USA 1939
Regie: Edward Buzzell
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Otmar von Ecker
Dialogbuch: Paul Mochmann
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonmeister: Siegfried Schulze
Synchronaufnahmen: August 1939
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM
Deutsche Erstaufführung: 25.08.1939 – Berliner EA: 20.12.1939
Der Film wurde 1992 unter dem Titel „Die Liebe auf Hawaii“ fürs TV neu synchronisiert.

RolleDarstellerStimme
Dorothy MarchEleanor PowellLu Säuberlich
Brooks Mason/ George SmithRobert YoungN.N.
Joe DuffyGeorge BurnsKurt Vespermann
Millie de GrasseGracie AllenGisela Schlüter
Cecilia GraysonRita JohnsonKitty Jantzen
Horace GraysonClarence KolbN.N.
WongWillie FungHans Hessling
Erster DetektivCliff ClarkOtto Henning
GefängniswärterEdgar DearingEwald Wenck
Partygast bei GraysonBert RoachC.W. Burg
AnsagerN.N.Erich Fiedler

Inhalt:

Der Schauspieler Brooks Mason ist seiner vielen Fans überdrüssig und tauscht mit dem ihm völlig ähnlich sehenden George Smith, seines Zeichens Farmer auf Hawaii, für einige Wochen die Identität. Auf den Weg dahin lernt er auf dem Schiff die Tänzerin Dorothy March kennen uns verliebt sich in sie. Doch da ist noch George‘ Braut Cecilia Grayson, die schon auf ihn wartet…

Anmerkungen:

Obwohl „Südsee-Nächte“ erst in der zweiten Jahreshälfte 1939 anlief und zu diesem Zeitpunkt kaum noch Werbung für US-Filme gemacht werden durfte, wurde das Musical zu einem der größten Erfolge des US-Films im Deutschland der Vorkriegszeit. Die Namen des Schauspielers George Burns, der jüdischen Glaubens war, und seiner Ehefrau Gracie Allen (einer Katholikin!) wurden im Vorspann nicht genannt. Des weiteren wurde der Film gekürzt, u.a. um eine Shownummer, die die (jüdischen) Marx-Brothers persifliert. Leider ist mir der Name der deutschen Stimme von Robert Young nicht bekannt. Wie schon oben angegeben, wurde zum Zeitpunkt des deutschen Kinostarts nur noch wenig über die US-Filme in den Filmzeitschriften berichtet.

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Südsee Nächte (DVD) – jpc

Frechheit siegt (DK 1942 – DF 1944

Dänisches Filmplakat

Frechheit siegt
Originaltitel: Fröken Vildkat
Produktion: ASA Film, Kopenhagen, Dänemark (1942)
Regie: Alice O’Fredericks, Lau Lauritzen jr.
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih: Märkische, Panorama, Schneider, Südort (Regionalverleihe)
Deutsche Erstaufführung: 1944
Die dänischen Gesangseinlagen wurden im Original belassen!

Rolle- Darsteller– Deutsche Stimme:

Dolly Hansen – Marguerite Viby Edyth Edwards
Peter Brunn – Ebbe Rode Ernst Schröder
Onkel Hannibal – Ib Schoenberg Alfred Haase
Tante Caroline – Maria Garland Anneliese Würtz
Louise Holm – Gerda NeumannKäte Merk
Herbert Rung – Poul ReichardtCurt Ackermann
Theaterdirektor – Sigurd Langberg Wolf Trutz
Ballettmeister – Olaf Ussing Hans Hessling
Zugschaffner – Torkil LauritzenErich Dunskus
Joachim – Stig LommerC.W. Burg

Inhalt:

Das Revuegirl Dolly Hansen verliert ihren Job. Um Aufmerksamkeit für eine neue Stellung zu erhalten, will sie „pro forma“ ins Wasser gehen, um von einem Journalisten gerettet zu werden. Doch statt des Journalisten rettet sie ein Bankbeamter. Dolly verliebt sich in ihren Retter und reist ihm tags darauf mit dem Zug hinterher. Doch Peter ist in Begleitung seiner Verlobten. Und damit beginnen die Turbolenzen…

Anmerkungen:

„Fröken Vildkat“ ist die 1942 gedrehte dänische Version des schwedischen Films „Fröken Vildkatt“ aus 1941. 1944 kam die dänische Version unter dem Titel „Frechheit siegt“ in die deutschen Kinos (der genaue Zeitpunkt ist -Stand heute- nicht bekannt). 1944 drehte Marguerite Viby (1909-2001) einen Film namens „Teatertosset“. Dieser Film kam, auch unter dem Titel „Frechheit siegt“, 1951 in die deutschen Kinos….

Edyth Edwards sprach Marguerite Viby auch in „So ein Mädel vergisst man nicht“, der 1943 in Deutschland anlief.
Ernst Schröder (1915-1994) gehörte zu den großen deutschen Theaterschauspielern, der aber auch oft im Kino- oder TV-Film zu sehen war. Auch im Synchronatelier war Schröder vor allem in den 1950er Jahren tätig. Wobei er nicht nur als Sprecher fungierte, sondern auch für Dialogbuch und Regie verantwortlich war. Er war die deutsche Stimme von James Cagney oder auch Spencer Tracy.

Der Co-Regisseur Lau Lauritzen jr. war der Sohn des gleichnamigen Regisseurs Lau Lauritzen sen. Dieser wurde bekannt als langjähriger Regisseur des Komiker-Duos „Pat und Patachon“. Lauritzen jr. war zur Drehzeit auch als Produktionschef der ASA-Film Kopenhagen tätig.

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Der Frechdachs von Arizona (USA 1938/ DF 1939)

Der Frechdachs von Arizona
Originaltitel: The Arizona Wildcat
Produktion: 20th Century Fox, 1938
Regie: Herbert I. Leeds
Deutsche Fassung: Deutsche Fox, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 26.07.1939

Rolle – Darsteller – Deutsche Stimme:

Mary Jane Patterson     – Jane Withers            – ?
Manuel Hernandez       – Leo Carillo                – C.W. Burg
Caroline Reed                 – Pauline Moore         – ?
Donald Clark                  – William Henry         – Harry Giese
Richard Baldwin           – Henry Wilcoxson     – Hanns Eggerth

Inhalt:

Mary Jane Patterson ist ein Waisenkind, das unter der Vormundschaft von Manuel Hernandez steht. Er war einst bekannt als der Bandit El Gato, Kopf eine Gaunerbande. Mary Jane möchte, dass Hernandez die alte Truppe wieder zusammentrommelt, denn sie möchte, dass ein gemeiner Postkutschenraub aufgeklärt wird, in welchem vermutlich der Sheriff der Stadt involviert ist. Doch Hernandez ist inzwischen zu alt, um sich darum zu kümmern, und so muss Mary Jane ran…

Anmerkungen:

Jane Withers (*1926) war neben Shirley Temple ein bekannter Kinderstar der Fox. Wie bei vielen Kinderstars ebbte auch ihre Karriere ab. Deutschen Kinozuschauern ist sie vielleicht in der Nebenrolle der „Vashti Snythe“ in „Giganten“ (1956) noch geläufig.

Dialogregisseur Reinhard W. Noack arbeitete auch hier mit bewährten Kräften wie C.W. Burg, Harry Giese und Hanns Eggerth zusammen, die immer wieder in Synchronfassungen zu hören sind, die von Noack bearbeitet wurden.

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Hinter Haremsgittern (D/ESP 1939 – DF 1940)

hinter haremsgittern aixa
spanischer Vorspanntitel

Hinter Haremsgittern
Originaltitel: La Cancion de Aixa
Produktion: Hispano Filmproduktion, Berlin/Madrid, D/ESP, 1939
Regie: Florian Rey
Deutsche Fassung: ?
Dialogregie: Bruno Hartwich
Dialogbuch: Richard Busch
Tonschnitt: Bruno Hartwich
Tonsystem: Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: u.a. Fritz Knevels Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 16.07.1940
Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Aixa                              – Imperio Argentina    – N.N.
Hamed                         – Ricardo Meriono       – Harry Giese
Abslam                        – Manuel Luna              – Siegfried Schürenberg
Onkel José                   – Pedro Barneto            – C.W. Burg
Kaid Amar, Hameds Vater –  Nicolas D. PerchinotHanns Eggerth

weiterer Synchronsprecher: Hans Meyer-Hanno („Ali“)

Inhalt:

In Tetuan, der Hauptstadt von Spanisch-Marokko, treffen sich die Cousins Hamed und Abslam, Mitglieder zweier verfeindeter Familien-Clans wieder. Beide beschließen, den Familienzwist zu beenden. Doch dann begegnen beide der hübschen Sängerin Aixa…

Anmerkungen:

Eine weitere Produktion der Hispano-Filmproduktion. Die Studioaufnahmen wurden 1939 bei der UFA in Berlin gedreht. Der Filmstab bestand zum großen Teil aus Deutschen, gedreht wurde der Film auf spanisch. Der deutsche Vorspann nennt zwar Dialogregisseur und Dialogbuchautor, jedoch kein Synchronstudio und auch keine deutschen Sprecher. Für Siegfried Schürenberg war es für einige Jahre die letzte Synchronrolle.

Sie können den Film hier erwerben:

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Suez (USA 1938 – DF 1939)

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US-Filmplakat

Suez
Originaltitel: Suez
Produktion: 20th Century Fox, 1938
Regie: Allan Dwan
Deutsche Fassung: Deutsche Fox, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung: Dez. 1939

Rolle – Darsteller Deutsche Stimme:

Ferdinand de Lesseps           – Tyrone Power  –     Harry Giese
Eugenie de Montijo               – Loretta Young    –      ?
Toni Pellerin                           – Annabella           –      ?
Napoleon III-                           – John Ames         –      Hanns Eggerth
Graf Mathieu de Lesseps      – Henry StephensonC.W. Burg
Sir Malcolm Cameron           – Nigel Bruce        –     Hanns Meyer-Hanno
brit. Premierminister           – George Zucco     –     C.W. Burg
Prinz Said                               – J. Edward Bromberg   – *
René de Latour                      – Joseph Schildkraut     – **/ ?
Sgt. Pellerin                            – Sig Ruman                      – *

* = Rolle stark gekürzt, kein Dialog
**= Rolle stark gekürzt, kaum Dialog

Inhalt:

Paris, 1850. Dem französische Premierminister Louis Napoleon wird vorhergesagt, dass er die junge Eugenie de Montijo heiraten wird. Seinen Nebenbuhler, den jungen Ferdinand de Lesseps, schiebt er elegant nach Ägypten ab. Dort angekommen, hat de Lesseps die Vision, einen gigantischen Kanal zu bauen. Doch das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig. Außerdem verliebt er sich in die burschikose Toni.

Anmerkungen:

Nachdem sich „Chikago“ (1938) als Riesenerfolg erwies, plante die Fox eine weitere Großproduktion. Für die Hauptrolle war wieder der männliche Fox-Star Tyrone Power vorgesehen. Der weibliche Fox-Star Loretta Young wurde für die Rolle der „Eugenie de Montijo“ besetzt. Allerdings war Young zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Clinch mit der Fox, da sie eine höhere Gage forderte. Außerdem erwies sich die Rolle der „Eugenie“ als deutlich kleiner als die der „Toni“. Für diese Rolle war zunächst die Französin Simone Simon vorgesehen. Allerdings kamen der Fox Zweifel, ob Simon wirklich für die Rolle geeignet wäre. Man ersetzte Simon schließlich durch ihre Landsmännin Annabella, die zuletzt in Großbritannien gefilmt hatte. Während der Dreharbeiten hatten Annabella und Tyrone Power eine heftige Liebesaffäre, die beiden heiraten 1939.

Die deutsche Fassung wurden von der Deutschen Fox von vornherein stark gekürzt (um rd. 25 Minuten). Man schnitt die Rollen der Emigranten Bromberg, Schildkraut und Ruman zusammen und machte sie dadurch praktisch zu Statisten. Das war nach Ansicht der Fox nötig, um überhaupt in Deutschland eine Zulassung für den Film zu bekommen. Diese Fassung wurde bei der Wiederaufführung 1951 nochmals verwendet.

Tyrone Power wurde auch hier wieder von Harry Giese gesprochen. Annabella, die zuvor oft von Viktoria von Ballasko synchronisiert wurde, bekam hier eine andere deutsche Stimme (die ich bislang nicht identifizieren konnte).

Im Vorspann wird als Dialogregisseur der 1951 verstorbene Reinhard W. Noack aufgeführt, das Dialogbuch verfasste vermutlich Richard Busch, der zwar nicht aufgeführt wird, aber fast immer mit Noack zusammen arbeitete.

Den Film kann man  erwerben bei:

https://www.jpc.de/jpcng/movie/detail/-/art/suez-filmclub-edition-60-limited-edition-auf-1200-stueck/hnum/9718566

https://www.mediamarkt.de/de/product/_suez-drama-dvd-2638813.html

https://www.saturn.de/de/product/_suez-drama-dvd-2638813.html

 

 

 

Gefährliche Frauen (I 1939 – DF 1939)

Gefährliche Frauen
Originaltitel: Io, suo padre
Produktion: Scalera Film, Italien, 1939
Regie: Mario Bonnard
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Dr. Konrad P. Rohnstein
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih: DiFu – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung: Dez. 1939

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Romolo Tonelli – Erminio Spalla          – C.W. Burg
Augusto Tonelli – Augusto Lanza          – Wolfgang Staudte
Eva                      – Eva Maltagliati          – Tina Eilers
Anna                   – Mariella Lotti             – Erika Goerner
Renata                – Clara Calamani          – Cecilie Gelers
Amalia Tonelli  – Margherita Bagni      – Edith Karin
Giorgio               – Carlo Romano            – Willi Kaufmann
Sandro                – Piero Pastore             – Oskar Schättiger
Roberto              – Guido Notari              – Werner Scharf
Radesio               – Vittorio Venturi        – Siegfried Weiß
Kellnerin            – Ina Nicolaus              – Ilse Abel

weiterer Synchronsprecher: Fritz Staudte

Inhalt:

Der junge Augusto Tonelli hat das Zeug zu einem Meisterboxer, trainiert wird er von seinem Vater Romolo, der früher ebenfalls ein großer Boxer war. Aber Augusto hat eine Schwäche- die Frauen. Eine der Damen wird seine Geliebte. Sie hat kein Interesse am Boxen und somit entfremdet sich Augusto dem Boxring und auch dem Vater. Als Augusto die Dame heiraten möchte, macht sie Schluss mit ihm. Augusto kehrt in den Ring zurück.

Anmerkungen:

C.W. Burg sprach Erminio Spalla auch in den Filmen Kapitän Orlando und Die Letzten vom Giarabub.

 

Chicago (USA 1937 – DF 1938)

Österreichische und deutsche Werbung (1938)

Chicago
Originaltitel: In Old Chicago
Produktion: Darryl F. Zanuck für 20th Cent. Fox, USA, 1937
Regie: Henry King
Deutsche Fassung: Deutsche Fox, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack (?)
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Synchronisiert im April/Mai 1938
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 11.07.1938 – Berliner EA: 25.10.1938

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Dion O’Leary         – Tyrone Power             – Harry Giese
Belle Fawcett         – Alice Faye                    – ?
Jack O’Leary          – Don Ameche               – Siegfried Schürenberg
Molly O’Leary       – Alice Brady                 – ?

Inhalt:

1854. Der zwielichtige Dion O’Leary betreibt in Chicago eine verrufene Spielhölle. Sein Bruder Jack dagegen ist ein angesehener Rechtsanwalt. Dion verliebt sich in die Sängerin Belle. Unter ihrem Einfluss versucht er ein besserer Mensch zu werden. Er hilft seinem Bruder Jack sogar, Bürgermeister zu werden. Da bricht ein Brand in Chicago aus. Jack kommt dabei ums Leben, Dion und Belle gestehen sich ihrer Liebe und wollen Chicago neu aufbauen.

Anmerkungen:

Nach dem großen MGM-Erfolgsfilm „San Franzisko“ (1936) versuchten auch andere Produktionsfirmen, sich an den Erfolg anzuhängen. Darryl F. Zanuck produzierte für die Fox „In Old Chicago“, der von dem großen Brand in Chicago handelt. Dafür wollte er von MGM Clark Gable und Jean Harlow ausleihen- der frühe Tod von Jean Harlow verhinderte dies jedoch. Die weibliche Hauptrolle übernahm Alice Faye, die männliche Hauptrolle der junge Fox-Star Tyrone Power. Ähnlichkeiten zu „San Franzisko“ sind unverkennbar. Der Film wurde ein großer Erfolg, auch in Deutschland.
Über die deutsche Fassung ist leider nur wenig bekannt, die deutsche Filmversion muss als verschollen gelten. Harry Giese sprach in mehreren Filmen für Tyrone Power (Café Metropol, Der Liebesreporter, Suez) und auch Siegfried Schürenberg war mehrfach auf Don Ameche zu hören (Der Liebesreporter, Die Eiskönigin). Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Prestigeproduktion in der deutschen Fassung vom Team Reinhard W. Noack (Regie) und Richard Busch (Text) bearbeitet wurde.

US-Trailer

Der Lausbub aus Amerika (GB/USA 1938 – DF 1938)

A-Yank-at-Oxford-1938US-Filmplakat

Der Lausbub aus Amerika
Originaltitel: A Yank at Oxford
Produktion: MGM, GB/USA, 1938
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM
Deutsche Erstaufführung: 26.09.1938, Berlin, Marmorhaus

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lee Sheridan            – Robert Taylor          – Gustav Knuth
Dan Sheridan           – Lionel Barrymore    – Erich Ponto
Molly Beaumont      – Maureen O’SullivanRuth Hellberg
Elsa Craddock         –  Vivien Leigh              – Hilde Sessak
Dekan Cardinal College- Edmund GwennIngolf Kuntze
Paul Beaumont       – Griffith Jones             – Will Quadflieg
Dean Snodgrass      – C.V. France                 – Franz Weber
Scatters                     – Edward Rigby            – Wolf Trutz
Cecil Davidson        – Morton Selten            – Philipp Manning
Dekan Williams      – Walter Kingsford      – Ernst Stahl-Nachbaur
Wavertree               – Robert Coote               – Kurt Meisel
Ramsey                    – Peter Croft                   – Clemens Hasse
Cpt. Wavertree       – Edmund Breon           – Will Dohm

Inhalt:
Der Amerikaner Lee Sheridan tritt ein Stipendium in Oxford an. Er stößt bei seinen Kommilitonen auf Ablehnung, sie mögen den arroganten Amerikaner nicht. Doch nach und nach erfreut er sich immer mehr Beliebtheit- und gewinnt das Herz der hübschen Molly.

Anmerkungen:
Mitte der 1930er Jahre verfügte die britische Regierung ein Kontingent für ausländische Filme. MGM produzierte daraufhin eine Reihe von Filmen in Großbritannien, um seinen Absatzmarkt dort zu erhalten.
Ein Remake auf ihre Art drehten Laurel & Hardy 1940 mit „A Chump at Oxford“ (dt. „Dick und Doof als Studenten“/“Wissen ist Macht“).
Ruth Hellberg sprach mehrfach für Maureen O’Sullivan: „David Copperfield“, „Anna Karenina“, „Skandal auf der Rennbahn“ [im Dt. Reich verboten] und eben „Der Lausbub aus Amerika“.

Gustav Knuth und Ruth Hellberg: