Siegfried Schürenberg

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(= Siegfried Wittig) 12. Januar 1900, Detmold – 31. August 1993, Berlin

Seine Eltern sind der Schauspieler Siegfried Wittig und die Opernsängerin Thekla Wittig. Er wächst in Krefeld und Chemnitz auf. 1913 geht er mit dem Vater nach Berlin, 1917 wird er zum Militärdienst nach Frankreich eingezogen. Nachdem er erwägt, Medizin zu studieren, entscheidet er sich für den Beruf des Vaters- wobei er den Nachnamen seiner Großmutter als Künstlernamen auswählt. 1920 bekommt er sein erstes Theaterengagement in Stolp (Hinterpommern). Es folgen Stationen in Potsdam, Stralsund, Bonn, Stettin, Kiel, Hamburg, Zürich, Wien und schließlich Berlin. 1932/33 ist er zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen: „Der Läufer von Marathon“, noch eine kleine Nebenrolle. Harry Piel gibt ihm eine Hauptrolle in „Der Herr der Welt“ (1934)- doch der Film wird kein Erfolg. Danach ist Schürenberg vor allem in (größeren) Nebenrollen zu sehen: „Zu neuen Ufern“, „Der Mann, der Sherlock Holmes war“ (beide 1937), „Sensationsprozess Casilla“ (1939), „Am Abend auf der Heide“ (1941). Mit Kriegsbeginn wird Schürenberg zur Wehrmacht eingezogen; nur gelegentlich wird er noch für Film bzw. Synchronrollen freigestellt. Im Nachkriegsfilm ist Schürenberg, der nach dem Krieg einige Jahre in Zürich lebt, erst 1954 wieder zu sehen: „Conchita und der Ingenieur“. Es folgen Auftritte in „Alibi“, „Der 20. Juli“ (beide 1955) oder „Die Brücke“ (1959). 1962 bekommt er dann die Rolle seines Lebens. Als leicht seniler „Sir John“ verkörpert er in 16 Edgar-Wallace-Filmen den Chef von Scotland Yard. 1974 zieht sich Schürenberg, abgesehen von Synchronrollen, weitgehend vom Filmgeschäft zurück.

Als Synchronschauspieler ist Schürenberg ab 1932/33 tätig. Er gehört in den 1930er Jahren zu den meistbeschäftigten Synchronschauspielern in Deutschland, vor allem als deutsche Stimme von Clark Gable, Gary Cooper oder William Powell. Auch nach dem Krieg (ab 1950) ist er rund 30 Jahre lang vielbeschäftigt in der Synchronisation, u.a. ist er in fast allen Clark-Gable-Filmen seine deutsche Stimme.

Synchronrollen bis 1945 (Auswahl):
(angegeben sind der deutsche Verleihtitel, der synchronisierte Schauspieler, Synchronfirma und Synchronjahr)

  • Seitenwege des Lebens (John Boles, Deutsche Universal, 1933)
  • Tiger-Hai (Richard Arlen, Topoly-Tobis, 1933)
  • Ich bin ein entflohener Kettensträfling (Preston Foster, Topoly-Tobis, 1933)
  • Das letzte Erlebnis (William Powell, Topoly-Tobis, 1933)
  • Königin Christine (John Gilbert, MGM 1934)
  • Fräulein Josette- meine Frau (Jean Murat, Tobis, 1935)
  • Ein Herz zu verschenken (Clark Gable, MGM, 1935)
  • Madame Dubarry (?, Tobis-Melofilm, 1935)
  • Maddalena (?, Tobis-Melofilm, 1935)
  • Mein Herz der Königin (Clive Brook?, Tobis-Melofilm, 1935)
  • In goldenen Ketten (Clark Gable, MGM 1935)
  • Kreuzritter (Ian Keith?, Paramount, 1935)
  • Madame befiehlt (?, Paramount, 1935)
  • Es geschah in einer Nacht (Clark Gable, Lüdtke & Rohnstein, 1935)
  • Die öffentliche Meinung (William Powell, MGM, 1935)
  • Anna Karenina (Fredric March, MGM, 1936)
  • Metropolitan (Lawrence Tibbet, Tobis-Fox, 1936)
  • Nach Büroschluss (Clark Gable, MGM/Tobis-Melofilm, 1936)
  • Gold nach Singapore (Clark Gable, MGM, 1936)
  • Der kleinste Rebell  (Jack Holt, Tobis-Fox, 1936)
  • Broadway Melodie (Robert Taylor, MGM, 1936)
  • Seine Sekretärin (Clark Gable, MGM, 1936)
  • Meuterei auf der Bounty (Clark Gable, MGM, 1936)
  • Die Botschaft an Garcia (Wallace Beery, Tobis-Fox, 1936)
  • Kabine B 50 (Douglass Dumbrille?, Paramount, 1936)
  • San Franzisko (Clark Gable, MGM, 1936)
  • Lustige Sünder (William Powell, MGM, 1937)
  • Treffpunkt Paris (Gary Cooper, Paramount, 1937)
  • Kampf um Indien (Ronald Colman, 1937)
  • Die Farm am Mississippi (Randolph Scott, Paramount, 1937)
  • Goldfieber (Clark Gable, Tobis-Fox, 1937)
  • Unter vier Augen (Robert Taylor, Tobis-Fox, 1937)
  • Das letzte Sklavenschiff (Warner Baxter, Tobis-Fox, 1937)
  • Im Kreuzverhör (Harvey Stephens?, Paramount, 1937)
  • Die gute Erde (?, MGM, 1937 – nur in Österreich gelaufen)
  • Maienzeit (?, MGM, 1937)
  • Eine Dame der Gesellschaft (William Powell, MGM, 1937- nur in Österreich gelaufen!)
  • Der Liebesreporter (Don Ameche, Tobis-Fox, 1937)
  • Und so was nennt sich Detektiv (William Powell, MGM, 1937/38)
  • Manuel (Melvyn Douglas, MGM, 1937/38)
  • Doppelhochzeit (William Powell, MGM 1938)
  • Die Eiskönigin (Don Ameche, Fox, 1938)
  • Saratoga (Clark Gable, MGM, 1938)
  • Chicago (Don Ameche, Fox, 1938)
  • Schiffbruch der Seelen (Gary Cooper, Paramount, 1938)
  • Geheimnisvolle Passagiere (Jack Oakie, Paramount, 1938)
  • Ehrenlegion (Charles Vanel, Lüdtke & Rohnstein, 1938)
  • Shirley auf Welle 303 (Randolph Scott, Fox, 1938)
  • Frauenehre (Robert Taylor, MGM, 1938)
  • Tarantella (Douglass Dumbrille, MGM, 1938)
  • Entführt (Warner Baxter, Fox, 1938)
  • Drei Frauen um Verdi (Fosco Giachetti, Lüdtke & Rohnstein, 1938)
  • Über die Grenze entkommen (Randolph Scott, Paramount, 1939)
  • König der Vagabunden (Ronald Colman, Paramount, 1939)
  • Abenteuer in China (Clark Gable, MGM, 1939)
  • Die Zitadelle (?, MGM, 1939 – von der Kontingentstelle verboten, keine Aufführung )
  • Rivalin der Zarin (Pierre Richard-Willm, Lüdtke & Rohnstein, 1939)
  • Überfall im Chinesenviertel (Akim Tamiroff oder  J. Carrol Naish, Paramount, 1939)
  • Scotland Yard erlässt Haftbefehl (Reginald Denny?, Paramount, 1939)
  • Die goldene Peitsche (Douglass Dumbrille, Fox, 1939)
  • Irrwege der Liebe (Ian Hunter, MGM, 1940)
  • Hinter Haremsgittern (Manuel Luna, Hispano-Film, 1940)

 


Siegfried Schürenberg und Willy Birgel in „Zu neuen Ufern“ (1937)

 

 

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