Chicago (USA 1937 – DF 1938)

Österreichische und deutsche Werbung (1938)

Chicago
Originaltitel: In Old Chicago
Produktion: Darryl F. Zanuck für 20th Cent. Fox, USA, 1937
Regie: Henry King
Deutsche Fassung: Deutsche Fox, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack (?)
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Synchronisiert im April/Mai 1938
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 11.07.1938 – Berliner EA: 25.10.1938

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Dion O’Leary         – Tyrone Power             – Harry Giese
Belle Fawcett         – Alice Faye                    – ?
Jack O’Leary          – Don Ameche               – Siegfried Schürenberg
Molly O’Leary       – Alice Brady                 – ?

Inhalt:

1854. Der zwielichtige Dion O’Leary betreibt in Chicago eine verrufene Spielhölle. Sein Bruder Jack dagegen ist ein angesehener Rechtsanwalt. Dion verliebt sich in die Sängerin Belle. Unter ihrem Einfluss versucht er ein besserer Mensch zu werden. Er hilft seinem Bruder Jack sogar, Bürgermeister zu werden. Da bricht ein Brand in Chicago aus. Jack kommt dabei ums Leben, Dion und Belle gestehen sich ihrer Liebe und wollen Chicago neu aufbauen.

Anmerkungen:

Nach dem großen MGM-Erfolgsfilm „San Franzisko“ (1936) versuchten auch andere Produktionsfirmen, sich an den Erfolg anzuhängen. Darryl F. Zanuck produzierte für die Fox „In Old Chicago“, der von dem großen Brand in Chicago handelt. Dafür wollte er von MGM Clark Gable und Jean Harlow ausleihen- der frühe Tod von Jean Harlow verhinderte dies jedoch. Die weibliche Hauptrolle übernahm Alice Faye, die männliche Hauptrolle der junge Fox-Star Tyrone Power. Ähnlichkeiten zu „San Franzisko“ sind unverkennbar. Der Film wurde ein großer Erfolg, auch in Deutschland.
Über die deutsche Fassung ist leider nur wenig bekannt, die deutsche Filmversion muss als verschollen gelten. Harry Giese sprach in mehreren Filmen für Tyrone Power (Café Metropol, Der Liebesreporter, Suez) und auch Siegfried Schürenberg war mehrfach auf Don Ameche zu hören (Der Liebesreporter, Die Eiskönigin). Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Prestigeproduktion in der deutschen Fassung vom Team Reinhard W. Noack (Regie) und Richard Busch (Text) bearbeitet wurde.

US-Trailer

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Der Lausbub aus Amerika (GB/USA 1938 – DF 1938)

A-Yank-at-Oxford-1938US-Filmplakat

Der Lausbub aus Amerika
Originaltitel: A Yank at Oxford
Produktion: MGM, GB/USA, 1938
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM
Deutsche Erstaufführung: 26.09.1938, Berlin, Marmorhaus

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lee Sheridan            – Robert Taylor          – Gustav Knuth
Dan Sheridan           – Lionel Barrymore    – Erich Ponto
Molly Beaumont      – Maureen O’SullivanRuth Hellberg
Elsa Craddock         –  Vivien Leigh              – Hilde Sessak
Dekan Cardinal College- Edmund GwennIngolf Kuntze
Paul Beaumont       – Griffith Jones             – Will Quadflieg
Dean Snodgrass      – C.V. France                 – Franz Weber
Scatters                     – Edward Rigby            – Wolf Trutz
Cecil Davidson        – Morton Selten            – Philipp Manning
Dekan Williams      – Walter Kingsford      – Ernst Stahl-Nachbaur
Wavertree               – Robert Coote               – Kurt Meisel
Ramsey                    – Peter Croft                   – Clemens Hasse
Cpt. Wavertree       – Edmund Breon           – Will Dohm

Inhalt:
Der Amerikaner Lee Sheridan tritt ein Stipendium in Oxford an. Er stößt bei seinen Kommilitonen auf Ablehnung, sie mögen den arroganten Amerikaner nicht. Doch nach und nach erfreut er sich immer mehr Beliebtheit- und gewinnt das Herz der hübschen Molly.

Anmerkungen:
Mitte der 1930er Jahre verfügte die britische Regierung ein Kontingent für ausländische Filme. MGM produzierte daraufhin eine Reihe von Filmen in Großbritannien, um seinen Absatzmarkt dort zu erhalten.
Ein Remake auf ihre Art drehten Laurel & Hardy 1940 mit „A Chump at Oxford“ (dt. „Dick und Doof als Studenten“/“Wissen ist Macht“).
Ruth Hellberg sprach mehrfach für Maureen O’Sullivan: „David Copperfield“, „Anna Karenina“, „Skandal auf der Rennbahn“ [im Dt. Reich verboten] und eben „Der Lausbub aus Amerika“.

Gustav Knuth und Ruth Hellberg:

 

 

Unsterbliche Liebe (SF 1940-DF 1944)

Unsterbliche Liebe 1940-43
finnisches Filmplakat

Unsterbliche Liebe
Originaltitel: Jumalan myrsky
Produktion: Suomi Filmi, Helsinki, Finnland, 1940
Regie: Valentin Vaala
Deutsche Fassung: Atlas-Film, Emil Unfried, Berlin
Dialogregie: Bruno Hartwich
Dialogbuch: Bruno Hartwich, Paul Mochmann
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih: Siegel-Monopolfilm, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 20.07.1944

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hanna Niskala         – Irma Seikkula   – Käthe Dyckhoff
Kilian Melker           – Olavi Reimas     – Erich Schellow
Joakim Melker         – Simo Osa            – Walter Werner
Erika Melker            – Sylvi Palo           – Erika Ruth Göttingen
Elisa Karhelin          – Kaija Rahola     – Eva Krauss
Ebba Franke            – Kirsti Hurme     – Ingeborg Egholm

Inhalt:

Kilian ist der Erbe eines Handelshauses in Finnland. Doch das Unternehmen gerät in finanzielle Schwierigkeiten. Um die Firma zu retten, heiratet Kilian die reiche Elisa- und lässt seine große Liebe Hanna im Stich…

Anmerkungen:

1944 wurde nicht nur die Kriegslage im Deutschen Reich kritisch- auch auf dem Gebiet der Unterhaltung wurde es immer schwieriger. Italien, das einen großen Teil der ausländischen Filme in Deutschland stellte, war Mitte 1943 als Bundesgenosse und „Filmlieferant“ ausgefallen. 1944 kamen dann auch (ältere) finnische Filme in Deutschland zum Einsatz. Natürlich konnten diese wenigen Streifen die Verluste der italienischen (und vor allem natürlich der US-Filme seit 1940) bei weitem nicht ausgleichen.
Käthe Dyckhoff, die hier die Hauptrolle spricht, wurde 1943 durch den Wolfgang-Staudte-Film „Akrobat sch-ö-ö-ön“ bekannt. Danach war sie in „Immensee“ (1943) oder „Familie Buchholz“(1944) zu sehen. Nach dem zweiten Weltkrieg wirkte sie nur noch einmal in einem Kinofilm mit.
Für den berühmten Theaterschauspieler Erich Schellow dürfte dieser Film eine der ersten Synchronrollen gewesen sein.

 

Kinder vor der Ehe (F 1941 – DF 1942)

kinder vor der ehe
franz. Filmplakat

Kinder vor der Ehe
Originaltitel: Péchés de Jeunesse
Produktion: Continental, Paris, F (D), 1941
Regie: Maurice Tourneur
Deutsche Fassung: Continental Film, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western Electric
Deutscher Verleih: DFV – Deutsche Filmvertriebs GmbH (?)
Deutsche Erstaufführung: 1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lacalade         –  Harry Baur                 – Ernst Legal
Dr. Pelletan    –  Guillaume de Sax      – Hans Eick
Ed. Vacheron – Fred Pasquali              – Heinz Herkommer
Gaston Noblet – Pierre Bertin              – H.J. Schölermann
Frédéric           – Jean Buquet                – Viktor Ruff
Maitre d’Hotel – Jacques Varennes     – Walter Klam
Emma Vacheron – Marguerite DucouretLilli Schönborn
Louise Noblet   – Suzanne Dantes         – Ilse Abel
Miß Florence    – Monique Joyce           – Ursula Krieg
Madeleine         – Lisa Delamare            – Elisabeth Lennartz
Mlle Archimbaud – Marcelle MonthillLilli Schönborn
Jeanne Noblet    – Rexianne                    – Fanny Cotta
Marthe Noblet   – Clary Monthal           – Annegret Riffel
Henriette Noblet – Jeanne Fusier-Gir  –  Inge Bartsch
Gabrielle             – Yvette Chauviere     – Erika Raffael
Chiromancienne – Carmen de Raisy     – Lilli Schönborn
Fernand Noblet   – Georges Chamarat   – Paul Walther

Inhalt:

Der alte Lacalade ist einsam. Also macht er sich auf die Suche nach seinen unehelichen Söhnen, die er mit vier Frauen hatte. Der erste Sohn ist ein eingebildeter Langweiler, von dem der alten Mann abgestoßen ist. Der zweite Sohn ist ein talentierter Musiker, der liebevoll von der Mutter und dem Stiefvater aufgezogen wurde- Lacalade ist bewusst, das er hier fehl am Platze ist. Sohn Nummer drei ist überhaupt nicht sein Sohn- denn dessen Mutter hatte damals gleich zwölf Liebhaber…Lacalades letzte Liebhaberin, Madeleine, wurde seinerzeit von der Familie verstoßen. So kümmerte sie sich um eine Gruppe Waisenkinder, unter denen auch Lacalades Sohn ist. Aber Madeleine will nicht verraten, wer denn der Sohn ist…

Anmerkungen:

Eine weitere Produktion der Continental Film in Paris. Ernst Legal sprach Harry Baur auch in „Mord am Weihnachtsabend“. Von diesem Film, dessen genauer Starttermin in Deutschland nicht bekannt ist, ist eine sehr großes Synchronbesetzung überliefert. Es fällt auf, das Lilli Schönborn gleich in drei Rollen zu hören ist.

Ich lebe mein Leben (USA 1935 – DF 1936)

Ich lebe mein Leben
Originaltitel: I Live my Life
Dt. TV-Titel: Wo die Liebe hinfällt 
Produktion:
MGM, USA, 1935
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM
Deutsche Erstaufführung: 21.12.1936, Berlin, Marmorhaus (OmU)
Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Kay Bentley        – Joan Crawford      – Lu Säuberlich
Terry O’Neill      – Brian Aherne        – Harry Frank
G.P. Bentley        – Frank Morgan      – C.W. Burg

Inhalt:

Kay Bentley, Tochter des vermögenden G.P. Bentley, macht Urlaub in Griechenland. Dort verliebt sie sich in den Archäologen Terry. Kay verschweigt ihren Reichtum, gibt sich als Sekretärin des Vaters aus. Terry und Kay verloben sich. Zu Hause gerät G. P. Bentley in finanzielle Schwierigkeiten, doch sein zukünftiger Schwiegersohn kann nicht helfen- er ist leider arm. Helfen kann dagegen eine reiche Tante. Die macht aber zur Bedingung, dass Terry einen Führungsposten übernimmt. Und somit löst sich alles in Wohlgefallen auf.

Anmerkungen:

Joan Crawford wird hier erstmals von Lu Säuberlich (1911-1976) synchronisiert. Vermutlich war das auch Lu Säuberlichs allererste Synchronarbeit. In den 1930er Jahren sprach Lu Säuberlich gelegentlich synchron, vor allem für Joan Crawford und Eleanor Powell. In der Regel kam sie damals auf 3 bis 4 Einsätze jährlich, 1939 war es sogar nur ein Film („Südsee-Nächte“, Eleanor Powell). Ab 1941 war sie dann öfter im Synchronatelier tätig.

Filmausschnitt (Originalfassung)

Polizeiinspektor Vargas (I/ESP 1940 – DF 1941)

Polizeiinspektor Vargas
spanisches Filmplakat

Polizeiinspektor Vargas
Originaltitel: L’inspettore Vargas
Produktion: Soranta, Icar, I/ESP, 1940
Regie: Gianni Franciolini (Italienische Version), Félix Aguilera (spanische Version)
Deutsche Fassung: Synchronabteilung der Hispano Film, Berlin (Tonaufnahmen: September 1941)
Dialogregie: Bruno Hartwich
Dialogbuch: Bruno Hartwich, Paul Mochmann, Harry Frank
Tonschnitt: Bruno Hartwich
Tonsystem:
Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Regionalverleihe, u.a. Fritz Knevels Filmverleih
Deutsche Erstaufführung: 19.01.1942
Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Inspektor Vargas           – Giulio Donadio            – C.W. Burg
Clotilde Drove                – Olga Solbelli                 – Hanne Fey
Irene                                – Mariella Lotti               – Lilo Müller
René, Mann mit der Narbe – Lauro Gazzolo      – Heinz Herkommer
Dr. Casado-Roulis            – Luis Hurtado              – Harry Giese
Jacques Girard                – Massimo Serato          – Horst Fleck
Santiago                           – Miguel de Castillo       – Josef Dahmen
Donald                              – Armando Migliari      – Oskar Höcker
Helma                               – Maria Domiani           – Dolly Raphael
Kommissar Pacal           – Fernando Aguirre      – Helmut Passarge
Untersuchungsrichter  – Nicola Perchicot          – Walter Schramm

weiterer Synchronsprecher: Harry Frank

Inhalt:

Inspektor Vargas bearbeitet eine Einbruchsserie, hinter der ein Gentleman-Gangster steckt. Bei den Ermittlungen stößt er auf einen Mordfall. In Verdacht: seine ehemalige Frau Clotilde…

Anmerkungen:

Nicht übermäßig spannende spanisch-italienische Coproduktion, in zwei Sprachversionen gedreht. Interessant, dass man für die deutsche Fassung gleich drei Dialogbuchautoren verpflichtete. Die Hauptrolle wird in der deutschen Fassung von C.W. Burg (eigentlich: Carl Wilhelm Grube, 1885-1957) gesprochen. Burg gehörte zu den meistbeschäftigten Synchronsprechern vor 1945. Dabei war er auch als Dialogbuchautor und Regisseur tätig. Auch nach dem 2. Weltkrieg war er -vor allem als Regisseur und Autor- in der Synchronisation vielbeschäftigt. Als Sprecher u.a. in „Ladykillers“ (1955) zu hören.

Sehnsucht (ESP/D 1939 – DF 1940)

sehnsucht3Werbeanzeige für „Sehnsucht“

Sehnsucht
Originaltitel: Suspiros de Espana
Produktion: Hispano Filmproduktion, Berlin/Madrid, D/ESP, 1939
Regie: Benito Perojo
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch:?
Tonsystem: Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: ?
Deutsche Erstaufführung: Februar 1941
Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lola (OF: Sole)          – Estrellita Castro              – Ursula Grabley
Carlos                         – Roberto Rey                    – Harry Giese
Relampago                – Miguela Ligero              – Alfred Haase
Dolores                       – Concha Catala               – Lilli Schönborn
Freddy Pinto             – Alberto Romea              – Hans J. Schölermann
Hotelportier              – Fortunato Garcia          – Hanns Eggerth
Theaterdirektor       – Pedro Fernandez CuencaHerbert Gernot

Inhalt:

Relampago schickt ein Foto seiner Nichte Lola ohne deren Wissen zu einem Fotowettbewerb auf Kuba. Lola gewinnt den Preis. Carlos soll die Dame – nur mit dem Wettbewerbsfoto ausgestattet- in Spanien suchen. Durch Zufall gerät er an Lolas Onkel Relampago. Alles scheint gut zu sein- doch Lola reist nicht allein nach Kuba- Onkel und Mutter wollen auch mit…

Anmerkungen:

Musikalische Komödie, die spanischen Gesänge wurden in der deutschen Fassung im Original belassen. Der Film wurde 1939 in den UFA-Studios Babelsberg gedreht (Atelieraufnahmen), mit hauptsächlich deutscher Aufnahmecrew. So stand Georg Bruckbauer an der Kamera, die Co-Regie hatte Willy Zeyn. Der Film lief am 16.10.1939 in Spanien an. In Deutschland hatte die deutsche Fassung erst im Februar 1941 seine Premiere. Diese deutsche Fassung wurde von Lüdtke & Rohnstein in Berlin hergestellt- weshalb ich vermute, das die Synchronabteilung der Hispano im Herbst/Winter 1940 noch nicht bestand.

Die Hispano Filmproduktion und Synchronisation

1936 wurde in Berlin die Hispano Filmproduktion unter Beteiligung der spanischen Produktionsfirmen CIFESA und UFILMS gegründet. Geleitet wurde sie von Johann W. Ther. Neben (Propaganda-) Dokumentarfilmen war auch angedacht, Unterhaltungsfilme für den deutschen und spanischen Markt herzustellen. Nachdem 1936/37 der Dokumentarfilm „Geißel der Welt/ Kampf in Spanien“ in die Kinos kam (Teile dieses Films kamen dann auch im Dokumentarfilm „Helden in Spanien“ [1938] vor) sollte 1938 eine „Carmen“-Adaption unter dem Titel „Andalusische Nächte“ in Berlin gedreht werden. Für die Hauptrolle hatten Hitler und Goebbels die spanische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Imperio Argentina (1910-2006) angedacht, eine glühende Franco-Verehrerin. Der Film sollte bei der UFA gedreht und von ihr auch produziert werden. Doch die UFA zeigte wenig Interesse an der Dame aus Spanien- worüber Goebbels verärgert war. Doch auch die Schauspielerin selbst erregte das Missfallen des Ministers. In seinem Tagebuch schrieb er: „…die Dame lernt kein Deutsch“. Der Film entstand dann dennoch: in einer deutschen und einer spanischen Sprachversion. Imperio Argentina drehte danach noch einen weiteren Film in Berlin: „La Cancion de Aixa/ Hinter Haremsgittern“, der aber nur auf spanisch gedreht wurde und Im Sommer 1940 in Synchronfassung in Deutschland gezeigt wurden. Danach entschwand Frau Argentina Richtung Paris. Zwei weitere Musikfilme entstanden mit der Sängerin Estrelita Castro: „Der Barbier von Sevilla“ und „Sehnsucht“, die beide synchronisiert in Deutschland anliefen. 1941 gründete man dann die „Synchronabteilung der Hispano-Film Produktion Berlin“, bei der einige Filme eingedeutscht wurden. Allerdings stellte man wohl auch Synchronfassungen in anderen Sprachen her. Die Hispano Film besteht auch noch nach dem 2. Weltkrieg, tritt aber nicht mehr in Erscheinung. Sie wird 1956 nach Wiesbaden verlegt, ein Jahr später dann liquidiert.

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spanisches Filmplakat zu „Suspiros de Espana“ der in Deutschland „Sehnsucht“ hieß

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Vorspann zu „La Cancio de Aixa“, in Deutschland „Hinter Haremsgittern“

Seekadetten (USA 1937 – DF 1938/39)

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MGM Werbung

Seekadetten
Originaltitel: Navy, Blue and Gold
Produktion: MGM, USA 1937
Regie: Sam Wood
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Karl Heinz Stroux, Otmar von Ecker
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 10.02.1939

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Roger „Rog“ Ash           – Robert Young              – Hannsgeorg Laubenthal
John „Truck“ Cross      – James Stewart             – Kurt Meisel
Patricia „Pat“ Gates     – Florence Rice              – ?
Richard „Dick“ Gates  – Tom Brown                  – Hans Quest
Cpt. „Skinny“ Daves    – Lionel Barrymore        – Erich Ponto
Tommy Milton             – Paul Kelly                     – Wilhelm Borchert
Diener Graves              – Barnett Parker            – Hubert von Meyerinck
Weeks                            – Frank Albertson         – Clemens Hasse
Alyce Gates                   – Billie Burke                  – Eva Maria Brock
Richard Gates sr.         – Samuel S. Hinds          – Fritz Odemar
Lt. North                        – Donald Douglas          – Paul Klinger
Football Trainer Southern Uni – Pat FlahertyJosef Dahmen
Harnet                            – Ted Pearson                – Erich Fiedler
Mason                            – Don „Red“ Barry         – Clemens Hasse
Kommentator #1         – John Hiestad                – Josef Dahmen
Kommentator #2         – Tom Hanlon                 – Paul Dahlke
Heizer                            – Jack Pennick                – Franz Nicklisch
Zuschauer                     – Cyril Ring                     – Wilfried Seyferth
Kapitän                          – Wilfred Lucas             – C.W. Burg

weitere Synchronrolle: Walter Bluhm (Marinesoldat)

Inhalt:

Der Student Ash, der Marinesoldat Cross und der reiche Dick Gates bekommen ein Stipendium für die Marineuniversität. Das Football-As Roger Ash. der sich für unwiderstehlich hält, muss bittere Erfahrungen machen. John Cross versucht seinen Vater zu rehabilitieren, der vor Jahren aus der Marine ausgeschlossen wurde. Und Gates wird zu einem guten Marinekameraden.

Anmerkungen:

Über Otmar von Ecker, den Co-Regisseur der deutschen Fassung neben Karl-Heinz Stroux, ist leider nur wenig bekannt. Er wurde am 25. Februar 1904 geboren und war der Neffe des berühmten Sängers Richard Tauber. Als Kind war er schon beim Wiener Burgtheater engagiert, eine Tournee führte ihn 1929 in die Tschechoslowakei. Die deutsche MGM Synchronabteilung beschäftigte ihn Ende der 1930er Jahre als Dialogregisseur (u.a. „Rose-Marie“, „Südsee-Nächte“, beide 1939). Über seinen weiteren Lebensweg ist bislang nichts bekannt.

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Die deutschen Stimmen der drei männlichen Hauptdarsteller: Hannsgeorg Laubenthal, Kurt Meisel und Hans Quest

Gekrönte Liebe (I 1941-DF 1943)

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Gekrönte Liebe
Originaltitel: Amore Imperiale
Produktion: Titanus Film, Rom, Italien, 1941
Regie: Alexandre Volkoff
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Reinhard W. Noack
Synchronaufnahmen im Februar 1943, aufgenommen im Tobis-Synchronstudio, Sellerstr., Berlin
Tonsystem:  Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DIFU-Deutsch-Italienische Film-Union, Berlin
Deutsche Erstaufführung: Frühjahr 1943

Rolle- Darsteller– Deutsche Stimme:

Elena Maria (OF: Elisabeth)         – Luisa FeridaGerda Maria Terno
Danilo (OF: Alessio Romowski)   – Claudio GoraHannsgeorg Laubenthal
Nadeschda (OF: Naritschkina)     – Laura NucciLu Säuberlich
Premierminister Brassel (OF: Biron)  – Lamberto PicassoWolf Trutz
Königin Anka Irina (OF: Anna)     – Olga V. GentilliGertrud Spalke
Graf Valescu (OF: Vassili)               – Ennio Cerlesi Hanns Eggerth
Oberst Marko                                    – Nino MarchesiniHerbert Gernot
Ileana                                                  – Franca BelliIrmingard Schreiter

Inhalt:

Die junge Prinzessin Elena Maria gerät in eine Intrige des Premierministers Brassel. Doch Hilfe bekommt die junge Prinzessin von Offizier Danilo.

Anmerkungen:

Im italienischen Original spielt die Handlung im zaristischen Rußland. Doch da das Deutsche Reich seit Juni 1941 im Krieg mit der Sowjetunion war, verlegte man in der deutschen Fassung die Handlung in ein anderes Land. Gerda Maria Terno (1909-1995), deutsche Stimme der Hauptdarstellerin Luisa Ferida, begann ihre Theaterkarriere 1929 am Stadttheater Osnabrück. Nach Stationen in Aachen und Köln kam sie 1937 nach Berlin. Erste Filmrollen folgten 1938/39. In Der Florentiner Hut und Paradies der Junggesellen stand sie mit Hauptdarsteller Heinz Rühmann vor der Kamera. Sie sprach auch nach dem Krieg bis Mitte der 1950er Jahre synchron, u.a. für Deborah Kerr oder Janet Leigh.