Das unheimliche Haus (F 1941 – DF 1943)

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Das unheimliche Haus
Originaltitel: Les Inconnus dans la Maison
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 10.06.1943, Berlin (Atrium; UT Friedrichsstraße)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hector Loursat                   –  Raimu                                    Alfred Haase
Nicole Loursat                    – Juliette Faber                       Sabine Peters
Gérard Rogissart                – Jacques Baumier                 Paul Walther
Emile Manu                         – André Reybaz                       Eduard Wesener
Edmond Dossin                  – Marc Doelnitz                       Hugo Schrader
Marcel Destivaux               – Jacques Denoél                    Heinz Herkommer
Luska                                     – Marcel Mouloudji                Carl Balhaus
Marthe Dossin                    – Tania Fédor                           Annegret Riffel
Gerichtspräsident              – Jacques Grétillat                  Siegfried Niemann
Erzähler                                 – (Pierre Fresnay)                   – Rudolf Platte

Inhalt:

Strafverteidiger Loursat lebt in einer kleinen Provinzstadt zurückgezogen in seiner Villa.Nicole, seine Tochter, gehört zu einer Bande Jugendlicher, die aus Langeweile Diebstähle begehen. Dann passiert ein Mord- ein Junge aus der Bande wird der Tat beschuldigt. Loursat übernimmt dessen Verteidigung. Dafür entsagt er sogar dem Alkohol. Es gelingt ihm, den wahren Täter zu überführen.

Anmerkungen:

In der französischen Fassung trägt der Film deutlich antisemitische Züge, die in der deutschen Synchronisation -erstaunlicherweise für die damalige Zeit- abgemildert wurden.
Die weibliche Hauptrolle wurde in der deutschen Fassung von Sabine Peters (1912-1982) gesprochen. Sabine Peters war von 1932 bis 1944 regelmäßig in Kinoproduktionen zu sehen (Ein Schloss in Flandern, 1936; Die vier Gesellen, 1938 oder Friedemann Bach, 1941). Nach dem Krieg spielte sie nur noch in zwei Kinofilmen, beide 1949 gedreht, mit. Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Willi Domgraf-Fassbaender (1897-1978), der selbst gelegentlich synchronisierte.

 

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Sie waren Sechs! (F 1941 – DF 1942)

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franz. Filmplakat

Sie waren Sechs!
Originaltitel: Le Dernier de Six
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Georges Lacombe
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Hans Conradi
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH (?)
Deutsche Erstaufführung: 1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Kommissar Wens       – Pierre Fresnay         Wolfgang Staudte
Lolita                              – Michéle Alfa             Hanne Fey
Senterre                         – André Luguet           Werner Pledath
Mila Malou                    – Suzy Delair               Irene Hübner
Tignol                              – Jean Tissier              Paul Walther
Perlonjour                      – Jean Chevrier           Siegfried Niemann
Gernicot                          – Lucien Nat                Heinz Herkommer
Gribbe                              – Georges Rollin        Horst Fleck
Namotte                          – Raymond Segard   Georg Eilert

Inhalt:

Sechs Freunde, allesamt stellenlos, machen einen großen Glücksspielgewinn. Das Geld soll als Startkapital dienen, nach fünf Jahren die damit erzielten Gewinne ebenfalls geteilt werden. Nach fünf Jahren treffen sich die Freunde wieder, um das Geld gerecht zu teilen- doch dann fällt einer nach dem anderen einem Mörder zum Opfer. Ein schwerer Fall für Kommissar Wens, dem seine kapriziöse Freundin Mila ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet…

Anmerkungen:

Die weibliche Hauptrolle, gespielt von Michéle Alfa, wird von Johanna „Hanne“ Fey gesprochen. Über Hanne Fey (1907-1957) ist nur wenig bekannt. Sie spielte in den Filmen „Hochzeit auf Bärenhof“ (1941), „Wir machen Musik“ (1942), „Damals“ (1943) und 1954 in „Gefangene der Liebe“ mit.

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Hanne Fey in „Wir machen Musik“

 

Mord am Weihnachtsabend (F 1941-DF 1942)

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franz. Filmplakat

Mord am Weihnachtsabend
weiterer dt. Titel: Mord am Weihnachtsmann
Originaltitel:
 L’Assassinat du Père Noel
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Christian-Jacque
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH (?)
Deutsche Erstaufführung: 1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Gaspard Cornusse                  – Harry Baur                     Ernst Legal
Catherine Cornusse               – Renée Faure                   – ?
Michel                                        – Marie-Hélène Dasté    – ?
Roland de la Faille                  – Raymond Rouleau        – Werner Pledath
Léon Villard                              – Robert Le Vigan            Wolfgang Staudte

Inhalt:

Jedes Jahr zum Heiligen Abend verkleidet sich der alte Globushersteller Gaspard Cornusse als Weihnachtsmann und beschenkt die Kinder des Ortes. Bei seinem Gang durch die Stadt wird Cornusse getötet. Der Verdacht fällt auf den undurchsichtigen Baron Roland, der sich in Cornusse‘ Tochter Catherine verliebt hat…

Anmerkungen:

Dies war der erste Continental-Film, der in Produktion ging. Harry Baurs deutsche Stimme ist in diesem Film Ernst Legal (1881-1955). Legal spielte zunächst auf verschiedenen hessischen Bühnen (Wiesbaden, Darmstadt, Kassel), ab 1931 in Berlin. Seinen ersten Film drehte er schon 1920, aber bekannter wurde er als markanter Nebendarsteller ab Mitte der 1930er Jahre. Nach dem Krieg engagierte sich Legal stark im Kulturleben der Ostzone bzw. DDR. Als ab 1950 seine Arbeitsbedingungen als Regisseur, Mitglied des Kulturbundes der DDR und vor allem Intendant der Deutschen Staatsoper immer schwieriger wurden, gab er 1952 zermürbt seine Ämter auf. Danach spielte er noch einige Nebenrollen in westdeutschen Kinoproduktionen.

Mord am Weihnachtsabend- Filmausschnitt (Deutsche Fassung)

Ihr erstes Rendezvous (F 1941/ DF 1942)

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deutsches Filmplakat

Ihr erstes Rendezvous
Originaltitel: Premier Rendez-Vous
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: 
Deutsche Erstaufführung:  20.03.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Micheline Chevassu – Danielle Darrieux   – Dialoge: Irmingard Schreiter
……………………………………………………………… – Gesang: Danielle Darrieux
Nicolas Rougemont         – Fernand Ledoux       Werner Pledath
Pierre Rougemont            – Louis Jourdan           Carl Balhaus
Roland                                  – Jean Tissier               Paul Walther
Angèle                                  – Rosine Luguet          Irene Hübner
Leiterin Mädchenheim   – Gabrielle Dorziat     Lilli Schönborn
Frl. Christophine              – Suzanne Dehelly      Gerti Ober
Max de Vatremont            – Jean Parédès             Heinz Herkommer
Chaveau-Laplace              – Daniel Gélin              Horst Fleck
Jean de Vaugelas               – Georges Marchal      Wolfgang Staudte
Schuldirektor                     – Georges Mauloy         Georg Eilert

Inhalt:

Micheline ist Zögling in einem Waisenhaus. Heimlich antwortet sie auf eine Zeitungsannonce. Ihr Briefpartner entpuppt sich als der nicht mehr ganz so junge Nicolas, seines Zeichens Lehrer. Micheline flüchtet aus dem Waisenhaus und findet Unterschlupf bei Nicolas. Dort lernt sie seinen Neffen Pierre kennen- und verliebt sich in ihn. Doch bevor Micheline und Pierre zusammenkommen müssen die beiden einige Schwierigkeiten überwinden.

Anmerkungen:

Eine hübsche, sympathische Liebesgeschichte. Danielle Darrieux synchronisierte das Lied „Le Premier Rendez-Vous“ selbst. Ihre Dialoge wurden gesprochen von Irmingard Schreiter (1919-2014). Irmingard Schreiter hatte eine kurze Karriere beim deutschen Film: 1937 spielte sie in dem Liebesfilm „“Liebe kann lügen“ mit. 1943 spielte sie in „Familie Buchholz“ und deren Fortsetzung „Neigungsehe“. Nach dem Krieg spielte sie in keiner Filmproduktion mehr mit. Louis Jourdan (1921-2015) stand damals noch am Anfang seiner Filmkarriere, die ihn bis zum Bond-Bösewicht in „Octopussy“ führte. Sein deutscher Sprecher war hier Carl Balhaus (1905-1968). Carl Balhaus (auch: Ballhaus) filmte seit 1926; u.a. war er als Schüler in „Der blaue Engel“ (1930) zu sehen. Als aktives Gewerkschaftsmitglied bekam er während der Nazi-Herrschaft nur kleinere Rollen beim Film. Nach dem Krieg lebte Balhaus in der Ostzone bzw. DDR, wo er bis zu seinem Tode Intendant des Landestheaters in Eisenach war. Gelegentlich wirkte er in DEFA-Filmen mit.
Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass das Tonverfahren hier nicht das in Deutschland übliche Tobis-Klangfilm-Verfahren war, sondern das US-Amerikanische Western Electric.

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„Le Premier Rendez-Vous“ gesungen von Danielle Darrieux (franz. Version)

 

Die Schlacht am blauen Berge (USA 1930/ DF 1936)

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US-Filmplakat

Die Schlacht am blauen Berge (Die Indianer kommen!)
Originaltitel: The Indians are Coming!
Produktion: Universal, USA, 1930
Regie: Henry McRae
Deutsche Fassung: Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co., Berlin -nach dem Rhythmographie-Verfahren
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (z.B. Märkische)
Deutsche Erstaufführung:  Frühjahr 1936
Im Original 12-teiliges Serial (zu jew. 2 Akten) – deutsche Fassung gekürzt zu einer einteiligen Fassung (8 Akte)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jack Manning              – Tim McCoy                           Kurt Werther
Mary Woods                – Allene Ray                             Dolly Raphael
Bill Williams               – Edmund Cobb                      Wolfgang Staudte
George Woods/Tom Woods – Francis Ford           Erich Dunskus
Rance Carter               – Wilbur McGaugh                Bruno Tillessen
Bull McGee                  – Bud Osborne                        Oskar Höcker
Onkel Amos                – Charles Royal                       Franz Weilhammer

Inhalt:

(lt. Paimann’s Filmlisten): Einem Cowboy wird anvertrautes Gold von einem Abenteurer gestohlen, der auch die Nichte eines Goldgräbers raubt und sich mit den Indianern gegen seine Verfolger verbündet. Schließlich wird aber der Anschlag mit Hilfe des Militärs zurückgeschlagen.

Anmerkungen:

Paimann’s Filmlisten lassen kein gutes Haar an dem Western: „Eine in ihrer Konstruiertheit nicht überzeugende Handlung, welche ohne die einheitliche Linie Episoden aneinander reiht, wird durch die misslungene Nachsynchronisierung des Dialogs, der im Zeitlupentempo Nichtigkeiten und Gemeinplätze sprechen lässt, vollends gehandicapt. Bis zur Lächerlichkeit übertreibende Darsteller. Die Photographie ist recht ungleich, der Ton akzeptabel. Ein in allen Belangen überholter Film.“
Zu Beginn des Tonfilms erschienen mit „The Virginian“ (1929), „Billy the Kid“ (1930) und „Cimarron/ Pioniere des Wilden Westens“ (1931) einige bemerkenswerte Western. Dann aber war das Genre vor allem dem B-Movie, und hier speziell den Serials, vorbehalten. Serials waren mehrteilige Filme, die jeweils vor dem eigentlichen Hauptfilm gezeigt wurden. Sie waren meist Zweiakter (d.h. rund 20 Min. lang) und hatten am Ende immer einen sogenannten „Cliffhanger“: der Held gerät in eine ausweglose Situation, aus der es offensichtlich keine Rettung gibt. Im nächsten Teil gab es dann die Auflösung, wie der Held sich doch retten konnte. In Deutschland konnten sich die Serials nicht durchsetzen; die Filme wurden hier auf ein oder zwei Teile zurechtgeschnitten. „Die Schlacht am blauen Berge“ hatte bei seiner deutschen Erstaufführung Anfang 1936 schon einige Jahre hinter sich: die einzelnen Teile liefen in den USA zwischen Oktober und Dezember 1930 in den US-Kinos. Der Hauptdarsteller, Tim McCoy (1891-1978), Offizier im 1. Weltkrieg, leitete u.a. eine eigene Wildwestshow. Ab Mitte der 1920er Jahre arbeite McCoy beim Film. Ab 1929 arbeitete McCoy bei Universal, später bei Columbia, wo er eine ganze Reihe von B-Western drehte. Synchronisiert wurde McCoy in diesem Film von Kurt Werther, der sich vor allem als Dialogregisseur einen Namen machte.

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Edmund Ross, Francis Ford, Tim McCoy: Die Schlacht am blauen Berge

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Kurt Werther (dt. Stimme von Tim McCoy) mit seiner Ehefrau Viktoria von Ballasko

Und sowas nennt sich Detektiv (USA 1936 – DF 1937)

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US-Filmplakat

Und sowas nennt sich Detektiv
Originaltitel: After the Thin Man
weitere Titel: Es geschah zu Silvester (Österreich) – Nach dem dünnen Mann; Dünner Mann, 2. Fall (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1936
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Eduard Wiemuth
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonmeister: Martin Müller
Tonschnitt: Werner Jacobs
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  18.01.1938, Berlin (Marmorhaus, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Nick Charles             – William Powell              – Siegfried Schürenberg
Nora Charles            – Myrna Loy                      Erika Dannhoff
David Graham          – James Stewart               Hugo Schrader
Selma                          – Elissa Landi                    Karin Vielmetter
Dr. Kammer              – George Zucco                 Erich Ponto
Betrunkener              – Charles Amt                  Erich Fiedler
„The Kid“                   – Murray Alper                 Hans Hessling
Taxifahrer                   – Frank Otto                      Franz Weber

Der Film wurde 1969 neu synchronisiert: mit Friedrich Schönfelder (Powell), Rosemarie Fendel (Loy) und Gerhart Lippert (Stewart)

Inhalt:

Nora und Nick Charles begeben sich für eine spontane Silvesterfeier nach San Francisco. Dort werden sie in einen neuen Fall verwickelt. Noras Tante bittet die beiden, nach Noras Cousine Selmas Ehemann zu suchen, einem notorischen Frauenhelden. Der Frauenheld taucht zwar schnell wieder auf, wird jedoch kurz nach der Rückkehr erschossen. Doch das ist leider nicht die letzte Leiche…

Anmerkungen:

Hinter dem etwas umständlichen deutschen Titel (der sich auf einen Dialog am Ende des Films bezieht) verbirgt sich die US-Krimikomödie „After the Thin Man“ (1936), dem zweiten Film einer sechsteiligen Reihe. Der erste Teil „The Thin Man“ (1934) wurde 1935 von der deutschen Filmprüfstelle verboten. Teil 2 durfte dann in Deutschland laufen. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich und schwer vorstellbar stellt sich heute die Besetzung von Hugo Schrader für James Stewart dar. Karin Vielmetter war mit dem Kollegen Peter Elsholtz verheiratet, der ebenfalls in der Synchronisation beschäftigt war. Die Kinder des Ehepaares, Edith und Arne, wurden ebenfalls Schauspieler, wobei Arne Elsholtz eine der bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands werden sollte, der oft auch für Dialoge und Dialogregie zuständig war. Karin Vielmetter war nach dem Krieg auch als Dialogbuchautorin tätig. Erika Dannhoff (1909-1996), die Stimme von Myrna Loy,  wurde 1928 Schauspielerin und spielte bereits ab 1929 in Filmen mit. 1934 bis 1939 war sie an der Volksbühne Berlin und am Deutschen Theater in Berlin engagiert. 1939 wechselte ans Staatstheater München, von 1942 bis 1948 war sie in Dresden tätig. Bis 1986 war sie immer wieder in Kino- und Fernsehrollen zu sehen. In zweiter Ehe war sie mit dem Schauspielerkollegen Erik Schumann verheiratet.

Lustige Sünder (USA 1936 – DF 1937)

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Original-Filmplakat

Lustige Sünder
Originaltitel: Libeled Lady
Produktion: MGM, 1936
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Theodor Haerten
Dialogbuch: Paul Mochmann
Tonmeister: Oscar Haarbrandt
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  01.10.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Bill Chandler          – William Powell        Siegfried Schürenberg
Gladys                       – Jean Harlow              Tina Eilers
Connie Allenbury  – Myrna Loy                 – ?
Dan Haggerty          – Spencer Tracy         René Deltgen
Mr. Allenbury          – Walter Conolly       C.W. Burg
Mr. Blane                  – Charley Grapewin  Erich Ponto
Evans, Angellehrer- E. E. Clive                Hubert von Meyerinck
Ching                         – Otto Yamaoka         Wilfried Seyferth
Johnny                       – William „Billy“ BenedictHans Hessling
Scheidungsdetektiv – William Newell    Erich Fiedler
Redakteur                  – William Stack         Herbert Gernot

 

Die ARD ließ den Film Ende der 1980 Jahre neu synchronisieren: mit Ortwin Speer (Powell), Daniela Lohmeyer (Harlow), Monika Barth (Loy) und Horst Schön (Tracy).

Inhalt:

Dan Haggerty, Chefredakteur des „New York Evening Star“ ist nicht zu beneiden. Seine Redaktion hat eine erfundene Geschichte über die Millionenerbin Connie Allenbury gebracht- die Auslieferung lässt sich nicht mehr stoppen. Haggerty eilt in die Redaktion, dafür lässt er seine Braut Gladys vor dem Traualtar stehen. Doch das nützt nichts, dem Blatt steht eine fünf-Millionen-Dollar-Klage von Vater Allenbury ins Haus. Da kommt Haggerty eine Idee: sein früherer Redakteur, Bill Chandler, soll für die Zeitung die Kohlen aus dem Feuer holen: Chandler soll Haggertys Braut Gladys heiraten, um sich danach an Millionenerbin Connie heranzumachen. Sollte Connie Chandler Avancen erwidern, so wäre die Klage vom Tisch. Doch so einfach kommt es leider doch nicht: Gladys verliebt sich in ihren (Schein-) Ehemann Bill Chandler aber auch Connie verliebt sich in den charmanten Bill. Es beginnt ein wildes Durcheinander, doch am Schluss finden die „richtigen“ Paare zueinander.

Anmerkungen:

Eine der besten und erfolgreichsten Screwball-Comedies der 1930er Jahre. Eine turbulente Handlung und witzige Dialoge (in der deutschen Fassung ganz ausgezeichnet von Paul Mochmann umgesetzt) machen den Film zum Vergnügen.
Waren Siegfried Schürenberg (für William Powell) und Tina Eilers (für Jean Harlow) deren Stammsprecher in Deutschland, so galt das auch für die Kombination Spencer Tracy/ René Deltgen. Der Luxemburger Schauspieler (1909-1979) begann seine Filmkarriere mit dem Film „Das Mädchen Johanna“ (1935). Von da ab war er im deutschen Film vielbeschäftigt. Meist als Abenteurer („Kautschuk“, 1938), Zirkusartist („Die 3 Codonas“, 1940, „Zirkus Renz“, 1943), aber auch als Schurke („Achtung! Feind hört mit!“, 1940; „Anschlag auf Baku“, 1941) eingesetzt, war er einer der beliebtesten Schauspieler in Deutschland. 1945/46 wurde ihm in Luxemburg wg.  Kollaboration mit den Nazis der Prozess gemacht. Er wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe (die er nur zum Teil absitzen musste), 100.000 Francs Geldstrafe und dem Verlust der luxemburgischen Staatsangehörigkeit (die er 1952 zurückerhielt) verurteilt.  Ab 1949 wirkte er wieder im bundesdeutschen Nachkriegsfilm mit, meist als zwielichtiger Charakter. Sehr bekannt auch seine Hörspielauftritte als Detektiv „Paul Temple“. Gelegentlich synchronisierte er auch wieder, so dreimal Kirk Douglas und auch einmal Spencer Tracy („Arzt im Zwielicht“). René Deltgen erlag Anfang 1979 einem Krebsleiden.

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René Deltgen

Saratoga (USA 1937 / DF 1937/38)

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US-Filmplakat

Saratoga
Originaltitel: Saratoga
Produktion: MGM, 1937
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Synchronisiert im November/Dezember 1937
Tonsystem:
 Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  04.02.1938

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Duke Bradley                   – Clark Gable            – Siegfried Schürenberg
Carol Clayton                   – Jean Harlow           – Tina Eilers
Großvater Clayton          – Lionel BarrymoreErich Ponto
Jesse Kiffmeyer               – Frank Morgan        – Harry Liedtke
Hartley Madison             – Walter Pidgeon      – ?
Fritzi                                   – Una Merkel             – ?

Inhalt:

Mit Widerwillen nimmt Buchmacher Duke Bradley den Schuldschein seines Freundes Frank Clayton an. Während eines Pferderennens verstirbt Frank an einem Herzanfall. Dessen Tochter Carol, aus Europa heimgekehrt, verspricht Duke den Schuldschein zu vergessen. Carols Verlobter, Hartley Madison, will den Schuldschein auslösen, doch Carol will die Schuld selbst bezahlen. Carol will Duke auf den Rennen begleiten und mitarbeiten- dabei verlieben sie sich. Duke will Hartley überreden, große Summen auf Pferde zu wetten- Hartley hatte vor Jahren eine große Summe bei Duke gewonnen. Nun hat Carol das Gefühl, von Duke ausgenutzt zu werden. Sie verspricht daraufhin Hartley, ihn zu heiraten, wenn ihr Pferd das große „Saratoga-Rennen“ gewinnt. Daraufhin setzt Hartley eine große Summe auf Carols Pferd. Doch das Rennen wird -durch Zielfotoentscheid- von einem Pferd von Fritzi Kiffmeyer gewonnen, einer alten Freundin von Duke. Carol ist froh darüber, denn sie wollte nicht, dass Duke ruiniert wird. Duke und Carol finden wieder zueinander.

Anmerkungen:

Der letzte Film von Jean Harlow (1911-1937). Nachdem ca. 90% des Filmes abgedreht waren, brach Harlow am Set zusammen- sie verstarb im Krankenhaus an Nierenversagen. MGM plante zunächst, die Szenen mit Jean Harlow mit einer anderen Schauspielerin nachzudrehen. Doch dann wurden die noch fehlenden Szenen mit Mary Dees als Double (sie wurde nur von hinten gefilmt) und Paula Winslowe als Synchronstimme nachgedreht. Clark Gable war schon in 7 gemeinsamen Filmen der Partner von Harlow. Oft war auch William Powell der Partner von Jean Harlow- die beiden waren auch privat liiert. Siegfried Schürenberg und Tina Eilers, die deutschen Stimmen von Gable und Harlow, waren seit 1935 in fast allen Filmen deren Sprecher.

Filmausschnitt (US-Original)

Nachtfalter (CZE 1941 – DF 1942)

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Nachtfalter
Originaltitel: Nocni motyl
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1941
Regie: Franz (= Frantisek) Cap
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: ?
Synchronfassung hergestellt in den JOFA-Ateliers, Berlin-Johannisthal (Oktober 1942)
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (Märkische; Panorama; Schneider; Südost)
Deutsche Erstaufführung:  Februar 1943

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marta, Erzieherin           – Hanna Witt (=Hana Vitova) Ursula Grabley
Leutnant Kala                  – Svatopluk Benes                      Harry Giese
Kiki                                      – Lil Andina                                  Lotte Rausch
Oberleutnant Warga      – Gustav Nezval                          Wolfgang Lukschy
Helene, seine Frau          – Marie Glasrová                         – Lu Säuberlich
Mischa, ein Student       – Rudolf Hrusinsky                   Will Quadflieg
Martas Arbeitgeber        – Jaroslav Marvan                      C.W. Burg
seine Frau                         – Elen Halkova                            Margarete Lanner
Herr Leopold                   – Eduard Kohout                         Alfred Haase

Inhalt:

1904. Die junge Marta arbeitet als Erzieherin in einem Haushalt. Die Frau des Haushalts ist allerdings eifersüchtig auf Marta. Ihr ist die junge Frau zu hübsch und sie missgönnt ihr die-oberflächliche- Bekanntschaft zu einem Leutnant. Daraufhin verlässt Marta den Haushalt. Sie gerät in den Lebenskreis ihrer lebenslustigen Freundin Kiki. Kiki ist ein „Nachtfalter“, ein leichtsinniges junges Mädchen, die den Herren zugetan ist. Marta verliebt sich in einen jungen Offizier, doch dieser erwidert die Liebe nicht. Daraufhin verliert Marta den Halt, das Leben ist für sie sinnlos. Sie wird Sängerin in einer Tanzbar, wo auch Kiki arbeitet. Noch einmal scheint es das Schicksal gut mit ihr zu meinen; ein junger Student sucht ihre Nähe. Doch dann, in einer Neujahrsnacht, sieht sie ihre große Liebe, den Offizier wieder. Auf der Straße will der Offizier Marta in die Arme schließen- doch da wird sie von einem Schuss tödlich getroffen- abgefeuert von dem eifersüchtigen Studenten.

Anmerkungen:

Ein weiterer Film aus der Produktion der Lucernafilm in Prag. Die Hauptdarstellerin Hana Vitova, deren Name in Deutschland in „Hanna Witt“ eingedeutscht wurde, spielte auch in einigen deutschsprachigen Produktionen mit („Der zweite Schuß“, 1943; „Freunde“, 1944). Regisseur Frantisek Cap arbeitete in Deutschland unter dem Namen Franz Cap. Er drehte vor allem in den 1950er Jahren einige Filme in der Bundesrepublik („Das ewige Spiel“, 1951; „Die Spur führt nach Berlin“, 1952; „Die Geierwally“, 1956).

Filmausschnitt (Originalfassung)

Die maskierte Geliebte (CZE 1940 – DF 1942)

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tschechisches Filmplakat

Die maskierte Geliebte
Originaltitel: Maskovaná milenka
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1940
Regie: Otakar Vavra
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Baronin Lenka Rosetti      – Lida Baarova      dto.
Hauptmann Leon Costy   – Gustav Nezval    Harry Giese

weiterer Synchronsprecher: Christian Gollong

Inhalt:

Nach einer großen Enttäuschung will sich die schönen Baronin Lenka nicht mehr verlieben- da tritt ein junger Hauptmann in ihr Leben…

Anmerkungen:

Ein weiterer Film mit Lida Baarova. Auch hier spielt sie eine geheimnisvolle Schöne, die am Ende auf ihre große Liebe trifft. Die bislang herausgefundene Synchronbesetzung ist  momentan noch nicht sehr ergiebig.