Schüsse in der Wüste (I 1937 – DF 1942)

Schuesse in der Wueste

Schüsse in der Wüste
Originaltitel: Sentinelle di Bronzo
Produktion: Fono Roma, I, 1937
Regie: Romolo Marcellini
Deutsche Fassung: Wien-Film, Wien
Dialogregie: Dipl. Ing. Bernhard Kulisz
Dialogbuch: Dipl. Ing. Bernhard Kulisz
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Regionalverleihe, u.a.  Urban-Pfeiffer Filmverleih, Ring-Filmgesellschaft
Deutsche Erstaufführung: 16.09.1942

Rolle- Darsteller– Deutsche Stimme:

Hauptmann Negri        – Fosco Giachetti     – Herbert Brunar
Wachtmeister Amato  – Giovanni Grasso   – Teo Prokop
Dahabo                          – Doris Duranti         – (O-Ton)
Elmi                                – Hassan MohamedWolfgang Newerkla
Ibrahim                         – Abdullah Omer      – Heinz Grohmann
Islam                              – Mohamed Aghi AliHermann Laforet
Giama                            – Ali Ibrahim             – Adolf Goerisch

Inhalt:

Ein italienisches Wüstenfort wird von Arabern belagert. Der Film schildert den heldenhaften Kampf von Hauptmann Negri und seinen Männern.

Anmerkungen:

Dieser Film wurde schon 1937 gedreht, kam aber erst im Herbst 1942 in die deutschen Kinos. Paimann’s Filmlisten aus Wien schwärmten damals (im Geist jener Jahre): „Dieser Film empfiehlt sich vor allem durch seine Echtheit: die realistische Szenerie der Wüste und Eingeborene im Ensemble. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die ungemeine gute Synchronisation, welche neben Eingedeutschten auch, durch Fußtexte (Anmerkung: gemeint sind deutsche Untertitel) erläuterte, Dialogstellen im Idiom der Neger bringt. In der Handlung ist der tempoerfüllte Reportagestil gegenüber einer konventionellen Liebesgeschichte im Vordertreffen, auch Paoletti’s Unterhaltungsmusik wirksam. Saubere Bild- und Tontechnik.“

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Scheinwerfer im Nebel (I 1942 – DF 1942)

scheinwerfer im nebel

Scheinwerfer im Nebel
Originaltitel: Fari nella nebbia
Produktion: Fauno, Rom, I 1942
Regie: Gianni Franciolini
Deutsche Fassung: Lüdtke & Rohnstein, Berlin, hergestellt im Juni 1942, JOFA-Atelier Berlin-Johannisthal
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Reinhard W. Noack
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DiFu – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung: 25.11.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Cesare                 – Fosco Giachetti                – Wolfgang Lukschy
Anna                   – Mariella Lotti                   – Erika Goerner
Piera                   – Luisa Ferida                     – Lu Säuberlich
Carlo                   – Antonio Centa                  – Harry Giese
weiterer Synchronsprecher: Christian Gollong

Inhalt:

Der Fernfahrer Cesare hat wenig Zeit für seine Ehefrau Anna. Eines Tages verlässt Anna ihren Ehemann. Cesare will sich mit Piera trösten, doch auch diese verlässt ihn. Währenddessen ist Anna beinahe auf den zwielichtigen Carlo hereingefallen, doch sie besinnt sich und kehrt zu Cesare zurück.

Anmerkungen:

Fosco Giachetti wurde in diesem Film von Wolfgang Lukschy (1905-1983) gesprochen. Dieser begann seine Schauspielerkarriere im Jahre 1928. 1940 war er erstmals im Kinofilm zu sehen: „Friedrich Schiller- Triumpf eines Genies“. 1944 spielte er die männliche Hauptrolle in dem Marika-Rökk-Film „Die Frau meiner Träume“. Nach dem Krieg trat er häufig in Filmen auf, meist in Nebenrollen. Vor allem aber war Wolfgang Lukschy einer der meistbeschäftigten Synchronschauspieler: er synchronisierte u.a. Gary Cooper, Gregory Peck, James Mason oder Stewart Granger.

Das leuchtende Ziel (USA 1934 – DF 1935)

das leuchtende ziel

US-Filmplakat

Das leuchtende Ziel
Originaltitel: One Night of Love
Produktion: Columbia Pictures, USA 1934
Regie: Victor Schertzinger
Deutsche Fassung: Tobis-Melofilm, Berlin
Dialogregie: Kurt Bleines
Dialogbuch: Helmut Brandis, Helena von Fortenbach
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Regionalverleihe: Metropol-Filmverleih AG, Berlin (für Berlin-Osten, Norddeutschland); Fritz Stein-Filmverleih GmbH, Berlin (Mitteldeutschland); Rheinische Filmgesellschaft mbH, Köln (Rheinland-Westfalen), Leo Leibholz Tonfilmvertrieb, Frankfurt/M. (Süddeutschland)
Deutsche Erstaufführung: 08.02.1935, Berlin (Marmorhaus)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Mary Barrett           – Grace Moore             – Lillian Berley
Giulio Monteverdi  – Tullio Carminati      – Werner Pledath
Bill Houston            – Lyle Talbot                – Harry Giese
Lally                         – Mona Barrie              – Gerti Ober
Angelina                  – Jessie Ralph               – Lucie Euler
Giovanni                  – Louis Alberni            – Karl Platen
Muriel                       – Nyda Westman        – Berta Gunderloh

Inhalt:

Die junge Sängerin Mary Barrett eröffnet ihren Eltern, dass sie in Mailand Gesang studieren möchte. In Mailand angekommen, trifft sie auf Giulio Monteverdi, der ihr Talent erkennt. Die beiden kommen überein, eine rein berufliche Beziehung zu führen. Doch das ist nur der Beginn einer ganzen Reihe von Missverständnissen, zu denen auch die Sängerin Lally und der reiche Bill Houston beitragen. Doch als Mary einen Auftritt an der Metropolitan bekommt wird alles gut…

Anmerkungen:

Grace Moore (1898-1947)  war eine bekannte Opernsängerin, die ab 1930 auch filmte, wobei ihre Erfolge auf der Leinwand nur von kurzer Dauer waren. Sie ging zurück zur Metropolitan, feierte ein großes Comeback und wurde von Columbia unter Vertrag genommen. „One Night of Love/ Das leuchtende Ziel“ wurde ein Riesenerfolg und die im Umgang schwierige Moore drehte in der Folge einige erfolgreiche Filme. Sie beendete 1939 ihre Filmkarriere und unternahm danach erfolgreiche Tourneen rund um die Welt. Sie kam 1947 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Ihr Partner Tullio Carminati war Lillian Harveys Partner in „Leise kommt das Glück zu Dir“, der 1935 erschien und in dem er ebenfalls von Werner Pledath synchronisiert wurde. Beide Filme wurden übrigens vom gleichen Team (Buch: Helmut Brandis, Helena v. Fortenbach; Dialogregie: Kurt Bleines) für die deutsche Fassung bearbeitet.

Gracemoore

Grace Moore

Der letzte Alarm (USA 1934 – DF 1936)

der letzte alarm

US-Filmplakat

Der letzte Alarm
Titel Österreich: Unser tägliches Brot
Originaltitel: Our daily Bread
Produktion: Viking (King Vidor), USA 1934
Regie: King Vidor
Deutsche Fassung: Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co., Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein, Kurt Werther
Dialogbuch: dto. (?)
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonmeister: Ernst Schütz
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Regionalverleihe, u.a. Bild & Ton GmbH, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 05.08.1936, Berlin (Astor, DF)
Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Mary Sims                   – Karen Morley        – Lillian Berley
John Sims                    – Tom Keene             – Siegfried Breuer
Chris                             – John Qualen           – Bruno Fritz
Bessie (OF: Sally)        – Barbara Pepper    – Jutta Hartseil
Louis                             – Addison RichardsHerbert Gernot
Onkel Jack                   – Lloyd Ingraham       – Alfred Haase
(OF: Anthony)
Frank, Zimmermann Henry Hall             – Hanns Eggerth
Sheriff                           – Eddie Baker             – Alfred Haase

weitere Synchronrollen (ohne Zuordnung): Eduard Bornträger, Guido Goroll, Oscar Höcker, Edith Karin, Hans J. Schölermann, Franz Weilhammer

Inhalt:

USA, zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, Anfang der 1930er Jahre. Mary und John Sims sind verzweifelt: in der Stadt finden die beiden keine Arbeit mehr. Dann bekommen sie eine alte, heruntergekommene Farm geschenkt. Begeistert machen sie sich an die Arbeit. Doch schon bald zeigt sich, dass John kein Farmer ist: sie stehen vor dem Ruin. Doch dann haben sie eine Idee: zusammen mit anderen wollen sie die Farm im Kollektiv betreiben. Das geht auch eine Weile lang gut- bis ihnen Spekulanten, Hitzewellen und ein blondes Gift namens Bessie zu schaffen machen…

Anmerkungen:

King Vidor hatte Probleme, diesen Film in den USA zu produzieren; letztendlich drehte er ihn, mit Hilfe von Charles Chaplin, mit seiner eigenen Produktionsfirma, verliehen von United Artists. In den USA wurde der Streifen von der Rechten als „kommunistisches Machwerk“ verteufelt- er wurde zum Flop. In Nazi-Deutschland war es umgekehrt: hier wurde „Der letzte Alarm“ als realistisches Meisterwerk gefeiert und mit dem Prädikat „künstlerisch wertvoll“ ausgezeichnet. Propagandaminister Goebbels pries den Film in seinem Tagebuch als „…glänzend in der Darstellung“. Das NS-Blatt „Der Angriff“ schrieb in seiner Ausgabe vom 07.08.1936: „…ein erfrischender Sturzbach, der den üblichen, verheerenden Amüsierstaub mit sich fortspült.“ Lob von einer Seite also, auf die King Vidor sicherlich verzichten konnte.

Der Hauptdarsteller Tom Keene (1896-1963) trat häufig in B-Western auf. Karen Morleys (1909-2003)  Karriere endete abrupt im Jahr 1947. Sie geriet auf die berüchtigte „schwarze Liste“ des Kommunistenjägers McCarthy.

Tom Keene hat in diesem Film die Stimme von Siegfried Breuer (1906-1954). Breuer ist den meisten heute als Bösewicht in Carol Reeds Meisterwerk „Der dritte Mann“ (1949)bekannt. Dem deutschen Kinopublikum wurde er vor allem als skrupelloser Verführer Minskij in „Der Postmeister“ (1940) bekannt. Er war sechsmal verheiratet, u.a. mit den Schauspielerinnen Maria Andergast, Eva-Maria Meineke und Lia Condrus. Seine Söhne Walter Breuer (unter dem Namen „Siegfried Breuer jun.“) und Wolfgang Condrus wurden ebenfalls Schauspieler, ebenso seine Enkel Jacques und Pascal Breuer.

der letzte alarm- tom keene

Tom Keene 

Karen_Morley

Karen Morley

Cavalcade (USA 1933 – DF 1933)

cavalcade

US-Filmplakat

Cavalcade
Originaltitel: Cavalcade
Produktion: Fox Film Corporation, USA, 1933
Regie: Frank Lloyd
Deutsche Fassung: Tobis Melofilm, Berlin, für Deutsche Fox Film AG
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Aenne Görling
Tonsystem: Western Electric – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung: 21.09.1933

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jane Marryot                   – Diana Wynyard           – Ilse Lotz-Dupont
Robert Marryot               – Clive Brook                   – Arthur Schröder
Alfred Bridges                 – Herbert Mundin          – Erich Dunskus
Fanny Bridges                 – Ursula Jeans                 – Liselotte Fischer

weitere Synchronsprecher (ohne Zuordnung): Berthel Spanier, Lucie Euler, Hilde Hofer-Pittschau, Christine Grebe, Ria Ressel

Inhalt: 

Die Geschichte einer wohlhabenden Londoner Familie zwischen 1899 und 1933. Besonders werden hier der Burenkrieg 1899-1902, der Tod Königin Victorias 1901, der Untergang der Titanic 1912 und der erste Weltkrieg 1914-1918 beleuchtet.

Anmerkungen:

Die weibliche Hauptrolle wird hier von Ilse Lotz-Dupont (1898-1968) gesprochen. Sie ist die Tochter eines Journalisten und Schwester des Regisseurs Ewald André Dupont. Sie gibt 1916 in Meiningen ihr Theaterdebüt. Nach diversen Stationen ist sie von 1929 bis 1933 als Theaterschauspielerin in Berlin tätig, ist auch 1933 in einem Kurzspielfilm zu sehen. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung erhält sie von den Nazis Auftrittsverbot. Ab den 1950er Jahren ist sie für den Film tätig- als Drehbuchautorin. Sie schreibt die Drehbücher zu 30 Film- und Fernsehfilmen, u.a. „…wie einst Lili Marleen“, „Wetterleuchten um Maria“ oder „Das schwarz-weiß-rote Himmelbett“.

Die Botschaft an Garcia (USA 1936-DF 1936)

Die Botschaft an GarciaUS-Filmplakat

Die Botschaft an Garcia
Originaltitel: A Message to Garcia
Produktion: 20th Century Fox Pictures, USA, 1936
Regie: George Marshall
Deutsche Fassung: Tobis Melofilm, Berlin, für Deutsche Fox Film AG
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Tonmeister: Siegfried Schulze
Tonschnitt: Ernst König
Sprachaufnahmen im Juli 1936
Tonsystem:
 Western Electric – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  27.08.1936

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Sgt. Dory                          – Wallace Beery            – Siegfried Schürenberg
Raphaelita Maderos      – Barbara Stanwyck   Rose Böttger-Borgh
Lt. Andrew Rowan         – John Boles                  Harry Giese
Dr. Ivan Krug                  – Alan Hale                    Hanns Eggerth
Henry Piper                    – Herbert Mundin        Wolf Trutz
spanische Spionin         – Mona Barrie               Lillian Berley
General Garcia               – Enrique Acosta           Erich Dunskus
Luis Maderos                  – Juan Torena               Walter Bluhm

Inhalt:

1898. Auf Kuba kämpft der General Garcia gegen die Spanier. Die USA wollen Garcia unterstützen und senden den Leutnant Rowan mit einer wichtigen Botschaft zu Garcia. Doch die Spanier bekommen davon Wind und machen Jagd auf Rowan. Auf Kuba bekommt Rowan Unterstützung vom Ex-Soldaten Dory und der einheimischen Raphaelita Maderos. Doch Dr. Krug, der ihn im Auftrag der Spanier sucht, ist dem Trio auf den Fersen…

Anmerkungen:

Der erste Film, in dem Barbara Stanwyck eine Ausländerin spielt. Von Fox wurde damals als Sprecher von Wallace Beery ein gewisser „Christian Hartwig“ genannt- einen Synchronschauspieler diesen Namens gibt es nicht. In Unterlagen des Bundesarchivs ist hingegen Siegfried Schürenberg genannt. Tatsache ist, das Schürenberg mit Christiane Hartwig verheiratet war. Ob dieses Namenswirrwar möglicherweise auf Schürenberg selbst zurückging oder ob ein Fox-Mitarbeiter da etwas durcheinandergebracht hat- es wird sich wohl nicht mehr klären lassen…Über Barbara Stanwycks deutsche Stimme Rose (Böttger-) Borgh ist fast nicht bekannt. Sie spielte in den 1930er Jahren kleinere Rollen in deutschen Spielfilmen („Mazurka“, 1935), über ihren Lebensweg ist aber ansonsten nichts bekannt. Harry Giese sprach John Boles auch in den Shirley-Temple-Filmen „Der kleinste Rebell“ und „Lockenköpfchen“. In „Seitenwege des Lebens“ war es….Siegfried Schürenberg.

Bengasi- Das Schicksal einer Stadt (I 1942 -DF 1943)

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Bengasi- Das Schicksal einer Stadt
Originaltitel: Bengasi
Produktion: Film Bassoli, I, 1942
Regie: Augusto Genina
Deutsche Fassung: Lüdtke & Rohnstein, Berlin, hergestellt im März/April 1943
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih (geplant): DiFu – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  keine

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hauptmann Enrico Berti  – Fosco Giachetti       Paul Klinger
Carla Berti                            – Maria von TasnadyViktoria von Ballasko
Filippo Colleoni                   – Amedeo Nazzari     Carl-Heinz Schroth
Giuliana                                – Vivi Gioi                   Lu Säuberlich
Bürgermeister                     – Guido Notari           Werner Schott
Dr. Malpini                           – Leo Garavaglia       Alfred Haase
Fanny                                    – Laura Redi               Gerda Maria Terno
Antonio                                 – Fedele Gentile         Peter Mosbacher
Mutter                                   – Amelia Bissi             Margarethe Kupfer
Hauptmann Marchi            – Carlo Duse               Herbert Gernot

weitere Synchronsprecher: Christian Gollong („Funker des Geheimsenders“), Curt Ackermann („LKW-Fahrer“), Hanns Eggerth, Erich Dunskus

Inhalt:

Anfang 1941 wird die libysche Hafenstadt Bengasi von den Engländern eingenommen. Die italienischen Verteidiger, u.a. Hauptmann Berti, der dabei einen Arm verliert, müssen sich zurückziehen. Die britischen Besatzer, meist betrunken, erweisen sich als üble Besatzer. Als Berti zu seiner Familie zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein kleiner Sohn bei einem britischen Bomberangriff ums Leben gekommen ist. Inzwischen ist das deutsche Afrikakorps dem italienischen Bundesgenossen zu Hilfe gekommen. Gemeinsam befreien Deutsche und Italiener Bengasi- begeistert von der Zivilbevölkerung empfangen.

Anmerkungen:

Die oben angezeigte Werbeanzeige für „Bengasi“ erschien am 3. März 1943 in der letzten Ausgabe der „Filmwelt“ (aufgrund der Kriegslage wurden die illustrierten Zeitschriften damals eingestellt). Zu diesem Zeitpunkt begannen die Sprachaufnahmen für die deutsche Synchronfassung. Als diese beendet waren und der Film dann in die Kinos kommen sollte, war der Streifen durch die Kriegslage schon überholt. Die deutsche Heeresgruppe Afrika kapitulierte am 12. und 13. Mai 1943 in Tunesien. Somit kam der Film gar nicht mehr zum Einsatz.
Die ungarische Hauptdarstellerin Maria von Tasnady, drehte bis Ende der 1930er Jahre vor allem in Deutschland, danach in ihrer Heimat Ungarn und in Italien. 1948 verließ sie Ungarn, ab 1954 lebte sie in Deutschland, wo sie noch gelegentlich in Kinofilmen mitspielte.
Paul Klinger sprach Fosco Giachetti auch in „Alakazar“.

 

Annette und die blonde Dame (F 1942 – DF 1943)

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Annette und die blonde Dame
Originaltitel: Annette et la Dame blonde
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Produktionsleitung: Hans Conradi
Dialogregie:
 Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 06.07.1943, Wien (Busch-Lichtspiele)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Annette              – Louise Carletti               Ruth Lommel
Maurice             – Henri Garat                    Alfred Haase
Bernard             – George Rollin                Wolfgang Staudte
Myriam              – Mona Goya                    Til Klokow
Frau Barnavon – Rexiane                           – Lilli Schönborn
Herr Barnavon – Georges Chamarat        Paul Walther
Gigi                     – Rosine Luguet               Ellen Hefft
Lucette               – Simone Valère              Petra Kilka
Marie-Louise    – Raymonde la Fontan   Karin Vielmetter
Gefängniswärter – Albert Malbert          Hanns Waschatko

Inhalt:

Die 17jährige Annette bringt die Liebes- und Gefühlswelt der Herren Maurice und Bernard durcheinander…

Anmerkungen:

Die Hauptdarstellerin Louise Carletti wurde in der deutschen Fassung von Ruth Lommel (1918-2012) gesprochen. Sie war die Tochter des Komikers Ludwig Manfred Lommel. Ihre Brüder sind der Schauspieler, Regisseur und frühere Synchronsprecher Ulli Lommel und der Kameramann Manuel Lommel. Ruth Lommel hatte in „Drunter und drüber“ (1939) ihren ersten Filmauftritt. Es folgten u.a. „Die schwedische Nachtigall“ (1941) und „Meine Freundin Josefine“. Karin Vielmetter, hier in einer Nebenrolle zu hören,  war in erster Ehe mit dem Schauspieler Peter Elsholtz verheiratet. Ihre Kinder sind die Schauspieler Edith Elsholtz und Arne Elsholtz (vor allem als Synchronschauspieler und Autor bekannt). Karin Vielmetter war nach dem 2. Weltkrieg eine vielbeschäftigte Dialogbuchautorin.

Hoheit tanzt inkognito (USA 1937 – DF 1938)

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Original-Filmplakat

Hoheit tanzt inkognito
Originaltitel: Rosalie
Produktion: MGM, USA, 1937
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Sprachaufnahmen: Juni 1938
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  28.07.1938 – Berliner EA: 19.12.1938 (Marmorhaus)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Dick Thorpe                – Nelson Eddy               Wilhelm Borchert
Rosalie                         – Eleanor Powell           Lu Säuberlich
Der König                    – Frank Morgan            Harry Liedtke

Inhalt:

Der West-Point Kadett Dick Thorpe verliebt sich in die Studentin Rosalie. Doch die stellt sich als Prinzessin eines europäischen Königreiches heraus. Dick will die Hoffnung auf Rosalie schon aufgeben, doch das Schicksal will es anders.

Anmerkungen:

Eleanor Powell (1912-1982), war in jenen Jahren eine der beliebtesten Tänzerinnen und Schauspielerinnen in den USA. Ihr erster Erfolg war „Broadway-Melodie“ (1936). Es folgten Filme wie „Zum Tanzen geboren“, „Broadway Melodie 1938“ und „Südsee-Nächte“ (1939). All diese Filme liefen auch im damaligen Deutschen Reich. Bis auf den ersten wurde Powell in allen anderen Filmen von Lu Säuberlich (1911-1976) synchronisiert. Für Ernst-Wilhelm Borchert dürfte dies eine der ersten Synchronhauptrollen gewesen sein. Borchert war ab der 1950er Jahre einer der am häufigsten eingesetzten Synchronschauspieler (Henry Fonda, Alan Ladd, Johnny Weissmüller, William Holden, Richard Widmark, Charlton Heston, Alec Guinness….)

Maienzeit (USA 1937 – DF 1937)

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Filmplakat aus Österreich

Maienzeit
Originaltitel: Maytime
Produktion: MGM 1937
Regie: Robert Z. Leonard
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  15.10.1937 – Berliner EA: 05.01.1938 (Capitol, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marica Morney/ Miss Morrison – Jeanette MacDonald      Hanna Waag
Paul Allison                                    – Nelson Eddy                    Alf von Sivers
Nicolai Nazaroff                            – John Barrymore             Fritz Odemar
Kip Stuart                                       – Tom Brown                       – ?
Barbara Roberts                            – Lynn Carver                     Ruth Hellberg

weiterer Synchronsprecher: Siegfried Schürenberg

Inhalt:

Im Mai. Die alte Jungfer Miss Morrison tröstet einen jungen Mann der Liebeskummer hat. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der alten Dame um die früher gefeierte Operndiva Marica Morney handelt. Einst studierte sie in Paris Musik bei dem berühmten Gesangslehrer Nazaroff. Der ältere Mann verliebt sich in die junge Sängerin und hält um ihre Hand an. Aus Verantwortungsgefühl gibt sie nach, obwohl sie Nazaroff nicht liebt. Da trifft sie den jungen Sänger Paul Allison- beide verlieben sich ineinander. Dennoch heiratet sie Nazaroff. Die Ehe verläuft unglücklich. Nach Jahren trifft sie Paul wieder- die beiden haben immer noch Gefühle füreinander. Doch Marica widersteht der Versuchung, doch Nazaroff missversteht die Situation und erschießt den vermeintlichen Widersacher. Und so wird aus der Sängerin Marica Morney die verhärmte Miss Morrison.

Anmerkungen:

Nachdem das Paar MacDonald/Eddy mit „Tolle Marietta“ einen großen Erfolg verbuchen konnten, bekamen sie die Hauptrollen für „Maienzeit/ Maytime“. Regisseur Edmond Goulding begann 1936 mit den Dreharbeiten, die jedoch im September nach dem plötzlichen Tod des MGM-Produktionschefs Irving Thalberg eingestellt wurden. Danach wurde das Projekt gründlich überarbeitet. Die Regie übernahm jetzt Robert Z. Leonard, das Drehbuch wurde völlig überarbeitet. Der Film wurde 1937 der erfolgreichste Film für MGM.
Der deutsche Sprecher von Nelson Eddy ist hier Alf von Sivers (1907-1946; auch: Alf von Sievers).  Er spielte in einigen Kinoproduktionen zwischen 1935 und 1938 mit. Er starb am 1. April 1946 bei einem Autounfall.


Filmausschnitt (Original)