Bengasi- Das Schicksal einer Stadt (I 1942 -DF 1943)

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Bengasi- Das Schicksal einer Stadt
Originaltitel: Bengasi
Produktion: Film Bassoli, I, 1942
Regie: Augusto Genina
Deutsche Fassung: Lüdtke & Rohnstein, Berlin, hergestellt im März/April 1943
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih (geplant): DiFu – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  keine

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hauptmann Enrico Berti  – Fosco Giachetti       Paul Klinger
Carla Berti                            – Maria von TasnadyViktoria von Ballasko
Filippo Colleoni                   – Amedeo Nazzari     Carl-Heinz Schroth
Giuliana                                – Vivi Gioi                   Lu Säuberlich
Bürgermeister                     – Guido Notari           Werner Schott
Dr. Malpini                           – Leo Garavaglia       Alfred Haase
Fanny                                    – Laura Redi               Gerda Maria Terno
Antonio                                 – Fedele Gentile         Peter Mosbacher
Mutter                                   – Amelia Bissi             Margarethe Kupfer
Hauptmann Marchi            – Carlo Duse               Herbert Gernot

weitere Synchronsprecher: Christian Gollong („Funker des Geheimsenders“), Curt Ackermann („LKW-Fahrer“), Hanns Eggerth, Erich Dunskus

Inhalt:

Anfang 1941 wird die libysche Hafenstadt Bengasi von den Engländern eingenommen. Die italienischen Verteidiger, u.a. Hauptmann Berti, der dabei einen Arm verliert, müssen sich zurückziehen. Die britischen Besatzer, meist betrunken, erweisen sich als üble Besatzer. Als Berti zu seiner Familie zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein kleiner Sohn bei einem britischen Bomberangriff ums Leben gekommen ist. Inzwischen ist das deutsche Afrikakorps dem italienischen Bundesgenossen zu Hilfe gekommen. Gemeinsam befreien Deutsche und Italiener Bengasi- begeistert von der Zivilbevölkerung empfangen.

Anmerkungen:

Die oben angezeigte Werbeanzeige für „Bengasi“ erschien am 3. März 1943 in der letzten Ausgabe der „Filmwelt“ (aufgrund der Kriegslage wurden die illustrierten Zeitschriften damals eingestellt). Zu diesem Zeitpunkt begannen die Sprachaufnahmen für die deutsche Synchronfassung. Als diese beendet waren und der Film dann in die Kinos kommen sollte, war der Streifen durch die Kriegslage schon überholt. Die deutsche Heeresgruppe Afrika kapitulierte am 12. und 13. Mai 1943 in Tunesien. Somit kam der Film gar nicht mehr zum Einsatz.
Die ungarische Hauptdarstellerin Maria von Tasnady, drehte bis Ende der 1930er Jahre vor allem in Deutschland, danach in ihrer Heimat Ungarn und in Italien. 1948 verließ sie Ungarn, ab 1954 lebte sie in Deutschland, wo sie noch gelegentlich in Kinofilmen mitspielte.
Paul Klinger sprach Fosco Giachetti auch in „Alakazar“.

 

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Annette und die blonde Dame (F 1942 – DF 1943)

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Annette und die blonde Dame
Originaltitel: Annette et la Dame blonde
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Produktionsleitung: Hans Conradi
Dialogregie:
 Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 06.07.1943, Wien (Busch-Lichtspiele)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Annette              – Louise Carletti               Ruth Lommel
Maurice             – Henri Garat                    Alfred Haase
Bernard             – George Rollin                Wolfgang Staudte
Myriam              – Mona Goya                    Til Klokow
Frau Barnavon – Rexiane                           – Lilli Schönborn
Herr Barnavon – Georges Chamarat        Paul Walther
Gigi                     – Rosine Luguet               Ellen Hefft
Lucette               – Simone Valère              Petra Kilka
Marie-Louise    – Raymonde la Fontan   Karin Vielmetter
Gefängniswärter – Albert Malbert          Hanns Waschatko

Inhalt:

Die 17jährige Annette bringt die Liebes- und Gefühlswelt der Herren Maurice und Bernard durcheinander…

Anmerkungen:

Die Hauptdarstellerin Louise Carletti wurde in der deutschen Fassung von Ruth Lommel (1918-2012) gesprochen. Sie war die Tochter des Komikers Ludwig Manfred Lommel. Ihre Brüder sind der Schauspieler, Regisseur und frühere Synchronsprecher Ulli Lommel und der Kameramann Manuel Lommel. Ruth Lommel hatte in „Drunter und drüber“ (1939) ihren ersten Filmauftritt. Es folgten u.a. „Die schwedische Nachtigall“ (1941) und „Meine Freundin Josefine“. Karin Vielmetter, hier in einer Nebenrolle zu hören,  war in erster Ehe mit dem Schauspieler Peter Elsholtz verheiratet. Ihre Kinder sind die Schauspieler Edith Elsholtz und Arne Elsholtz (vor allem als Synchronschauspieler und Autor bekannt). Karin Vielmetter war nach dem 2. Weltkrieg eine vielbeschäftigte Dialogbuchautorin.

Tat ohne Zeugen (I 1939 – DF 1940)

Tat ohne Zeugen
Originaltitel: Il fornaretto di Venezia
Produktion: ViVa,  Italien, 1939
Regie: John Bard (= Duilio Coletti)
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DiFu- Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  30.10.1940

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lorenzo Loredano, Inquisator  – Enrico Glori                 Alfred Haase
Elena Loredano                              – Letizia Bonini             Margarete Schön
Piero Tasca, Bäckergeselle         – Roberto Villa                – Wolfgang Staudte
Annetta, seine Braut                    – Elsa de Giorgi               Käthe Vanden
Olimpia Zeno                                  – Clara Calamai             Edyth Edwards
Alvise Duodo                                   – Osvaldo Valenti          Claus Clausen
Vater Tasca                                      – Gero Zambuto             C.W. Burg
Mocenigo                                          – Carlo Tamberlani      Werner Schott
Barrabas                                            – Cesare Polaccio           Herbert Gernot

Inhalt:

Im Mittelalter. Der Inquisator Loredano hat ein Auge auf die hübsche Olimpia geworfen. Das missfällt seiner Gattin Elena, die sich wiederum mit ihrem Cousin Alvise vergnügt. Loredano bekommt das heraus und lässt Alvise von dem Mörder Barrabas umbringen. Der Verdacht fällt auf den Bäckergesellen Piero Tasca…

Anmerkungen:

Historienfilm, der weniger auf Action und mehr auf Intrigenspiele setzt.

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Roberto Villa

Das unheimliche Haus (F 1941 – DF 1943)

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Das unheimliche Haus
Originaltitel: Les Inconnus dans la Maison
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 10.06.1943, Berlin (Atrium; UT Friedrichsstraße)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hector Loursat                   –  Raimu                                    Alfred Haase
Nicole Loursat                    – Juliette Faber                       Sabine Peters
Gérard Rogissart                – Jacques Baumier                 Paul Walther
Emile Manu                         – André Reybaz                       Eduard Wesener
Edmond Dossin                  – Marc Doelnitz                       Hugo Schrader
Marcel Destivaux               – Jacques Denoél                    Heinz Herkommer
Luska                                     – Marcel Mouloudji                Carl Balhaus
Marthe Dossin                    – Tania Fédor                           Annegret Riffel
Gerichtspräsident              – Jacques Grétillat                  Siegfried Niemann
Erzähler                                 – (Pierre Fresnay)                   – Rudolf Platte

Inhalt:

Strafverteidiger Loursat lebt in einer kleinen Provinzstadt zurückgezogen in seiner Villa.Nicole, seine Tochter, gehört zu einer Bande Jugendlicher, die aus Langeweile Diebstähle begehen. Dann passiert ein Mord- ein Junge aus der Bande wird der Tat beschuldigt. Loursat übernimmt dessen Verteidigung. Dafür entsagt er sogar dem Alkohol. Es gelingt ihm, den wahren Täter zu überführen.

Anmerkungen:

In der französischen Fassung trägt der Film deutlich antisemitische Züge, die in der deutschen Synchronisation -erstaunlicherweise für die damalige Zeit- abgemildert wurden.
Die weibliche Hauptrolle wurde in der deutschen Fassung von Sabine Peters (1912-1982) gesprochen. Sabine Peters war von 1932 bis 1944 regelmäßig in Kinoproduktionen zu sehen (Ein Schloss in Flandern, 1936; Die vier Gesellen, 1938 oder Friedemann Bach, 1941). Nach dem Krieg spielte sie nur noch in zwei Kinofilmen, beide 1949 gedreht, mit. Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Willi Domgraf-Fassbaender (1897-1978), der selbst gelegentlich synchronisierte.

 

Nachtfalter (CZE 1941 – DF 1942)

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Nachtfalter
Originaltitel: Nocni motyl
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1941
Regie: Franz (= Frantisek) Cap
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: ?
Synchronfassung hergestellt in den JOFA-Ateliers, Berlin-Johannisthal (Oktober 1942)
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (Märkische; Panorama; Schneider; Südost)
Deutsche Erstaufführung:  Februar 1943

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marta, Erzieherin           – Hanna Witt (=Hana Vitova) Ursula Grabley
Leutnant Kala                  – Svatopluk Benes                      Harry Giese
Kiki                                      – Lil Andina                                  Lotte Rausch
Oberleutnant Warga      – Gustav Nezval                          Wolfgang Lukschy
Helene, seine Frau          – Marie Glasrová                         – Lu Säuberlich
Mischa, ein Student       – Rudolf Hrusinsky                   Will Quadflieg
Martas Arbeitgeber        – Jaroslav Marvan                      C.W. Burg
seine Frau                         – Elen Halkova                            Margarete Lanner
Herr Leopold                   – Eduard Kohout                         Alfred Haase

Inhalt:

1904. Die junge Marta arbeitet als Erzieherin in einem Haushalt. Die Frau des Haushalts ist allerdings eifersüchtig auf Marta. Ihr ist die junge Frau zu hübsch und sie missgönnt ihr die-oberflächliche- Bekanntschaft zu einem Leutnant. Daraufhin verlässt Marta den Haushalt. Sie gerät in den Lebenskreis ihrer lebenslustigen Freundin Kiki. Kiki ist ein „Nachtfalter“, ein leichtsinniges junges Mädchen, die den Herren zugetan ist. Marta verliebt sich in einen jungen Offizier, doch dieser erwidert die Liebe nicht. Daraufhin verliert Marta den Halt, das Leben ist für sie sinnlos. Sie wird Sängerin in einer Tanzbar, wo auch Kiki arbeitet. Noch einmal scheint es das Schicksal gut mit ihr zu meinen; ein junger Student sucht ihre Nähe. Doch dann, in einer Neujahrsnacht, sieht sie ihre große Liebe, den Offizier wieder. Auf der Straße will der Offizier Marta in die Arme schließen- doch da wird sie von einem Schuss tödlich getroffen- abgefeuert von dem eifersüchtigen Studenten.

Anmerkungen:

Ein weiterer Film aus der Produktion der Lucernafilm in Prag. Die Hauptdarstellerin Hana Vitova, deren Name in Deutschland in „Hanna Witt“ eingedeutscht wurde, spielte auch in einigen deutschsprachigen Produktionen mit („Der zweite Schuß“, 1943; „Freunde“, 1944). Regisseur Frantisek Cap arbeitete in Deutschland unter dem Namen Franz Cap. Er drehte vor allem in den 1950er Jahren einige Filme in der Bundesrepublik („Das ewige Spiel“, 1951; „Die Spur führt nach Berlin“, 1952; „Die Geierwally“, 1956).

Filmausschnitt (Originalfassung)

Mitternachtszauber (CZE 1939- DF 1939)

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tschechisches DVD-Cover

Mitternachtszauber
Originaltitel: Divka v modrém
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1939
Regie: Otakar Vavra
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  26.01.1940

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Gräfin Blanka von Blankenburg – Lida Baarová         dto.
Notar Jan Karas                                – Oldrich Nový         Harry Giese
Smrcinská                                          – Ruzena Slemrová Anneliese Würtz
Slávinka                                              – Sylva Langova        Erika Goerner
Otýlie                                                   – A. Nedosinská       Erna Sellmer
Ruzenka Smutná                              – Natasa Gollová     Gertrud Faerber
Dr. Pacovsky                                      – Bedrich Veverka   Christian Gollong
Cádek                                                   – Frantisek Paul       Hugo Schrader
Kastelan                                              – Vladimir Majer      Alfred Haase
Kabelka                                               – Vladimir Repa       C.W. Burg
Landa                                                   – Josef Belský           Werner Schott

Inhalt:

Der Notar Karas erwirbt ein Gemälde, auf dem die junge Gräfin Blanka zu sehen ist. Er ist von dem Bild so fasziniert, dass er die abgebildete Frau küsst. Und dann geschieht es: die junge Gräfin entsteigt aus dem Bild…ist das alles nur ein Traum?

Anmerkungen:

Die Hauptdarstellerin Lida Baarová (Ludmila Babková, 1914-2000)  war 20 Jahre alt, als sie von der UFA engagiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon eine ganze Reihe von Filmen in ihrer tschechischen Heimat gedreht. Sie lernte schnell deutsch und wurde mit Filmen wie „Barcarole“ (1935), „Verräter“ (1936) und „Patrioten“ (1937) ein beliebter Filmstar in Deutschland. Sie war mit dem Schauspielerkollegen Gustav Fröhlich liiert- bis sie ihren Nachbarn, den Propagandaminister Joseph Goebbels, näher kennenlernte. Goebbels, der mit seiner Ehefrau Magda nach außen hin eine „deutsche Musterehe“ führte, in Wirklichkeit aber unzählige Affären mit jungen Schauspielerinnen hatte, wurde ihr Geliebter (Baarová selbst aber sprach von einer „platonischen Liebesbeziehung“ und davon, dass sie nur aus Angst vor dem mächtigen Minister bei ihm blieb). Goebbels jedenfalls war ganz vernarrt in die junge Tschechin. Das ging soweit, dass er 1938 sein Ministeramt aufgeben und mit seiner Geliebten als Botschafter nach Japan gehen wollte. Nach einem theatralischen Auftritt von Magda Goebbels bei Hitler forderte der „Führer“ von Goebbels, sich von Baarová zu trennen- was dieser unter Tränen auch tat. Lida Baarovás letzter deutscher Film „Preußische Liebeslegende“ (mit Willy Fritsch als Partner) kam nicht mehr zur Aufführung. Die Baarová ging 1939 nach Prag zurück. Inzwischen war die Tschechoslowakei allerdings nicht mehr existent: das Sudetenland kam 1938 zu Deutschland, die Slowakei wurde kurz danach (als deutscher Satellitenstaat) selbstständig, der Rest wurde zum „Protektorat Böhmen & Mähren“ unter deutscher Herrschaft. In der Filmproduktion aber gab es eine gewisse Autonomie. Es entstanden einige sehr gute Filme, wie der hier vorgestellte „Mitternachtszauber“. Für die Synchronarbeiten kehrte die Baarová für kurze Zeit nach Berlin zurück. Neben „Mitternachtszauber“ war das auch für den Film „Die maskierte Geliebte“ der Fall. Im „Protektorat“ aber wurde Lida Baarová mehr und mehr als „deutschfreundlich“ angefeindet. So drehte sie 1942/43 einige Filme in Italien, musste dann aber in ihre Heimat zurückkehren. Das Kriegsende erlebte sie in Prag, flüchtete dann aber nach Bayern, wo ihr Hans Albers in seinem Haus am Starnberger See eine Bleibe anbot. Sie wurde jedoch in Bayern vom US-Geheimdienst verhaftet. Im September 1945 brachten tschechische Soldaten Lida Baarová zurück nach Prag. Dort wurde ihr der Prozess gemacht. Dank für sie guter Zeugenaussagen konnte sie Ende 1946 das Gefängnis verlassen. Sie heiratete 1947 den Puppenspieler Jan Kopecký. Als 1947 die Kommunisten nach einem Putsch die Macht übernahmen, flüchtete das Paar nach Österreich. Die beiden wanderten dann nach Argentinien aus, allerdings kehrte Lida schon nach kurzer Zeit zurück nach Europa, die Ehe wurde geschieden. In den 1950er Jahren drehte sie noch einige Filme in Italien und lebte fortan in Salzburg, von wo sie im deutschsprachigen Raum immer wieder an Theatern auftrat.

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Lida Baarová in dem deutschen Film „Patrioten“ (1937)

 

Frau am Abgrund (I 1940 – DF 1942)

Frau am Abgrund
italienisches Filmplakat

Frau am Abgrund
Originaltitel: La Peccatrice
Produktion: Manenti Film, Italien, 1940
Regie: Amleto Palermi
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Georg Rothkegl
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Maria Ferrante                 – Paola Barbara               Hanne Fey
Pietro Bandelli                 – Vittorio de Sica             Harry Giese
Salvatore                           – Fosco Giachetti            Hanns Eggerth
Alberto                               – Gino Cervi                      Claus Clausen
Marias Mutter                  – Bella Starace Sainati   Margarete Kupfer
Paolo                                   – Umberto Melnati          Hugo Schrader
Andrea                                – Camillo Pilotto             Alfred Haase
Ottavio                               – Piero Carnabucci           Werner Schott
Adele                                  – Anna Maria Falchi        Margarete Schön

weiterer Synchronsprecher: Erich Dunskus

Inhalt:

Die junge Maria ist in einem Bordell gelandet. In Rückblenden erinnert sie sich, wie sie dorthin kam. Marias Freund Alberto verlässt sie, als sie schwanger wird. Sie verliert das Kind, findet Unterschlupf bei einer Bauernfamilie. Salvatore, der Bruder der Bäuerin, bedrängt sie in betrunkenem Zustand- wie muss Maria gehen. Ein kurzes Glück findet Maria bei Pietro, der jedoch mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Sie landet in Ottavios Bordell, verlässt dieses nach einiger Zeit. Wieder trifft sie auf Pietro, sie findet Arbeit in der Firma seines Vaters. Doch auch diese muss sie nach kurzer Zeit verlassen. Zufällig trifft sie Bauer Andrea wieder, der sie für kurze Zeit aufnimmt. Am Ende kehrt Maria zu ihrer Mutter zurück.

Anmerkungen:

Paola Barbara (1912-1989) spielte auch Hauptrollen in „Kapitän Orlando“ oder „Rigoletto“ (1941, auch hier von Hanne Fey gesprochen). Über ihre Synchronstimme in diesem Film, Johanna „Hanne“ Fey ist leider nur wenig bekannt. Sie war in den Filmen „Hochzeit auf Bärenhof“ (1941), „Wir machen Musik“ (1942), „Damals“ (1942/43) und „Gefangene der Liebe“ (1954) zu sehen. Als Synchronsprecherin war sie auch bei der Continental in Paris tätig; nach dem Krieg konnte man ihre markante, tiefe Stimme auch in „Rebecca“ (1940, Deutsche Fassung 1951) hören. Hanne Fey wurde 1907 geboren und starb im Alter von nur 49 Jahren im Jahr 1957.

Frau am Abgrund 2
Szenenfoto mit Paola Barbara und Vittorio de Sica

hanne fey - wir machen musik
Hanne Fey

 

 

Kapitän Orlando (I 1940 – DF 1941)

Kapitän Orlando
Szenenfoto mit Paola Barbara, Otello Toso

Kapitän Orlando
Originaltitel: Il Ponte dei Sospiri
Produktion: Scalera, Italien, 1940
Regie: Mario Bonnard
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Alfred Haase
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  September 1941

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Madonna Imperia                 – Paola Barbara           Elisabeth Lennartz
Orlando (OF:Rolando) Candiano – Otello Toso    Oskar Schättiger
Eleonora Grado                      – Mariella Lotti           Käthe Vanden
Graf Negroni                           – Guilio Donadio         – Alfred Haase
Bertuccio                                  – Virgilio Riento        Christian Gollong
Scalabrino                                – Erminio Spalla        C.W. Burg
Sandrigo                                   – Giorgio Capecchi     Werner Schott
Lando Grado                           – Giacomo Moschini  Wolf Trutz
Davila                                        – Dino di Luca             Hanns Eggerth

weiterer Synchronsprecher: Erich Dunskus

Inhalt:

Der venezianische Kapitän Orlando Candiano fällt in seiner Heimat einer Intrige zum Opfer und landet im Gefängnis. Seine Geliebte Eleonora kann ihn retten. Orlando fährt wieder für Venedig zur See.

Anmerkungen:

Bei dem deutschen Titel könnte man eine Seefahrer-Action-Spektakel á la Errol Flynn erwarten; dem ist allerdings nicht so. Im Vordergrund des Filmes stehen Intrigen und Machenschaften im Venedig des 16. Jahrhunderts. Die Hauptdarstellerin, Paola Barbera, wird in diesem Film von Elisabeth Lennartz synchronisiert. Elisabeth Lennartz (1902-2001) machte ihre Schauspielausbildung in Frankfurt/M. und hatte ihr erstes Bühnenengagement in Leipzig. 1923 spielte sie erstmals im Film („Im Namen des Königs“). Ab 1927 wirkte sie in Berlin, u.a. am Renaissance-Theater. Sporadisch spielte sie in den 1930er Jahre auch in Tonfilmen mit, so in „Ich bei Tag und Du bei Nacht“ (1933, mit Willy Fritsch und Käthe von Nagy). Als Synchronschauspielerin war Elisabeth Lennartz schon in den frühen 1930er Jahren tätig; im Krieg dann auch in Paris bei der Continental-Film. Nach dem Krieg folgte sie ihrem Ehemann Gustav Knuth in die Schweiz. Gelegentlich wirkte sie dann auch am Theater, so am Zürcher Schauspielhaus. Im Kino konnte man sie noch einmal in einem Remake des Rühmann-Filmes „Wenn wir alle Engel wären“ (1956, mit Dieter Borsche, Marianne Koch, Gustav Knuth) sehen.

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Elisabeth Lennartz

Herz in Gefahr (HUN 1941 – DF 1942)

Herz in Gefahr - 1942

Herz in Gefahr
Originaltitel: Lángok
Produktion: Takacs,Ungarn, 1941
Regie: Laszlo Kalmar
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Produktionsleitung: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogregie: Hanns Eggerth
Dialogbuch: Hanns Eggerth, Alfred Haase
Tonsystem: Tobis-Klangfilm (HUN & D)
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (Urban/ Pfeiffer/ Deutschland/ Südost)
Deutsche Erstaufführung:  16.01.1943, Berlin (Astor)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Peter Matrai              – Paul (=Pál) Jávor                       Claus Clausen
Barbara Bogati         – Maria Mezei                                Lu Säuberlich
Gabor Bogati             – Franz (=Ferenc) Kiss               Alfred Haase
Eva                               – Valéria Hidvéghy                       – Käthe Vanden

Inhalt:

Die verheiratete Barbara verliebt sich in den Künstler Peter Matrai. Bald steht sie vor der Entscheidung Ehemann oder Geliebter…ihr Stieftochter Eva wendet alles zum Guten.

Anmerkungen:

Ein weiterer ungarischer Film, der während des Krieges in Deutschland zur Aufführung kam. Der Hauptdarsteller Pál Jávor (1902-1959), dessen Name in Deutschland in „Paul Javor“ eingedeutscht wurde, spielte zwischen 1937 und 1939 in vier deutschen Spielfilmen mit. In „Sein Modell“ (1937) war er der Ehemann von Camilla Horn. In der deutsch/österreichisch/ ungarischen Coproduktion „Ihr Leibhusar“ wirbt er als fescher Husar um die Gunst Magda Schneiders. In „Donauschiffer“ (1939) ist er der Rivale Attila Hörbigers um die Liebe der jungen Sängerin Hilde Krahl. In den 1930er bis Mitte der 1940er Jahre gilt er als größter ungarischer Filmstar und umjubelter Frauenschwarm. Gegen Kriegsende gerät er aufgrund kritischer Kommentare in Visier der Gestapo. Er wird verhaftet und eingekerkert. Nach dem Krieg findet er sich im Ungarn des heraufkommenden Kommunismus nicht mehr zurecht und geht in die USA. Dort spielt er Theater vor allem für Emigranten. Aber auch hier hat er Probleme, Alkohol und Krankheiten machen ihm zu schaffen. 1957 kehrt er nach Ungarn zurück, wo er 1959 im Alter von nur 57 Jahren stirbt.

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Pál Jávor (1941) Foto: wikipedia

 

Mädchen in Not (I 1941 – DF 1942)

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Mädchen in Not
Originaltitel: L’amante segreta
Produktion: G.F.S., Italien, 1941
Regie: Carmine Gallone
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Reinhard W. Noack
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  14.08.1942, Berlin (Astor)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Renate Croci                     – Alida Valli                           – Ruth Hellberg
Giorgio Amholt               – Fosco Giachetti                 Werner Pledath
Giacomo Mori                  – Camillo Pilotto                 Alfred Haase
Valenti                               – Osvaldo Valenti                 Harry Giese
Diana Ponzio                    – Vivi Gioi                               Tina Eilers
Riganti                               – Luigi Almirante                Karl Meixner
Melchiorri                         – Luigi Pavese                       Herbert Gernot
Mario Fulvi                       – Carlo Lombardi                  Werner Scharf

weiterer Synchronsprecher: Christian Gollong

Inhalt:

Die junge verwaiste Renate Croci wird vom Unglück verfolgt und verliert auch noch ihr Vermögen. Sie muss sich durchs Leben und den Nachstellungen diverser Männer hindurchschlagen, bis sie endlich den „Richtigen“ findet.

Anmerkungen:

Der Filmkritiker Hans-Ottmar Fiedler beschäftigte sich in der „Film-Welt“ (Nr. 33/34 vom 2. September 1942) ausführlich mit der deutschen Synchronfassung: „Es wird stets nur einer in Dialog, Spielleitung und technischer Durchführung sorgsamst auf die Originalfassung abgestimmten Synchronisation gelingen, den wahren Stimmungsgehalt eines ausländischen Filmes unverfälscht und möglichst vollkommen in die deutsche Fassung zu übertragen. Lüdtke & Dr. Rohnstein, deren Synchronisierungsarbeiten bereits eine lange Liste umfassen, haben diese Vollkommenheit vor allem in ihren italienischen Filmen mehr und mehr gesteigert. Man darf auch den jetzt erschienen GFS-Film der Difu „Mädchen in Not“ in dieser Hinsicht wieder besonders loben – unter der schon oft bewährten Spielleitung von R. W. Noack kamen die deutschen Sprecher Ruth Hellberg, Werner Pledath, Alfred Haase, Harry Giese, Karl Meixner und andere mit ihren differenzierten Stimmen wirkungsvoll zum Einsatz. Sie verbanden sich mit der herb-anmutigen Darstellung Alida Vallis, dem trotz aller Zurückhaltung stark mitreißenden Spiel Fosco Giachettis, der mächtigen Verkörperung des Schlechten durch Camillo Pilotto, der unbekümmerten Frische Osvaldo Valentis und dem zweifelhaften Maler-Künstlertum Luigi Almirantes zu einer interessanten Zeichnung eines Mädchenschicksals.“