Sehnsucht (ESP/D 1939 – DF 1940)

sehnsucht3Werbeanzeige für „Sehnsucht“

Sehnsucht
Originaltitel: Suspiros de Espana
Produktion: Hispano Filmproduktion, Berlin/Madrid, D/ESP, 1939
Regie: Benito Perojo
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch:?
Tonsystem: Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: ?
Deutsche Erstaufführung: Februar 1941
Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lola (OF: Sole)          – Estrellita Castro              – Ursula Grabley
Carlos                         – Roberto Rey                    – Harry Giese
Relampago                – Miguela Ligero              – Alfred Haase
Dolores                       – Concha Catala               – Lilli Schönborn
Freddy Pinto             – Alberto Romea              – Hans J. Schölermann
Hotelportier              – Fortunato Garcia          – Hanns Eggerth
Theaterdirektor       – Pedro Fernandez CuencaHerbert Gernot

Inhalt:

Relampago schickt ein Foto seiner Nichte Lola ohne deren Wissen zu einem Fotowettbewerb auf Kuba. Lola gewinnt den Preis. Carlos soll die Dame – nur mit dem Wettbewerbsfoto ausgestattet- in Spanien suchen. Durch Zufall gerät er an Lolas Onkel Relampago. Alles scheint gut zu sein- doch Lola reist nicht allein nach Kuba- Onkel und Mutter wollen auch mit…

Anmerkungen:

Musikalische Komödie, die spanischen Gesänge wurden in der deutschen Fassung im Original belassen. Der Film wurde 1939 in den UFA-Studios Babelsberg gedreht (Atelieraufnahmen), mit hauptsächlich deutscher Aufnahmecrew. So stand Georg Bruckbauer an der Kamera, die Co-Regie hatte Willy Zeyn. Der Film lief am 16.10.1939 in Spanien an. In Deutschland hatte die deutsche Fassung erst im Februar 1941 seine Premiere. Diese deutsche Fassung wurde von Lüdtke & Rohnstein in Berlin hergestellt- weshalb ich vermute, das die Synchronabteilung der Hispano im Herbst/Winter 1940 noch nicht bestand.

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Gekrönte Liebe (I 1941-DF 1943)

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Gekrönte Liebe
Originaltitel: Amore Imperiale
Produktion: Titanus Film, Rom, Italien, 1941
Regie: Alexandre Volkoff
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Reinhard W. Noack
Synchronaufnahmen im Februar 1943, aufgenommen im Tobis-Synchronstudio, Sellerstr., Berlin
Tonsystem:  Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DIFU-Deutsch-Italienische Film-Union, Berlin
Deutsche Erstaufführung: Frühjahr 1943

Rolle- Darsteller– Deutsche Stimme:

Elena Maria (OF: Elisabeth)         – Luisa FeridaGerda Maria Terno
Danilo (OF: Alessio Romowski)   – Claudio GoraHannsgeorg Laubenthal
Nadeschda (OF: Naritschkina)     – Laura NucciLu Säuberlich
Premierminister Brassel (OF: Biron)  – Lamberto PicassoWolf Trutz
Königin Anka Irina (OF: Anna)     – Olga V. GentilliGertrud Spalke
Graf Valescu (OF: Vassili)               – Ennio Cerlesi Hanns Eggerth
Oberst Marko                                    – Nino MarchesiniHerbert Gernot
Ileana                                                  – Franca BelliIrmingard Schreiter

Inhalt:

Die junge Prinzessin Elena Maria gerät in eine Intrige des Premierministers Brassel. Doch Hilfe bekommt die junge Prinzessin von Offizier Danilo.

Anmerkungen:

Im italienischen Original spielt die Handlung im zaristischen Rußland. Doch da das Deutsche Reich seit Juni 1941 im Krieg mit der Sowjetunion war, verlegte man in der deutschen Fassung die Handlung in ein anderes Land. Gerda Maria Terno (1909-1995), deutsche Stimme der Hauptdarstellerin Luisa Ferida, begann ihre Theaterkarriere 1929 am Stadttheater Osnabrück. Nach Stationen in Aachen und Köln kam sie 1937 nach Berlin. Erste Filmrollen folgten 1938/39. In Der Florentiner Hut und Paradies der Junggesellen stand sie mit Hauptdarsteller Heinz Rühmann vor der Kamera. Sie sprach auch nach dem Krieg bis Mitte der 1950er Jahre synchron, u.a. für Deborah Kerr oder Janet Leigh.

Die Botschaft an Garcia (USA 1936-DF 1936)

Die Botschaft an GarciaUS-Filmplakat

Die Botschaft an Garcia
Originaltitel: A Message to Garcia
Produktion: 20th Century Fox Pictures, USA, 1936
Regie: George Marshall
Deutsche Fassung: Tobis Melofilm, Berlin, für Deutsche Fox Film AG
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Tonmeister: Siegfried Schulze
Tonschnitt: Ernst König
Sprachaufnahmen im Juli 1936
Tonsystem:
 Western Electric – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Film AG, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  27.08.1936

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Sgt. Dory                          – Wallace Beery            – Siegfried Schürenberg
Raphaelita Maderos      – Barbara Stanwyck   Rose Böttger-Borgh
Lt. Andrew Rowan         – John Boles                  Harry Giese
Dr. Ivan Krug                  – Alan Hale                    Hanns Eggerth
Henry Piper                    – Herbert Mundin        Wolf Trutz
spanische Spionin         – Mona Barrie               Lillian Berley
General Garcia               – Enrique Acosta           Erich Dunskus
Luis Maderos                  – Juan Torena               Walter Bluhm

Inhalt:

1898. Auf Kuba kämpft der General Garcia gegen die Spanier. Die USA wollen Garcia unterstützen und senden den Leutnant Rowan mit einer wichtigen Botschaft zu Garcia. Doch die Spanier bekommen davon Wind und machen Jagd auf Rowan. Auf Kuba bekommt Rowan Unterstützung vom Ex-Soldaten Dory und der einheimischen Raphaelita Maderos. Doch Dr. Krug, der ihn im Auftrag der Spanier sucht, ist dem Trio auf den Fersen…

Anmerkungen:

Der erste Film, in dem Barbara Stanwyck eine Ausländerin spielt. Von Fox wurde damals als Sprecher von Wallace Beery ein gewisser „Christian Hartwig“ genannt- einen Synchronschauspieler diesen Namens gibt es nicht. In Unterlagen des Bundesarchivs ist hingegen Siegfried Schürenberg genannt. Tatsache ist, das Schürenberg mit Christiane Hartwig verheiratet war. Ob dieses Namenswirrwar möglicherweise auf Schürenberg selbst zurückging oder ob ein Fox-Mitarbeiter da etwas durcheinandergebracht hat- es wird sich wohl nicht mehr klären lassen…Über Barbara Stanwycks deutsche Stimme Rose (Böttger-) Borgh ist fast nicht bekannt. Sie spielte in den 1930er Jahren kleinere Rollen in deutschen Spielfilmen („Mazurka“, 1935), über ihren Lebensweg ist aber ansonsten nichts bekannt. Harry Giese sprach John Boles auch in den Shirley-Temple-Filmen „Der kleinste Rebell“ und „Lockenköpfchen“. In „Seitenwege des Lebens“ war es….Siegfried Schürenberg.

Bengasi- Das Schicksal einer Stadt (I 1942 -DF 1943)

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Bengasi- Das Schicksal einer Stadt
Originaltitel: Bengasi
Produktion: Film Bassoli, I, 1942
Regie: Augusto Genina
Deutsche Fassung: Lüdtke & Rohnstein, Berlin, hergestellt im März/April 1943
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih (geplant): DiFu – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  keine

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hauptmann Enrico Berti  – Fosco Giachetti       Paul Klinger
Carla Berti                            – Maria von TasnadyViktoria von Ballasko
Filippo Colleoni                   – Amedeo Nazzari     Carl-Heinz Schroth
Giuliana                                – Vivi Gioi                   Lu Säuberlich
Bürgermeister                     – Guido Notari           Werner Schott
Dr. Malpini                           – Leo Garavaglia       Alfred Haase
Fanny                                    – Laura Redi               Gerda Maria Terno
Antonio                                 – Fedele Gentile         Peter Mosbacher
Mutter                                   – Amelia Bissi             Margarethe Kupfer
Hauptmann Marchi            – Carlo Duse               Herbert Gernot

weitere Synchronsprecher: Christian Gollong („Funker des Geheimsenders“), Curt Ackermann („LKW-Fahrer“), Hanns Eggerth, Erich Dunskus

Inhalt:

Anfang 1941 wird die libysche Hafenstadt Bengasi von den Engländern eingenommen. Die italienischen Verteidiger, u.a. Hauptmann Berti, der dabei einen Arm verliert, müssen sich zurückziehen. Die britischen Besatzer, meist betrunken, erweisen sich als üble Besatzer. Als Berti zu seiner Familie zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein kleiner Sohn bei einem britischen Bomberangriff ums Leben gekommen ist. Inzwischen ist das deutsche Afrikakorps dem italienischen Bundesgenossen zu Hilfe gekommen. Gemeinsam befreien Deutsche und Italiener Bengasi- begeistert von der Zivilbevölkerung empfangen.

Anmerkungen:

Die oben angezeigte Werbeanzeige für „Bengasi“ erschien am 3. März 1943 in der letzten Ausgabe der „Filmwelt“ (aufgrund der Kriegslage wurden die illustrierten Zeitschriften damals eingestellt). Zu diesem Zeitpunkt begannen die Sprachaufnahmen für die deutsche Synchronfassung. Als diese beendet waren und der Film dann in die Kinos kommen sollte, war der Streifen durch die Kriegslage schon überholt. Die deutsche Heeresgruppe Afrika kapitulierte am 12. und 13. Mai 1943 in Tunesien. Somit kam der Film gar nicht mehr zum Einsatz.
Die ungarische Hauptdarstellerin Maria von Tasnady, drehte bis Ende der 1930er Jahre vor allem in Deutschland, danach in ihrer Heimat Ungarn und in Italien. 1948 verließ sie Ungarn, ab 1954 lebte sie in Deutschland, wo sie noch gelegentlich in Kinofilmen mitspielte.
Paul Klinger sprach Fosco Giachetti auch in „Alakazar“.

 

Hauptmann Sorrell und sein Sohn (GB 1933- DF 1935)

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brit. Filmplakat

Hauptmann Sorrell und sein Sohn
Originaltitel: Sorrell and Son
Produktion: British & Dominions Film Corporation für United Artists, 1933
Regie: Jack Raymond
Deutsche Fassung: Tobis-Melofilm, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Regieassistenz: Charlotte Bertelsmann
Musikalische Leitung: Walter Ulfig
Tonmeister: Siegfried Schulze
Tonschnitt: Ernst König
Tonsystem:  Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  20.01.1936, Berlin (Kurbel, OF) – 07.02.1936, Berlin (Kurbel, DF)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hauptmann Stephen Sorrell   – H.B. Warner               Arthur Schröder
Dora Sorrell                                   – Margot Grahame      Til Klokow
Kit Sorrell als Kind                      – Peter Penrose             Horst Teetzmann
Kit Sorrell als junger Mann      – Hugh Williams          Paul Klinger
Molly Pentreath                           – Winfred Shotter        Edyth Edwards
Flo Palfrey                                      – Ruby Miller                 Anneliese Würtz
Herr Roland                                   – Evelyn Roberts           Erich Dunskus
Dr. Richard Orange                     – Donald Calthrop        Ernst Sattler
Herr Porteus                     – Arthur Chesney          Hans Meyer-Hanno
Buck                                                 – Wally Patch                Hanns Eggerth

Inhalt:

Hauptmann Stephen Sorrell kehrt nach Ende des ersten Weltkriegs heim nach London. Seine lebenslustige Frau Dora verlässt ihn wg. eines anderen Mannes. Sorrell steht allein mit seinem Sohn Kit. Der Hauptmann ist verarmt, krank und arbeitslos. Dennoch versucht er alles, um seinem Sohn Kit ein vornehmes Internat zu ermöglichen. Dafür nimmt er jede Erniedrigung in Kauf. Im Internat findet Dora Sorrell Kit wieder. Sie versucht, die Liebe des Jungen zu erkaufen- doch Kit erkennt die Verlogenheit seiner Mutter. Inzwischen hat es Kid zu einem Chirurgen gebracht. Er kehrt zu seinem Vater zurück, der mittlerweile mit einer anderen Frau zusammenlebt. An seinem Sterbebett schickt der Hauptmann seinen Sohn in ein Leben voll erfüllender Liebe.

Anmerkungen:

Der Stoff wurde bereits 1927 als Stummfilm produziert, auch mit H.B. Warner in der Hauptrolle.
Die Schauspielerin Edyth Edwards (= Edyth Paula Fischer, 1899-1956) debütierte 1924 am Renaissance-Theater in Berlin-Charlottenburg. Sie gehörte zu den talentiertesten Bühnenschauspielerinnen im Berlin der 1920er bis 1940er Jahre. Schon anfangs der 1930er Jahre war sie in der  Synchronisation tätig. Auch nach dem Krieg sprach sie noch Synchronrollen, allerdings waren es meist Nebenrollen. Sie erlag am 6. März 1956 in West-Berlin im Alter von nur 56 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls.

 

 

Rekrut Willie Winkie (USA 1937 – DF 1937)

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US-Filmplakat

Rekrut Willie Winkie
Originaltitel: Wee Willie Winkie
Produktion: 20th Century Fox, 1937
Regie: John Ford
Deutsche Fassung: Deutsche Fox Film AG, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  29.12.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Priscilla Williams        – Shirley Temple         Carmen Lahrmann
Sgt. McDuff                   – Victor McLaglen        Hanns Eggerth
Oberst Williams           – C. Aubrey Smith        – Walter Werner
Joyce Williams              – June Lang                     Dolly Raphael
Lt. Brandis                     – Michael Whalen        Fritz Ley
Khoda Khan                   – Cesar Romero            Karl Meixner
Frau Allardyce               – Constance Coller     Lilli Schönborn
Elsie Allardyce               – Bunny Beatty            – Christine Grabe
Soldat Mott                     – Douglas Scott            Rolf Günther
Mohammed Dihn         – Willie Fung                Wolf Trutz
Bagby                               – Brandon Hurst          Guido Goroll

Inhalt:

Die mittellose Joyce Williams reist anno 1897 mit ihrer kleinen Tochter Priscilla nach Indien zu ihrem Großvater, Oberst Williams. Dort kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Einheimischen unter dem Kommando von Khoda Khan und den britischen Truppen. Priscilla beschließt, Soldat zu werden. Sergeant McDuff hilft ihr dabei. Eines Tages kehrt McDuff von einem Patrouillenritt schwer verwundet zurück; sein Trupp war in einen Hinterhalt geraten. Nun beschließt Priscilla, dem unsinnigen Töten ein Ende zu machen- sie verhandelt mit den Aufständischen…

Anmerkungen:

In der deutschen Fassung wird die Rolle der „Joyce“ von Dorothea „Dolly“ Raphael gesprochen. Dolly Raphael, deren Lebensdaten unbekannt sind, spielte ab 1931 kleinere Rollen im deutschen Film, so in „Pour lé Merite (1938) oder in „Nanette“ (1940).

Priscilla nimmt Abschied von Sergeant Duff (Originalversion)

 

Frau am Abgrund (I 1940 – DF 1942)

Frau am Abgrund
italienisches Filmplakat

Frau am Abgrund
Originaltitel: La Peccatrice
Produktion: Manenti Film, Italien, 1940
Regie: Amleto Palermi
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Georg Rothkegl
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Maria Ferrante                 – Paola Barbara               Hanne Fey
Pietro Bandelli                 – Vittorio de Sica             Harry Giese
Salvatore                           – Fosco Giachetti            Hanns Eggerth
Alberto                               – Gino Cervi                      Claus Clausen
Marias Mutter                  – Bella Starace Sainati   Margarete Kupfer
Paolo                                   – Umberto Melnati          Hugo Schrader
Andrea                                – Camillo Pilotto             Alfred Haase
Ottavio                               – Piero Carnabucci           Werner Schott
Adele                                  – Anna Maria Falchi        Margarete Schön

weiterer Synchronsprecher: Erich Dunskus

Inhalt:

Die junge Maria ist in einem Bordell gelandet. In Rückblenden erinnert sie sich, wie sie dorthin kam. Marias Freund Alberto verlässt sie, als sie schwanger wird. Sie verliert das Kind, findet Unterschlupf bei einer Bauernfamilie. Salvatore, der Bruder der Bäuerin, bedrängt sie in betrunkenem Zustand- wie muss Maria gehen. Ein kurzes Glück findet Maria bei Pietro, der jedoch mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Sie landet in Ottavios Bordell, verlässt dieses nach einiger Zeit. Wieder trifft sie auf Pietro, sie findet Arbeit in der Firma seines Vaters. Doch auch diese muss sie nach kurzer Zeit verlassen. Zufällig trifft sie Bauer Andrea wieder, der sie für kurze Zeit aufnimmt. Am Ende kehrt Maria zu ihrer Mutter zurück.

Anmerkungen:

Paola Barbara (1912-1989) spielte auch Hauptrollen in „Kapitän Orlando“ oder „Rigoletto“ (1941, auch hier von Hanne Fey gesprochen). Über ihre Synchronstimme in diesem Film, Johanna „Hanne“ Fey ist leider nur wenig bekannt. Sie war in den Filmen „Hochzeit auf Bärenhof“ (1941), „Wir machen Musik“ (1942), „Damals“ (1942/43) und „Gefangene der Liebe“ (1954) zu sehen. Als Synchronsprecherin war sie auch bei der Continental in Paris tätig; nach dem Krieg konnte man ihre markante, tiefe Stimme auch in „Rebecca“ (1940, Deutsche Fassung 1951) hören. Hanne Fey wurde 1907 geboren und starb im Alter von nur 49 Jahren im Jahr 1957.

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Szenenfoto mit Paola Barbara und Vittorio de Sica

hanne fey - wir machen musik
Hanne Fey

 

 

Bengali (USA 1934 – DF 1935)

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dt. Wiederaufführungsplakat (1951)

Bengali
Originaltitel: The Lives of a Bengal Lancer
Produktion: Paramount, 1934
Regie: Henry Hathaway
Deutsche Fassung: Tobis Melofilm für Paramount Filmgesellschaft (?)
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Paramount Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  21.02.1935

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme

Lt. Alan McGregor           – Gary Cooper                Werner Schott
Lt. John Forsythe             – Franchot Tone            Harry Giese
Lt. Donald Stone              – Richard Cromwell      – Fritz Ley
Oberst Stone                     – Guy Standing              Walter Werner
Major Hamilton               – C. Aubrey Smith         Rudolf Klein-Rogge
Tanja Wolkanskaja          – Kathleen Burke            Barbara von Annenkoff
Mohammed Khan            – Douglass Dumbrille   – ?
Hamzulla Khan                 – Monte Blue                  Hanns Eggerth
Emir                                      – Akim Tamiroff            S. O. Schoening

Inhalt:

Indien während der britischen Kolonialzeit im 19. Jahrhundert. Die 41. Lanzenreiter-Kompanie unter dem Kommando von Lt. Alan McGregor ist  im Nordwesten Indiens stationiert. Zwei neue Leutnants sollen McGregor unterstützen: es sind  John Forsythe und Donald Stone, welcher der Sohn von Oberst Stone ist. Mohammed Khan plant einen Aufstand gegen die Briten. Es gelingt Mohammed Khan Lt. Stone gefangen zu nehmen. Sein Vater, Oberst Stone, verbietet eine Rettungsaktion um ihn zu befreien. Doch McGregor und Forsythe versuchen auch ohne Genehmigung, ihren Kameraden zu befreien. Doch sie werden selbst von Khan gefangengenommen. Die drei britischen Offiziere werden gefoltert. Unter der Folter bricht Stone zusammen und gibt den Aufständischen wichtige Informationen über eine Munitionslieferung, die daraufhin von den Rebellen abgefangen wird. Nun wird Khans Versteck von den Lanzenreitern angegriffen. Während der Kampfhandlungen gelingt es den drei Offizieren, sich zu befreien. Donald Stone tötet Mohammed Khan; damit ist er rehabilitiert.

Anmerkungen:

Einer der erfolgreichsten US-Filme im Deutschland der 1930er Jahre. Ausgezeichnet mit den Prädikaten „volksbildend“ und „künstlerisch wertvoll“. Keinem anderen US-Film wurden diese beiden Prädikate gleichzeitig verliehen. Angeblich soll es sogar Hitlers Lieblingsfilm gewesen sein. Vermutlich wurde die deutsche Fassung noch von der Tobis-Melofilm hergestellt; die fast zeitgleich hergestellte Fassung von „Cleopatra“ lässt darauf schließen. Unter den Synchronschauspielern findet man auch den Kölner Schauspieler Rudolf Klein-Rogge (1885-1955). Er wurde bekannt als Dr. Mabuse in den Fritz-Lang-Filmen „Dr. Mabuse, der Spieler“ (1922) und „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1933, in Nazi-Deutschland verboten). Eine interessante Biographie hat Barbara von Annenkoff, im Film die deutsche Stimme von Kathleen Burke. Sie wurde als Varvara Annenkowa am 13. Februar 1900 im russischen St. Petersburg geboren. Ihr Vater war ein bedeutender Verleger, der u.a. die Werke Alexander Puschkins herausbrachte. In den 1920er Jahren war Barbara von Annenkoff mehrfach in deutschen Spielfilmen zu sehen, u.a. in „Ein Sommernachtstraum“ (1925), in welchem sie die Partnerin von Hans Albers war. Ihr letzter Stummfilm war der bekannte „Looping the Loop“ (1928, mit Werner Krauß). Zum Tonfilm kam von Annenkoff erst Mitte der 1930er Jahre; wo sie aber nur kleinere Rollen bekam. So war sie z.B. in Luis Trenkers „Der Kaiser von Kalifornien“ (1936) als Casino-Besucherin zu sehen. Nach dem Krieg lebte Barbara von Annenkoff in Baden-Baden, wo sie gelegentlich Theater spielte und in einigen Hörspielen mitwirkte. Sie starb 1979; der genaue Todestag ist nicht bekannt.

US-Video-Trailer

Kapitän Orlando (I 1940 – DF 1941)

Kapitän Orlando
Szenenfoto mit Paola Barbara, Otello Toso

Kapitän Orlando
Originaltitel: Il Ponte dei Sospiri
Produktion: Scalera, Italien, 1940
Regie: Mario Bonnard
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Alfred Haase
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  September 1941

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Madonna Imperia                 – Paola Barbara           Elisabeth Lennartz
Orlando (OF:Rolando) Candiano – Otello Toso    Oskar Schättiger
Eleonora Grado                      – Mariella Lotti           Käthe Vanden
Graf Negroni                           – Guilio Donadio         – Alfred Haase
Bertuccio                                  – Virgilio Riento        Christian Gollong
Scalabrino                                – Erminio Spalla        C.W. Burg
Sandrigo                                   – Giorgio Capecchi     Werner Schott
Lando Grado                           – Giacomo Moschini  Wolf Trutz
Davila                                        – Dino di Luca             Hanns Eggerth

weiterer Synchronsprecher: Erich Dunskus

Inhalt:

Der venezianische Kapitän Orlando Candiano fällt in seiner Heimat einer Intrige zum Opfer und landet im Gefängnis. Seine Geliebte Eleonora kann ihn retten. Orlando fährt wieder für Venedig zur See.

Anmerkungen:

Bei dem deutschen Titel könnte man eine Seefahrer-Action-Spektakel á la Errol Flynn erwarten; dem ist allerdings nicht so. Im Vordergrund des Filmes stehen Intrigen und Machenschaften im Venedig des 16. Jahrhunderts. Die Hauptdarstellerin, Paola Barbera, wird in diesem Film von Elisabeth Lennartz synchronisiert. Elisabeth Lennartz (1902-2001) machte ihre Schauspielausbildung in Frankfurt/M. und hatte ihr erstes Bühnenengagement in Leipzig. 1923 spielte sie erstmals im Film („Im Namen des Königs“). Ab 1927 wirkte sie in Berlin, u.a. am Renaissance-Theater. Sporadisch spielte sie in den 1930er Jahre auch in Tonfilmen mit, so in „Ich bei Tag und Du bei Nacht“ (1933, mit Willy Fritsch und Käthe von Nagy). Als Synchronschauspielerin war Elisabeth Lennartz schon in den frühen 1930er Jahren tätig; im Krieg dann auch in Paris bei der Continental-Film. Nach dem Krieg folgte sie ihrem Ehemann Gustav Knuth in die Schweiz. Gelegentlich wirkte sie dann auch am Theater, so am Zürcher Schauspielhaus. Im Kino konnte man sie noch einmal in einem Remake des Rühmann-Filmes „Wenn wir alle Engel wären“ (1956, mit Dieter Borsche, Marianne Koch, Gustav Knuth) sehen.

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Elisabeth Lennartz

Herz in Gefahr (HUN 1941 – DF 1942)

Herz in Gefahr - 1942

Herz in Gefahr
Originaltitel: Lángok
Produktion: Takacs,Ungarn, 1941
Regie: Laszlo Kalmar
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Produktionsleitung: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogregie: Hanns Eggerth
Dialogbuch: Hanns Eggerth, Alfred Haase
Tonsystem: Tobis-Klangfilm (HUN & D)
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (Urban/ Pfeiffer/ Deutschland/ Südost)
Deutsche Erstaufführung:  16.01.1943, Berlin (Astor)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Peter Matrai              – Paul (=Pál) Jávor                       Claus Clausen
Barbara Bogati         – Maria Mezei                                Lu Säuberlich
Gabor Bogati             – Franz (=Ferenc) Kiss               Alfred Haase
Eva                               – Valéria Hidvéghy                       – Käthe Vanden

Inhalt:

Die verheiratete Barbara verliebt sich in den Künstler Peter Matrai. Bald steht sie vor der Entscheidung Ehemann oder Geliebter…ihr Stieftochter Eva wendet alles zum Guten.

Anmerkungen:

Ein weiterer ungarischer Film, der während des Krieges in Deutschland zur Aufführung kam. Der Hauptdarsteller Pál Jávor (1902-1959), dessen Name in Deutschland in „Paul Javor“ eingedeutscht wurde, spielte zwischen 1937 und 1939 in vier deutschen Spielfilmen mit. In „Sein Modell“ (1937) war er der Ehemann von Camilla Horn. In der deutsch/österreichisch/ ungarischen Coproduktion „Ihr Leibhusar“ wirbt er als fescher Husar um die Gunst Magda Schneiders. In „Donauschiffer“ (1939) ist er der Rivale Attila Hörbigers um die Liebe der jungen Sängerin Hilde Krahl. In den 1930er bis Mitte der 1940er Jahre gilt er als größter ungarischer Filmstar und umjubelter Frauenschwarm. Gegen Kriegsende gerät er aufgrund kritischer Kommentare in Visier der Gestapo. Er wird verhaftet und eingekerkert. Nach dem Krieg findet er sich im Ungarn des heraufkommenden Kommunismus nicht mehr zurecht und geht in die USA. Dort spielt er Theater vor allem für Emigranten. Aber auch hier hat er Probleme, Alkohol und Krankheiten machen ihm zu schaffen. 1957 kehrt er nach Ungarn zurück, wo er 1959 im Alter von nur 57 Jahren stirbt.

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Pál Jávor (1941) Foto: wikipedia