Gekrönte Liebe (I 1941-DF 1943)

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Gekrönte Liebe
Originaltitel: Amore Imperiale
Produktion: Titanus Film, Rom, Italien, 1941
Regie: Alexandre Volkoff
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Reinhard W. Noack
Synchronaufnahmen im Februar 1943, aufgenommen im Tobis-Synchronstudio, Sellerstr., Berlin
Tonsystem:  Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DIFU-Deutsch-Italienische Film-Union, Berlin
Deutsche Erstaufführung: Frühjahr 1943

Rolle- Darsteller– Deutsche Stimme:

Elena Maria (OF: Elisabeth)         – Luisa FeridaGerda Maria Terno
Danilo (OF: Alessio Romowski)   – Claudio GoraHannsgeorg Laubenthal
Nadeschda (OF: Naritschkina)     – Laura NucciLu Säuberlich
Premierminister Brassel (OF: Biron)  – Lamberto PicassoWolf Trutz
Königin Anka Irina (OF: Anna)     – Olga V. GentilliGertrud Spalke
Graf Valescu (OF: Vassili)               – Ennio Cerlesi Hanns Eggerth
Oberst Marko                                    – Nino MarchesiniHerbert Gernot
Ileana                                                  – Franca BelliIrmingard Schreiter

Inhalt:

Die junge Prinzessin Elena Maria gerät in eine Intrige des Premierministers Brassel. Doch Hilfe bekommt die junge Prinzessin von Offizier Danilo.

Anmerkungen:

Im italienischen Original spielt die Handlung im zaristischen Rußland. Doch da das Deutsche Reich seit Juni 1941 im Krieg mit der Sowjetunion war, verlegte man in der deutschen Fassung die Handlung in ein anderes Land. Gerda Maria Terno (1909-1995), deutsche Stimme der Hauptdarstellerin Luisa Ferida, begann ihre Theaterkarriere 1929 am Stadttheater Osnabrück. Nach Stationen in Aachen und Köln kam sie 1937 nach Berlin. Erste Filmrollen folgten 1938/39. In Der Florentiner Hut und Paradies der Junggesellen stand sie mit Hauptdarsteller Heinz Rühmann vor der Kamera. Sie sprach auch nach dem Krieg bis Mitte der 1950er Jahre synchron, u.a. für Deborah Kerr oder Janet Leigh.

Einmal im Jahr (F 1942 – DF 1942)

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Einmal im Jahr
Originaltitel: Caprice
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Leo Joannon
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 7.8.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lise                             – Danielle Darrieux                 Irmingard Schreiter
Philipp                       – Albert Préjean                        Heinz Herkommer
Constant                   – Jean Parédès                           Walter Klam

Inhalt:

Die junge Schauspielerin Lise kommt als Blumenmädchen verkleidet in ein Luxusrestaurant. Eigentlich will sie in der Verkleidung auf einen Maskenball. Doch sie trifft auf Philipp, der -einmal im Jahr- sich als reicher Gönner ausgibt und dem armen „Blumenmädchen“ helfen möchte. Eine Reihe von Irrungen beginnt…

Anmerkungen:

Über Heinz Herkommer (1889-?), die deutsche Stimme von Albert Préjèan, ist leider nur wenig bekannt. Als Schauspieler war er in den Filmen „Der Student von Prag“ (1935) und „Spuk im Museum“ (1938) zu sehen. Als Synchronschauspieler war er bereits in den 1930er Jahren in Berlin tätig. Bei der Continental in Paris gehörte er zum „Synchron-Stammpersonal“. Nach dem Krieg Synchronarbeit bei der DEFA.

Ihr erstes Rendezvous (F 1941/ DF 1942)

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deutsches Filmplakat

Ihr erstes Rendezvous
Originaltitel: Premier Rendez-Vous
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: 
Deutsche Erstaufführung:  20.03.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Micheline Chevassu – Danielle Darrieux   – Dialoge: Irmingard Schreiter
……………………………………………………………… – Gesang: Danielle Darrieux
Nicolas Rougemont         – Fernand Ledoux       Werner Pledath
Pierre Rougemont            – Louis Jourdan           Carl Balhaus
Roland                                  – Jean Tissier               Paul Walther
Angèle                                  – Rosine Luguet          Irene Hübner
Leiterin Mädchenheim   – Gabrielle Dorziat     Lilli Schönborn
Frl. Christophine              – Suzanne Dehelly      Gerti Ober
Max de Vatremont            – Jean Parédès             Heinz Herkommer
Chaveau-Laplace              – Daniel Gélin              Horst Fleck
Jean de Vaugelas               – Georges Marchal      Wolfgang Staudte
Schuldirektor                     – Georges Mauloy         Georg Eilert

Inhalt:

Micheline ist Zögling in einem Waisenhaus. Heimlich antwortet sie auf eine Zeitungsannonce. Ihr Briefpartner entpuppt sich als der nicht mehr ganz so junge Nicolas, seines Zeichens Lehrer. Micheline flüchtet aus dem Waisenhaus und findet Unterschlupf bei Nicolas. Dort lernt sie seinen Neffen Pierre kennen- und verliebt sich in ihn. Doch bevor Micheline und Pierre zusammenkommen müssen die beiden einige Schwierigkeiten überwinden.

Anmerkungen:

Eine hübsche, sympathische Liebesgeschichte. Danielle Darrieux synchronisierte das Lied „Le Premier Rendez-Vous“ selbst. Ihre Dialoge wurden gesprochen von Irmingard Schreiter (1919-2014). Irmingard Schreiter hatte eine kurze Karriere beim deutschen Film: 1937 spielte sie in dem Liebesfilm „“Liebe kann lügen“ mit. 1943 spielte sie in „Familie Buchholz“ und deren Fortsetzung „Neigungsehe“. Nach dem Krieg spielte sie in keiner Filmproduktion mehr mit. Louis Jourdan (1921-2015) stand damals noch am Anfang seiner Filmkarriere, die ihn bis zum Bond-Bösewicht in „Octopussy“ führte. Sein deutscher Sprecher war hier Carl Balhaus (1905-1968). Carl Balhaus (auch: Ballhaus) filmte seit 1926; u.a. war er als Schüler in „Der blaue Engel“ (1930) zu sehen. Als aktives Gewerkschaftsmitglied bekam er während der Nazi-Herrschaft nur kleinere Rollen beim Film. Nach dem Krieg lebte Balhaus in der Ostzone bzw. DDR, wo er bis zu seinem Tode Intendant des Landestheaters in Eisenach war. Gelegentlich wirkte er in DEFA-Filmen mit.
Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass das Tonverfahren hier nicht das in Deutschland übliche Tobis-Klangfilm-Verfahren war, sondern das US-Amerikanische Western Electric.

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„Le Premier Rendez-Vous“ gesungen von Danielle Darrieux (franz. Version)

 

Die Continental-Film in Paris

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Logo der Continental-Film

Am 25. Juni 1940 tritt der Waffenstillstand zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich in Kraft. Frankreich wird aufgeteilt: in einen von den Deutschen besetzten Nord-Westen sowie einem unbesetzten Südosten, dem sogenannten Vichy-Frankreich unter General Pétain. Mit der Besetzung Frankreichs kommt es auch zu einer Neugestaltung der französischen Kulturpolitik. Propagandaminister Joseph Goebbels entsendet im Herbst 1940 den deutschen Filmproduzenten Alfred Greven (1897-1973) nach Paris. Greven wird am 1.10.1940 Geschäftsführer der Continental-Films S.A. Alfred Greven ist seit 1920 im Filmgeschäft tätig. Er ist bei diversen deutschen Filmfirmen tätig; 1937 wird er Produktionschef der neu gegründeten Terra-Filmkunst AG. Goebbels ernennt Greven im Februar zum neuen Produktionschef der UFA. Doch schon bald gerät Greven in den Skandal um Goebbels und die Schauspielerin Lida Baarova. Greven setzt sich dafür ein, dass der 1938 verbotene Spielfilm „Preußische Liebeslegende“ (mit der Baarova in der weiblichen Hauptrolle) aus kommerziellen Gründen doch aufgeführt wird. Außerdem setzt er sich für eine Neuverpflichtung der tschechischen Schauspielerin durch die UFA ein. Das erregt das Missfallen von Goebbels-Gattin Magda. Die setzt nun ihren Geliebten, den Staatssekretär im Propagandaministerium Karl Hanke, auf Greven an. Hanke betreibt die Entlassung von Greven. Im Herbst 1940 wird Greven dann aber, wie weiter oben erwähnt, neuer Chef der Continental-Film in Paris.

Offiziell in die Continental-Film eine französische Produktionsfirma; de facto wird die Gesellschaft jedoch von der deutschen Cautio-Treuhandgesellschaft geführt. Die Cautio untersteht dem deutschen Propagandaministerium- und damit Minister Goebbels. Die Anweisungen erhält Greven vom Chef der Cautio, Max Winkler. Goebbels wünscht, dass die Continental einfache, kitschige Filme herstellt. Alfred Greven aber sieht das Ganze anders. Er setzt sich mit Eifer für die neue Firma ein und verpflichtet Stars wie die Schauspieler Fernandel, Harry Baur, Edwige Feuillère, Pierre Fresnay, Raimu oder Danielle Darrieux. Ferner Regisseure wie Maurice Tourneur, Henri Decoin oder Christian-Jaque. Der Regisseur und Autor Henri-Georges Clouzot macht bei der Continental seine ersten Filme. Viele der hier genannten Personen müssen sich nach dem Krieg vor Gericht verantworten und werden teilweise mit (vorübergehendem) Berufsverbot belegt.

Als erster Film geht am 17.02.1941 „L’Assassinat du Père Noel“ in Produktion, der deutsche Titel lautet später „Mord am Weihnachtsabend“, später auch als „Mord am Weihnachtsmann“ bekannt. Bis Anfang 1944 werden 30 Spielfilme hergestellt. Für den deutschsprachigen Markt werden viele der Filme deutsch synchronisiert. Die Synchronarbeiten werden direkt in Paris durchgeführt. Mit der Leitung wird der bisher als Herstellungsleiter für verschiedene Produktionsfirmen arbeitende Hans Conradi (1886-1956) verpflichtet. Hans Conradi ist für die Continental als Synchronregisseur tätig, teilweise auch als Dialogbuchautor. Für viele der Dialogbücher ist allerdings auch Richard Busch zuständig. Busch ist ein „alter Hase“ auf dem Gebiet; er hat schon in den 1930er Jahren sehr viele Dialogbücher verfasst, oft in Zusammenarbeit mit dem Dialogregisseur Reinhard W. Noack. Als Synchronschauspieler werden u.a. Ernst Legal, Werner Pledath, Irmingard Schreiter, Wolfgang Staudte oder Rudolf Platte verpflichtet.

Im Mai 1942 wird Alfred Greven bei Goebbels zum Rapport bestellt. Der Minister ist mit dem Niveau der Continental-Filme unzufrieden: es ist ihm zu hoch. Außerdem soll Greven in Paris deutschsprachige Filme mit deutschen Schauspielern herstellen. Greven versucht dies zunächst hinauszuzögern. Für die Saison 1944 plant er dann aber doch, auch deutsche Filme herzustellen. Dazu versucht Greven die deutschsprechenden italienischen Schauspielerinnen Alida Valli und Vivi Gioi für Titelrollen zu verpflichten; dies misslingt. Im Mai 1944 verpflichtet Greven dann die Schauspieler Oskar Sima, Wolf Albach-Retty und Inge Egger. Doch zur Produktion kommt es nicht mehr. Die Alliierten landen in der Normandie und befreien Frankreich. Alfred Greven arbeitet nach dem Krieg auch wieder in der Filmproduktion, stellt allerdings nur noch drei Spielfilme (u.a. „Bonjour Kathrin“, mit Caterina Valente, 1955) und zwei Dokumentarfilme her. Danach ist er als Produzent für das Fernsehen tätig.

Mord am Weihnachtsabend, 1941 (deutsche Synchronfassung) – mit Harry Baur (Stimme: Ernst Legal) und Raymond Rouleau (Stimme: Wolfgang Staudte)

Mein Freund, der Präsident (HUN 1941 – DF 1944)

Mein Freund, der Präsident
Originaltitel: András
Produktion: Mester Filmkft.,Ungarn, 1941
Regie: Viktor Bánky
Deutsche Fassung: Deutsche Synchron Film GmbH, Berlin
Produktionsleitung: Ulrich Mohrbutter
Dialogregie:
 Just Scheu
Dialogbuch: Just Scheu
Tonsystem: Tobis-Klangfilm (HUN & D)
Deutscher Verleih:  Schneider Film GmbH (u.a. Regionalverleihe)
Deutsche Erstaufführung:  1944

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Andras Laczkó                  – Antal Páger                    Harry Giese
Kati                                       – Bella Bordy                    Irmingard Schreiter
Lili                                        – Váleria Hidvéghy          Aenne Bruck
Direktor Richter               – Jozsef Timar                  Adolf Ziegler
Gusztav Szalkay               – Béla Mihályaffi             Walter Werner
Präsident Komopay        – Gyula Csortos                Wolf Trutz
Verwalter Demeter         – Lajos Köpeczi Boocz     Hans Meyer-Hanno
Pentek                                – Jozsef Bihari                   Franz Weber
Istvan Kovacs                   – Györy Nagyajtay             Christian Gollong

weitere Synchronsprecher: Herbert Weißbach, Erika Goerner, Erich Dunskus, Oskar Höcker, Herbert Klatt

Inhalt:

Andras Laczkó arbeitet als Bürobote in einer großen Firma. Deren Chef Szalkay möchte mit dem Präsidenten einer großen Landmaschinenfirma, Komopay, einen Vertrag abschließen. Dafür gibt er ein großes Fest. Dazu wird Andras als Hilfskellner engagiert. Durch eine Verwechslung glaubt der Präsident in Andras einen guten alten Bekannten von früher wiedererkannt zu haben. Von nun an möchte der Präsident Andras bei allen Verhandlungen dabei haben. Firmenchef Szalkay möchte Andras daraufhin weg haben und setzt ihn als Inspektor auf einem Gut ein. Dort stellte Andras fest, dass Direktor Richter hinter dem Rücken des Chefs üble Spekulationsgeschäfte betreibt…

Anmerkungen:

„Mein Freund, der Präsident“ gehört zu einer Handvoll Filmen, die während des Krieges aus ungarischer Produktion in die deutschen Kinos gelangte. Die Hauptrolle spielte Antal Páger (1899-1986), der zwischen 1932 und 1986 weit über 150 Filme drehte. Sein deutscher Sprecher, Harry Giese, wurde bis dahin meist für (jugendliche) Helden, Liebhaber oder elegante Herren eingesetzt. Als Sprecher der „Deutschen Wochenschau“ war er für laute und fanatische Töne zuständig. Hier musste er sich aber zurücknehmen, um dem kleinen Büroboten die „richtige Stimme“ zu geben. Wäre der Film in Deutschland gedreht worden, hätte die Rolle sicher gut zu Heinz Rühmann gepasst. Die deutsche Bearbeitung wurde bei der „Deutschen Synchron Film GmbH“ in Berlin durchgeführt. Die „Deutsche Synchron Film GmbH“ war eine UFA-Tochter. Deren Leitung oblag Ulrich Mohrbutter. Mohrbutter war bis 1942 als Produktionsleiter bei der UFA tätig (u.a. für „U-Boote westwärts“, 1941). Für die Dialogregie und die deutschen Worte sorgte Just Scheu. Scheu war ein Multitalent. Er arbeitete als Schauspieler, Drehbuchautor, Komponist und nach dem Krieg als Rundfunksprecher. Hier wurde er bei Radio Frankfurt und dem Nordwestdeutschen Rundfunk sehr populär. Er starb 1956 an den Folgen einer Blinddarmoperation, nur 53 Jahre alt.