Nachtfalter (CZE 1941 – DF 1942)

nachtfalter

Nachtfalter
Originaltitel: Nocni motyl
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1941
Regie: Franz (= Frantisek) Cap
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: ?
Synchronfassung hergestellt in den JOFA-Ateliers, Berlin-Johannisthal (Oktober 1942)
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe (Märkische; Panorama; Schneider; Südost)
Deutsche Erstaufführung:  Februar 1943

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marta, Erzieherin           – Hanna Witt (=Hana Vitova) Ursula Grabley
Leutnant Kala                  – Svatopluk Benes                      Harry Giese
Kiki                                      – Lil Andina                                  Lotte Rausch
Oberleutnant Warga      – Gustav Nezval                          Wolfgang Lukschy
Helene, seine Frau          – Marie Glasrová                         – Lu Säuberlich
Mischa, ein Student       – Rudolf Hrusinsky                   Will Quadflieg
Martas Arbeitgeber        – Jaroslav Marvan                      C.W. Burg
seine Frau                         – Elen Halkova                            Margarete Lanner
Herr Leopold                   – Eduard Kohout                         Alfred Haase

Inhalt:

1904. Die junge Marta arbeitet als Erzieherin in einem Haushalt. Die Frau des Haushalts ist allerdings eifersüchtig auf Marta. Ihr ist die junge Frau zu hübsch und sie missgönnt ihr die-oberflächliche- Bekanntschaft zu einem Leutnant. Daraufhin verlässt Marta den Haushalt. Sie gerät in den Lebenskreis ihrer lebenslustigen Freundin Kiki. Kiki ist ein „Nachtfalter“, ein leichtsinniges junges Mädchen, die den Herren zugetan ist. Marta verliebt sich in einen jungen Offizier, doch dieser erwidert die Liebe nicht. Daraufhin verliert Marta den Halt, das Leben ist für sie sinnlos. Sie wird Sängerin in einer Tanzbar, wo auch Kiki arbeitet. Noch einmal scheint es das Schicksal gut mit ihr zu meinen; ein junger Student sucht ihre Nähe. Doch dann, in einer Neujahrsnacht, sieht sie ihre große Liebe, den Offizier wieder. Auf der Straße will der Offizier Marta in die Arme schließen- doch da wird sie von einem Schuss tödlich getroffen- abgefeuert von dem eifersüchtigen Studenten.

Anmerkungen:

Ein weiterer Film aus der Produktion der Lucernafilm in Prag. Die Hauptdarstellerin Hana Vitova, deren Name in Deutschland in „Hanna Witt“ eingedeutscht wurde, spielte auch in einigen deutschsprachigen Produktionen mit („Der zweite Schuß“, 1943; „Freunde“, 1944). Regisseur Frantisek Cap arbeitete in Deutschland unter dem Namen Franz Cap. Er drehte vor allem in den 1950er Jahren einige Filme in der Bundesrepublik („Das ewige Spiel“, 1951; „Die Spur führt nach Berlin“, 1952; „Die Geierwally“, 1956).

Filmausschnitt (Originalfassung)

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Die maskierte Geliebte (CZE 1940 – DF 1942)

die maskierte geliebte cz plakat
tschechisches Filmplakat

Die maskierte Geliebte
Originaltitel: Maskovaná milenka
Produktion: Lucernafilm, Prag, 1940
Regie: Otakar Vavra
Deutsche Fassung: Lüdtke &  Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Tobis-Klangfilm
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Baronin Lenka Rosetti      – Lida Baarova      dto.
Hauptmann Leon Costy   – Gustav Nezval    Harry Giese

weiterer Synchronsprecher: Christian Gollong

Inhalt:

Nach einer großen Enttäuschung will sich die schönen Baronin Lenka nicht mehr verlieben- da tritt ein junger Hauptmann in ihr Leben…

Anmerkungen:

Ein weiterer Film mit Lida Baarova. Auch hier spielt sie eine geheimnisvolle Schöne, die am Ende auf ihre große Liebe trifft. Die bislang herausgefundene Synchronbesetzung ist  momentan noch nicht sehr ergiebig.

Fräulein Frechdachs (I 1941 – DF 1942)

Fräulein Frechdachs

Fräulein Frechdachs
Originaltitel: Scampolo
Produktion: Itala, Italien (1941)
Regie: Nunzio Malasomma
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DiFu- Deutsch-Italienische Film-Union, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  28.10.1942, Berlin (Astor)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Scampolo                 – Lilia Silvi                       Reva Holsey
Tito Sacchi               – Amedeo Nazzari         Wolfgang Lukschy
Gerardo Bernini     – Carlo Romano              Werner Pledath
Franca                       – Luisa Garella               Ursula Grabley
Giulia Bernini         – Nice Rainieri               Lotte Betke

Inhalt:

Der Ingenieur Tito Sacchi lebt mehr schlecht als recht in einer kleinen Pension. Eines Tages trifft er die junge Scampolo, die als Wäscheausträgerin arbeitet. Dann gewinnt Sacchi einen Wettbewerb. Nun hat er Geld und kann mit Scampolo zusammenleben.

Anmerkungen:

Der Filmstoff wurde gleich mehrfach verfilmt. 1928 als italienischer Stummfilm unter dem Titel „Das Mädchen der Straße“ mit Carmen Boni in der Titelrolle. Die erste Tonfilmversion war „Scampolo, ein Kind der Straße“ (Deutschland 1932) mit Dolly Haas. Die heute noch bekannteste Version ist von Alfred Weidenmann 1957 gedreht worden: „Scampolo“, mit Romy Schneider, Paul Hubschmid und Georg Thomalla. Im gleichen Jahr wurde eine deutsche TV-Version gedreht; in der Titelrolle Frances Martin.

 

Ursula Grabley

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(Ursula Margarete Marie Feodora Grabley)
(08.12.1908, Woltersdorf bei Berlin – 06.04.1977, Brilon)

Ihre Eltern waren der Arzt Dr. med. Paul Ludwig Grabley und seine Ehefrau Johanna Elisabeth, geb. Rohrbeck. Sie erhielt Privatunterricht und besuchte Mädchenpensionate in Weimar und Wolfenbüttel. Sie machte eine Ausbildung an der Handelsoberschule in Hamburg und nahm Tanzunterricht an der Tanzbühne Laban. Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie an den Hamburger Kammerspielen. Hier lernte sie auch ihren ersten Ehemann, Viktor de Kowa kennen, den sie 1926 heiratete. 1928 gehen die beiden an die Volksbühne in Berlin. Den Durchbruch schafft sie 1930 am Künstlertheater in der Komödie „Jill und Jim“. Es folgen weitere Engagements, u.a. am Theater am Kurfürstendamm. Nachdem sie 1929 -noch im Stummfilm- einen ersten kleinen Filmauftritt hat, gelingt ihr im Tonfilm ab 1931 der Durchbruch. Als modernes Mädel -selbstbewusst, burschikos, unbekümmert und temperamentvoll- (CINEGRAPH) ist sie die Partnerin von Harry Liedtke, Siegfried Arno, Conrad Veidt oder Hans Söhnker. Mit blonden Haaren präsentiert sie sich in Harry Piels „Der Dschungel ruft“ (1936). Mit Piel war sie auch in „Der unmögliche Herr Pitt“ (1938) auf der Leinwand zu sehen. Im selben Jahr heiratet sie, inzwischen von Viktor de Kowa geschieden, Edgar Heyl. 1939 wird sie nach einer Auseinandersetzung mit Propagandaminister Goebbels für den Film kaltgestellt. Sie spielt Theater und leiht ausländischen Kolleginnen in der Synchronisation ihre Stimme. Erst gegen Kriegsende sieht man sie wieder in kleineren Rollen beim Film, so in Käutners „Unter den Brücken“. Nach dem Krieg lebt Ursula Grabley in Hamburg. Sie spielt vor allem am Theater und tritt ab 1949 gelegentlich in Kinofilmen vor die Kamera, später auch im TV („Der Kommissar“) auf. Ab 1939, nach ihrer Auseinandersetzung mit Goebbels, synchronisiert Ursula Grabley viele Hauptrollen. Auch nach dem Krieg ist sie immer wieder im Synchronstudio aktiv.
Ursula Grabley, seit 1968 mit ihrem Jugendfreund Werner Gumpert verheiratet, erliegt am 6. April 1977 während einer Theatertournee im sauerländischen Brilon einem Schlaganfall.

Synchronrollen bis 1945 (Auswahl):
(angegeben sind der deutsche Verleihtitel, der synchronisierte Schauspieler, Synchronfirma und Synchronjahr)

  • Rivalin der Zarin (Annie Vernay, Lüdtke & Rohnstein, 1939)
  •  Katja, die ungekrönte Kaiserin (Danielle Darrieux, Lüdtke & Rohnstein, 1939)
  •  Ein Mann wird entführt (Maria Denis, Lüdtke & Rohnstein, 1940)
  •  Lotterie der Liebe (Laura Nucci, Lüdtke & Rohnstein,  1940)
  •  Alarm im Warenhaus (Assia Noris, Lüdtke & Rohnstein, 1940)
  •  Skandal um Dora (Assia Noris, Lüdtke & Rohnstein, 1940)
  •  Sehnsucht (Estrellita Castro, Lüdtke & Rohnstein, 1941)
  •  Fräulein Frechdachs (Luisa Garella, Lüdtke & Rohnstein, 1942)
  •  Nachtfalter (Hanna Witt/ Hana Vitova, Lüdtke & Rohnstein, 1942/43)

 

 

 

Ruth Hellberg

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(geborene Ruth Elisabeth Gribbohm) 02. November 1906, Berlin – 26.April 2001, Feldafing

Ruth Hellberg war die (uneheliche) Tochter des Schauspielers und Theaterintendanten Fritz Holl und der Schauspielerin und Theaterhochschullehrerin Margit Gribbohm, die sich mit Künstlernamen Margit Hellberg nannte. Ruth Hellberg gab 1923 ihr Theaterdebüt am Landestheater Meiningen. Es folgten Theaterstationen in Hamburg, München, Königsberg, Leipzig, Wien sowie 1938-45 das Berliner Staatstheater. 1933 gab sie ihr Filmdebüt in „Was wissen denn die Männer“. Ihr größter Filmerfolg wurde 1938 „Yvette“. Es folgen danach noch Auftritte u.a. in „Heimat“ (1938, mit Heinrich George, Zarah Leander), „Der Postmeister“ (1940, mit Heinrich George), „Bismarck“ (1940, mit Paul Hartmann. Viele ihrer Filme wurden von Wolfgang Liebeneiner inszeniert, mit dem sie von 1933 bis 1943 verheiratet war. In erster Ehe war sie mit dem Verleger Fritz Landshoff verheiratet.

Schon seit Mitte der 1930er Jahre war Ruth Hellberg auch in der Synchronisation tätig. Auch nach dem Krieg widmete sie sich ausführlich dieser Tätigkeit. Zu ihren „Kundinnen“ gehörten u.a. Vivien Leigh, Myrna Loy, Helen Hayes oder Jeanne Moreau.

Nach die Krieg war Ruth Hellberg vor allem auf der Theaterbühne aktiv. Sie spielte u.a. in Stuttgart, Wiesbaden und Hamburg. Im Fernsehen war sie nur selten zu sehen, einen letzten Kinoauftritt hatte sie 1991.

Synchronrollen bis 1945 (Auswahl):
(angegeben sind der deutsche Verleihtitel, der synchronisierte Schauspieler, Synchronfirma und Synchronjahr)

  • David Copperfield (Maureen O’Sullivan, Tobis-Melofilm, 1935)
  • Anna Karenina (Maureen O’Sullivan, MGM, 1936)
  • Der Rächer (Margo, MGM 1937)
  • Kleinstadtmädel (Nebenrolle, MGM 1937)
  • Lustige Sünder (Nebenrolle, MGM 1937)
  • Maienzeit (Lynne Carver, MGM 1937)
  • Skandal auf der Rennbahn (Maureen O’Sullivan, MGM 1937 – in D verboten)
  •  Der Lausbub aus Amerika (Maureen O’Sullivan, MGM, 1938)
  • Der Werkpilot (Myrna Loy, MGM, 1938)
  •  Alkazar (Maria Denis, Lüdtke & Rohnstein, 1941)
  • Verlassen (Maria Denis, Lüdtke & Rohnstein, 1941)
  •  Die Liebeslüge (Alida Valli, Lüdtke & Rohnstein, 1942)
  •  Reifende Mädchen (Alida Valli, Lüdtke & Rohnstein, 1942)
  •  Mädchen in Not (Alida Valli, Lüdtke & Rohnstein, 1942)
  • Die heimliche Geliebte (??, Lüdtke & Rohnstein, 1942)*
  • 9 Uhr Chemiestunde (??, Lüdtke & Rohnstein, 1942)*
  •  Unsichtbare Ketten (Alida Valli, Lüdtke & Rohnstein, 1943)
  •  Rigoletto (Maria Mercader, Lüdtke & Rohnstein, 1943)

*Zu diesen Filmen waren keine weiteren Angaben zu ermitteln (Herkunft, Schauspieler…)


Heinrich George, Zarah Leander und Ruth Hellberg in „Heimat“ (1938)