Hoheit tanzt inkognito (USA 1937 – DF 1938)

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Original-Filmplakat

Hoheit tanzt inkognito
Originaltitel: Rosalie
Produktion: MGM, USA, 1937
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Sprachaufnahmen: Juni 1938
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  28.07.1938 – Berliner EA: 19.12.1938 (Marmorhaus)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Dick Thorpe                – Nelson Eddy               Wilhelm Borchert
Rosalie                         – Eleanor Powell           Lu Säuberlich
Der König                    – Frank Morgan            Harry Liedtke

Inhalt:

Der West-Point Kadett Dick Thorpe verliebt sich in die Studentin Rosalie. Doch die stellt sich als Prinzessin eines europäischen Königreiches heraus. Dick will die Hoffnung auf Rosalie schon aufgeben, doch das Schicksal will es anders.

Anmerkungen:

Eleanor Powell (1912-1982), war in jenen Jahren eine der beliebtesten Tänzerinnen und Schauspielerinnen in den USA. Ihr erster Erfolg war „Broadway-Melodie“ (1936). Es folgten Filme wie „Zum Tanzen geboren“, „Broadway Melodie 1938“ und „Südsee-Nächte“ (1939). All diese Filme liefen auch im damaligen Deutschen Reich. Bis auf den ersten wurde Powell in allen anderen Filmen von Lu Säuberlich (1911-1976) synchronisiert. Für Ernst-Wilhelm Borchert dürfte dies eine der ersten Synchronhauptrollen gewesen sein. Borchert war ab der 1950er Jahre einer der am häufigsten eingesetzten Synchronschauspieler (Henry Fonda, Alan Ladd, Johnny Weissmüller, William Holden, Richard Widmark, Charlton Heston, Alec Guinness….)

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Maienzeit (USA 1937 – DF 1937)

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Filmplakat aus Österreich

Maienzeit
Originaltitel: Maytime
Produktion: MGM 1937
Regie: Robert Z. Leonard
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  15.10.1937 – Berliner EA: 05.01.1938 (Capitol, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marica Morney/ Miss Morrison – Jeanette MacDonald      Hanna Waag
Paul Allison                                    – Nelson Eddy                    Alf von Sivers
Nicolai Nazaroff                            – John Barrymore             Fritz Odemar
Kip Stuart                                       – Tom Brown                       – ?
Barbara Roberts                            – Lynn Carver                     Ruth Hellberg

weiterer Synchronsprecher: Siegfried Schürenberg

Inhalt:

Im Mai. Die alte Jungfer Miss Morrison tröstet einen jungen Mann der Liebeskummer hat. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der alten Dame um die früher gefeierte Operndiva Marica Morney handelt. Einst studierte sie in Paris Musik bei dem berühmten Gesangslehrer Nazaroff. Der ältere Mann verliebt sich in die junge Sängerin und hält um ihre Hand an. Aus Verantwortungsgefühl gibt sie nach, obwohl sie Nazaroff nicht liebt. Da trifft sie den jungen Sänger Paul Allison- beide verlieben sich ineinander. Dennoch heiratet sie Nazaroff. Die Ehe verläuft unglücklich. Nach Jahren trifft sie Paul wieder- die beiden haben immer noch Gefühle füreinander. Doch Marica widersteht der Versuchung, doch Nazaroff missversteht die Situation und erschießt den vermeintlichen Widersacher. Und so wird aus der Sängerin Marica Morney die verhärmte Miss Morrison.

Anmerkungen:

Nachdem das Paar MacDonald/Eddy mit „Tolle Marietta“ einen großen Erfolg verbuchen konnten, bekamen sie die Hauptrollen für „Maienzeit/ Maytime“. Regisseur Edmond Goulding begann 1936 mit den Dreharbeiten, die jedoch im September nach dem plötzlichen Tod des MGM-Produktionschefs Irving Thalberg eingestellt wurden. Danach wurde das Projekt gründlich überarbeitet. Die Regie übernahm jetzt Robert Z. Leonard, das Drehbuch wurde völlig überarbeitet. Der Film wurde 1937 der erfolgreichste Film für MGM.
Der deutsche Sprecher von Nelson Eddy ist hier Alf von Sivers (1907-1946; auch: Alf von Sievers).  Er spielte in einigen Kinoproduktionen zwischen 1935 und 1938 mit. Er starb am 1. April 1946 bei einem Autounfall.


Filmausschnitt (Original)

 

Manuel (USA 1937 – DF 1938)

manuel
US-Filmplakat

Manuel
Originaltitel: Captains Courageous
Titel in Österreich: Seeteufel
Produktion: MGM 1937
Regie: Victor Fleming
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  26.01.1938, Berlin (U.T. Tauentzien-Palast- OmU)

Der Film wurde 1969  nochmals synchronisiert: Michael Chevalier spricht hier für Spencer Tracy

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Harvey Cheyne         – FREDDIE BARTHOLOMEW- Wolfgang Kieling
Manuel                       – SPENCER TRACY                  – René Deltgen
Disko                          – LIONEL BARRYMORE          – Erich Ponto
Herr Cheyne             – MELVYN DOUGLAS              – Siegfried Schürenberg
Onkel Salters            – CHARLEY GRAPEWIN          – Franz Weber
Long Jack                  – JOHN CARRADINE                – Hans A. von Schlettow

Inhalt:

Der verwöhnte Harvey geht während einer Schiffskreuzfahrt über Bord. Er wird vom Matrosen Manuel gerettet. Harvey besteht darauf, dass Kapitän Disko den Kurs ändert und ihn nach Hause bringt. Doch der denkt gar nicht daran und behält den Millionärssohn an Bord. Der -scheinbar naive- Matrose Manuel macht aus Harvey einen anderen Menschen.

Anmerkungen:

Wolfgang Kieling (1924-1985), der deutsche Sprecher von Freddie Bartholomeuw, gehörte zu den Kinderstars der 1930er Jahre in Deutschland. Nach dem Krieg hatte er auch als Erwachsener großen Erfolg (in beiden Teilen Deutschlands). René Deltgen sprach mehrfach für Spencer Tracy („San Franzisko“, „Lustige Sünder“, „Manuel“, „Der Werkpilot“, nach dem Krieg auch in „Arzt und Dämon“).

US-Trailer

Der Werkpilot (USA 1938 – DF 1938)

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US-Filmplakat

Der Werkpilot
Originaltitel: Test Pilot
weitere Titel: Der Testpilot (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1938
Regie: Victor Fleming
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin (Synchronaufnahmen August 1938)
Dialogregie: Karl-Heinz Stroux
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  19.08.1938, Berlin (Capitol, OmU)

Der Film wurde 1990 fürs TV neu synchronisiert: mit Norbert Langer (Gable), Monika Barth (Loy) und Horst Schön (Tracy).

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jim Lane                                 – Clark Gable               Gustav Knuth
Ann Barton                            – Myrna Loy                 Ruth Hellberg
Gunner Morse                       – Spencer Tracy          René Deltgen
Howard B. Drake                  – Lionel Barrymore   Franz Weber
General Ross                          – Samuel S. Hinds     Herbert Gernot
Landlady                                 – Marjorie Main          Roma Bahn
Joe                                             – Ted Pearson              Kurt Meisel
May Benson                           – Gloria Holden           Alice Treff

weitere Synchronsprecherin: Lu Säuberlich („Klara“)

Inhalt:

Testpilot Jim Lane muss auf einer Farm in Texas notlanden. Dort lebt Ann Barton, die sich sofort in Jim verliebt. Schon am nächsten Tag heiraten die beiden. Doch dann muss Ann erkennen, welch gefährlichen Beruf Jim ausübt. Sie fügt sich aber und schwört Jims bestem Freund, dem Mechaniker Gunner Morse, dass sie immer Jim beistehen wird. Dann sollen Jim und Gunner einen neuen Bomber testen. Statt Bomben wird das Flugzeug mit Sandsäcken beladen. Die Maschine gerät ins Trubeln und die Sandsäcke begraben Gunner unter sich. Jim will seinen besten Freund nicht alleine lassen und springt nicht mit dem Fallschirm ab. Es gelingt ihm zu landen, doch für Gunner kommt jede Hilfe zu spät. Jim gibt seinen Beruf auf und kehrt zu Ann zurück.

Anmerkungen:

Der vorletzte Clark-Gable-Film, der in Nazi-Deutschland angelaufen ist. Für Gable ist diesmal nicht Siegfried Schürenberg als Synchronstimme im Einsatz (vermutlich war er wg. anderer Verpflichtungen nicht abkömmlich). So hörten die Kinozuschauer damals Gustav Knuth, der damals am Beginn seiner Kinolaufbahn stand. Allzu oft ist Knuth nicht im Synchronatelier im Einsatz gewesen; nach jetzigem Stand ist noch ein Einsatz für Robert Taylor in „Ein Lausbub aus Amerika“ (ebenfalls 1938) bekannt.

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Die deutschen Stimmen der Hauptdarsteller: Gustav Knuth, Ruth Hellberg, René Deltgen

Und sowas nennt sich Detektiv (USA 1936 – DF 1937)

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US-Filmplakat

Und sowas nennt sich Detektiv
Originaltitel: After the Thin Man
weitere Titel: Es geschah zu Silvester (Österreich) – Nach dem dünnen Mann; Dünner Mann, 2. Fall (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1936
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Eduard Wiemuth
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonmeister: Martin Müller
Tonschnitt: Werner Jacobs
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  18.01.1938, Berlin (Marmorhaus, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Nick Charles             – William Powell              – Siegfried Schürenberg
Nora Charles            – Myrna Loy                      Erika Dannhoff
David Graham          – James Stewart               Hugo Schrader
Selma                          – Elissa Landi                    Karin Vielmetter
Dr. Kammer              – George Zucco                 Erich Ponto
Betrunkener              – Charles Amt                  Erich Fiedler
„The Kid“                   – Murray Alper                 Hans Hessling
Taxifahrer                   – Frank Otto                      Franz Weber

Der Film wurde 1969 neu synchronisiert: mit Friedrich Schönfelder (Powell), Rosemarie Fendel (Loy) und Gerhart Lippert (Stewart)

Inhalt:

Nora und Nick Charles begeben sich für eine spontane Silvesterfeier nach San Francisco. Dort werden sie in einen neuen Fall verwickelt. Noras Tante bittet die beiden, nach Noras Cousine Selmas Ehemann zu suchen, einem notorischen Frauenhelden. Der Frauenheld taucht zwar schnell wieder auf, wird jedoch kurz nach der Rückkehr erschossen. Doch das ist leider nicht die letzte Leiche…

Anmerkungen:

Hinter dem etwas umständlichen deutschen Titel (der sich auf einen Dialog am Ende des Films bezieht) verbirgt sich die US-Krimikomödie „After the Thin Man“ (1936), dem zweiten Film einer sechsteiligen Reihe. Der erste Teil „The Thin Man“ (1934) wurde 1935 von der deutschen Filmprüfstelle verboten. Teil 2 durfte dann in Deutschland laufen. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich und schwer vorstellbar stellt sich heute die Besetzung von Hugo Schrader für James Stewart dar. Karin Vielmetter war mit dem Kollegen Peter Elsholtz verheiratet, der ebenfalls in der Synchronisation beschäftigt war. Die Kinder des Ehepaares, Edith und Arne, wurden ebenfalls Schauspieler, wobei Arne Elsholtz eine der bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands werden sollte, der oft auch für Dialoge und Dialogregie zuständig war. Karin Vielmetter war nach dem Krieg auch als Dialogbuchautorin tätig. Erika Dannhoff (1909-1996), die Stimme von Myrna Loy,  wurde 1928 Schauspielerin und spielte bereits ab 1929 in Filmen mit. 1934 bis 1939 war sie an der Volksbühne Berlin und am Deutschen Theater in Berlin engagiert. 1939 wechselte ans Staatstheater München, von 1942 bis 1948 war sie in Dresden tätig. Bis 1986 war sie immer wieder in Kino- und Fernsehrollen zu sehen. In zweiter Ehe war sie mit dem Schauspielerkollegen Erik Schumann verheiratet.

Lustige Sünder (USA 1936 – DF 1937)

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Original-Filmplakat

Lustige Sünder
Originaltitel: Libeled Lady
Produktion: MGM, 1936
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Theodor Haerten
Dialogbuch: Paul Mochmann
Tonmeister: Oscar Haarbrandt
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  01.10.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Bill Chandler          – William Powell        Siegfried Schürenberg
Gladys                       – Jean Harlow              Tina Eilers
Connie Allenbury  – Myrna Loy                 – ?
Dan Haggerty          – Spencer Tracy         René Deltgen
Mr. Allenbury          – Walter Conolly       C.W. Burg
Mr. Blane                  – Charley Grapewin  Erich Ponto
Evans, Angellehrer- E. E. Clive                Hubert von Meyerinck
Ching                         – Otto Yamaoka         Wilfried Seyferth
Johnny                       – William „Billy“ BenedictHans Hessling
Scheidungsdetektiv – William Newell    Erich Fiedler
Redakteur                  – William Stack         Herbert Gernot

 

Die ARD ließ den Film Ende der 1980 Jahre neu synchronisieren: mit Ortwin Speer (Powell), Daniela Lohmeyer (Harlow), Monika Barth (Loy) und Horst Schön (Tracy).

Inhalt:

Dan Haggerty, Chefredakteur des „New York Evening Star“ ist nicht zu beneiden. Seine Redaktion hat eine erfundene Geschichte über die Millionenerbin Connie Allenbury gebracht- die Auslieferung lässt sich nicht mehr stoppen. Haggerty eilt in die Redaktion, dafür lässt er seine Braut Gladys vor dem Traualtar stehen. Doch das nützt nichts, dem Blatt steht eine fünf-Millionen-Dollar-Klage von Vater Allenbury ins Haus. Da kommt Haggerty eine Idee: sein früherer Redakteur, Bill Chandler, soll für die Zeitung die Kohlen aus dem Feuer holen: Chandler soll Haggertys Braut Gladys heiraten, um sich danach an Millionenerbin Connie heranzumachen. Sollte Connie Chandler Avancen erwidern, so wäre die Klage vom Tisch. Doch so einfach kommt es leider doch nicht: Gladys verliebt sich in ihren (Schein-) Ehemann Bill Chandler aber auch Connie verliebt sich in den charmanten Bill. Es beginnt ein wildes Durcheinander, doch am Schluss finden die „richtigen“ Paare zueinander.

Anmerkungen:

Eine der besten und erfolgreichsten Screwball-Comedies der 1930er Jahre. Eine turbulente Handlung und witzige Dialoge (in der deutschen Fassung ganz ausgezeichnet von Paul Mochmann umgesetzt) machen den Film zum Vergnügen.
Waren Siegfried Schürenberg (für William Powell) und Tina Eilers (für Jean Harlow) deren Stammsprecher in Deutschland, so galt das auch für die Kombination Spencer Tracy/ René Deltgen. Der Luxemburger Schauspieler (1909-1979) begann seine Filmkarriere mit dem Film „Das Mädchen Johanna“ (1935). Von da ab war er im deutschen Film vielbeschäftigt. Meist als Abenteurer („Kautschuk“, 1938), Zirkusartist („Die 3 Codonas“, 1940, „Zirkus Renz“, 1943), aber auch als Schurke („Achtung! Feind hört mit!“, 1940; „Anschlag auf Baku“, 1941) eingesetzt, war er einer der beliebtesten Schauspieler in Deutschland. 1945/46 wurde ihm in Luxemburg wg.  Kollaboration mit den Nazis der Prozess gemacht. Er wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe (die er nur zum Teil absitzen musste), 100.000 Francs Geldstrafe und dem Verlust der luxemburgischen Staatsangehörigkeit (die er 1952 zurückerhielt) verurteilt.  Ab 1949 wirkte er wieder im bundesdeutschen Nachkriegsfilm mit, meist als zwielichtiger Charakter. Sehr bekannt auch seine Hörspielauftritte als Detektiv „Paul Temple“. Gelegentlich synchronisierte er auch wieder, so dreimal Kirk Douglas und auch einmal Spencer Tracy („Arzt im Zwielicht“). René Deltgen erlag Anfang 1979 einem Krebsleiden.

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René Deltgen

Saratoga (USA 1937 / DF 1937/38)

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US-Filmplakat

Saratoga
Originaltitel: Saratoga
Produktion: MGM, 1937
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Synchronisiert im November/Dezember 1937
Tonsystem:
 Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  04.02.1938

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Duke Bradley                   – Clark Gable            – Siegfried Schürenberg
Carol Clayton                   – Jean Harlow           – Tina Eilers
Großvater Clayton          – Lionel BarrymoreErich Ponto
Jesse Kiffmeyer               – Frank Morgan        – Harry Liedtke
Hartley Madison             – Walter Pidgeon      – ?
Fritzi                                   – Una Merkel             – ?

Inhalt:

Mit Widerwillen nimmt Buchmacher Duke Bradley den Schuldschein seines Freundes Frank Clayton an. Während eines Pferderennens verstirbt Frank an einem Herzanfall. Dessen Tochter Carol, aus Europa heimgekehrt, verspricht Duke den Schuldschein zu vergessen. Carols Verlobter, Hartley Madison, will den Schuldschein auslösen, doch Carol will die Schuld selbst bezahlen. Carol will Duke auf den Rennen begleiten und mitarbeiten- dabei verlieben sie sich. Duke will Hartley überreden, große Summen auf Pferde zu wetten- Hartley hatte vor Jahren eine große Summe bei Duke gewonnen. Nun hat Carol das Gefühl, von Duke ausgenutzt zu werden. Sie verspricht daraufhin Hartley, ihn zu heiraten, wenn ihr Pferd das große „Saratoga-Rennen“ gewinnt. Daraufhin setzt Hartley eine große Summe auf Carols Pferd. Doch das Rennen wird -durch Zielfotoentscheid- von einem Pferd von Fritzi Kiffmeyer gewonnen, einer alten Freundin von Duke. Carol ist froh darüber, denn sie wollte nicht, dass Duke ruiniert wird. Duke und Carol finden wieder zueinander.

Anmerkungen:

Der letzte Film von Jean Harlow (1911-1937). Nachdem ca. 90% des Filmes abgedreht waren, brach Harlow am Set zusammen- sie verstarb im Krankenhaus an Nierenversagen. MGM plante zunächst, die Szenen mit Jean Harlow mit einer anderen Schauspielerin nachzudrehen. Doch dann wurden die noch fehlenden Szenen mit Mary Dees als Double (sie wurde nur von hinten gefilmt) und Paula Winslowe als Synchronstimme nachgedreht. Clark Gable war schon in 7 gemeinsamen Filmen der Partner von Harlow. Oft war auch William Powell der Partner von Jean Harlow- die beiden waren auch privat liiert. Siegfried Schürenberg und Tina Eilers, die deutschen Stimmen von Gable und Harlow, waren seit 1935 in fast allen Filmen deren Sprecher.

Filmausschnitt (US-Original)

Kleinstadtmädel (USA 1936 – DF 1937)

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US-Filmplakat

Kleinstadtmädel
Originaltitel: Small Town Girl
Produktion: MGM, USA, 1936
Regie: William A. Wellman
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  25.05.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Kay Brannan                 –Janet Gaynor              Ellen Schwanneke
Dr. Bob Dakin              – Robert Taylor             Heinz von Cleve
Priscilla Hyde               – Binnie Barnes             – ?
Dr. Dakin                      – Lewis Stone               C.W. Burg
Elmer Clampett            – James Stewart            – ?

Inhalt:

Kay Brannan hat das Leben in der Kleinstadt Carvel satt. Der Alltag verläuft immer gleich und auch ihr Verehrer Elmer ist ein arger Langweiler. Am Abend wird Kay fast von einem Auto angefahren. Am Steuer ist der junge Arzt Bob Daskin, der daraufhin mit Kay feiern geht. Angetrunken bietet ihr Bob die Ehe an. Kay zögert zunächst, doch dann willigt sie ein- denn das ist die Chance, endlich der ungeliebten Kleinstadt zu entfliehen. Wieder nüchtern, sieht Bob, was er gemacht hat und bietet Kay die Annullierung der Ehe an. Die beiden fahren zu Bobs Eltern. Um einen Skandal zu vermeiden, schlagen die Eltern vor, dass Kay und Bob ein halbes Jahr zusammenbleiben um sich dann scheiden zu lassen. Kay willigt ein. Zunächst widerwillig ziehen die beiden zusammen, doch allmählich beginnen die beiden Gefühle für den anderen zu entwickeln. Doch da ist auch noch Priscilla Hyde, mit der Bob eigentlich verlobt war. Heimlich trifft sich Bob mit Priscilla. Kay kehrt zu ihrer Familie zurück. Dort ist alles wie immer, auch ihr alter Verehrer Elmer taucht wieder auf. Doch dann kommt Bob vorbei, der Kay klarmacht, dass er sich gar nicht von ihr scheiden lassen will. Die beiden fahren in eine glückliche Zukunft.

Anmerkungen:

Ursprünglich waren Jean Harlow und Robert Montgomery für die Hauptrollen vorgesehen. Regie sollte Jack Conway führen, der aber durch William A. Wellman ersetzt wurde. James Stewart -hier noch in einer kleinen Nebenrolle- drehte allein 1936 neun Filme, wodurch er langsam zum Star aufstieg.
Janet Gaynors deutsche Stimme ist hier Ellen Schwanneke. Ellen Schwanneke (andere Schreibweise: Schwannecke; 1906 [andere Quelle: 1907]-1972), Tochter des Schauspielers Viktor Schwanneke, wächst in München auf. Sie beginnt als Volontärin bei den Münchner Kammerspielen, spielt dann bei verschiedenen Wanderbühnen. Ein erstes festes Engagement erhält sie bei den Hamburger Kammerspielen. Friedrich Holländer engagiert sie 1931 für seine Kabarett-Revue „Allez hopp“. Im gleichen Jahr debütiert sie in Leontine Sagans „Mädchen in Uniform“ im deutschen Film. Ein Jahr später ist sie die Tochter Asta Nielsens in deren einzigem Tonfilm „Unmögliche Liebe“. Bis 1937 ist Ellen Schwanneke in einigen weiteren deutschen Filmen zu sehen; dann geht sie 1937 nach Österreich. Nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich kommt es zum Eklat: sie schlägt eine persönliche Einladung Hitlers zum „Tag der deutschen Kunst“ aus und emigriert über die Schweiz in die USA. Hier spielt sie am Theater und tritt auch im Kabarett auf. 1943 wirkt sie als einzige Nichtjüdin im Kabarett „Die Arche“ mit. 1947 kehrt Ellen Schwanneke nach Europa zurück und lebt fortan in der Schweiz, wo sie Theater spielt. Gastspiele führen sie auch Berlin oder Frankfurt/M.

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Eine Dame der Gesellschaft (USA 1936 – DF 1937)

Eine Dame der Gesellschaft

Eine Dame der Gesellschaft
Originaltitel: The Last of Mrs. Cheney
Produktion: MGM, USA, 1936
Regie: Richard Boleslawski; George Fitzmaurice, Dorothy Arzner (beide ungenannt)
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: – / Österreich: MGM, Wien
Deutsche Erstaufführung: Österreich: September 1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Fay Cheney                – Joan Crawford              Lu Säuberlich
Charles                        – William Powell             – Siegfried Schürenberg
Lord Arthur Dilling  – Robert Montgomery  Erich Nikowitz
Lord Kelton                – Frank Morgan              Harry Liedtke
Herzogin                     – Jessie Ralph                   Margarete Kupfer
Willie Wynton           – Nigel Bruce                   Will Dohm

Inhalt:

Fay Cheney und ihr „Diener“ Charles machen während einer Atlantiküberquerung  die Bekanntschaft mit Lord Dilling und seiner Familie. Fay und Charles wollen eine berühmte Perlenkette stehlen. Doch die beiden werden von Dilling, der sich inzwischen in Fay verliebt hat, überrascht. Beide sollen der Polizei übergeben werden; doch Fay ist im Besitz eines Briefes der die „feine Gesellschaft“ schwer kompromittiert. Daraufhin bietet man Fay eine große Geldsumme an, damit der Brief verschwindet. Doch da zerreißt sie den Brief- und nimmt das Geld nicht an. Aber dafür wird sie die Ehefrau Lord Dillings.

Anmerkungen:

Der Regisseur Richard Boleslawski verstarb während der Dreharbeiten; der Film wurde zunächst von George Fitzmaurice weitergeführt, der allerdings erkrankte. Er wurde von Dorothy Arzner beendet.
Dies ist ein Beispiel für einen Film, der zwar in Deutschland synchronisiert wurde, dort aber nie gelaufen ist. MGM legte den Film 1937 zur Prüfung vor; er wurde aber von der Kontingentstelle verboten. Ein Verbotsgrund könnte in der Hauptdarstellerin Joan Crawford liegen, die sich kurz zuvor wg. „deutschfeindlichen Aussagen“ bei den braunen Machthabern unbeliebt gemacht hatte. Trotzdem wurde der Film von MGM deutsch synchronisiert, obwohl das Reichsgebiet als Absatzmarkt dadurch ausfiel. Vermutlich lief die deutsch synchronisierte Fassung nicht nur in Österreich und der Schweiz, sondern auch in Ländern wie Polen oder der Tschechoslowakei, die in der Regel nicht die US-Fassung, sondern die deutsch synchronisierte Version übernahmen, jeweils mit Untertiteln in der Landessprache unterlegt. MGM verfuhr übrigens nicht nur hier so, sondern auch bei Filmen wie der Marx-Brothers-Komödie „Ein Tag auf der Rennbahn“. Bei dem Film war von vornherein klar, dass er -aufgrund der jüdischen Hauptdarsteller- nie eine Chance hatte in Deutschland zu laufen.
Die deutsche Stimme von Frank Morgan gehört Harry Liedtke. Harry Liedtke (1882-1945) gehörte zu den großen Stummfilmstars in Deutschland. Liedtkes Filmkarriere beginnt schon 1912. Besonders in den 1920er Jahren wird er der Liebhaber und Charmeur des deutschen Stummfilms: „Die Austernprinzessin“ (1919), „Der Mann ohne Namen“ (1920/21), „Sumurun“ (1920), „Die Finanzen des Großherzogs“ (1923), „Die Försterchristel“ (1926) oder „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ (1929- ein Film mit einer kurzen Tonfilmeinlage; Harry Liedtke singt -mit der Stimme Richard Taubers- das Titellied) wären hier zu nennen. Mit dem Aufkommen des Tonfilms beginnt sein Stern zu sinken. Es ist allerdings weniger das neue Medium, welches Liedtke zu schaffen macht. Er ist einfach für sein Rollenfach (Liebhaber, Charmeur) zu alt geworden (obwohl die damalige Presse anderes behauptet; so schreibt Siegfried Kracauer in der „Frankfurter Zeitung“ am 13.04.1931: „Harry Liedtkes Stimme trübt das Rosenrot seines Lächelns“); mit dem Übergang zu älteren Herren tut er sich schwer. Im Film kann er erst 1942 mit „Sophienlund“ (Regie: Heinz Rühmann) wieder an alte Erfolge anknüpfen. Als Synchronschauspieler hat Harry Liedtke eine besondere „Beziehung“ zum US-Kollegen Frank Morgan, dem er gleich mehrfach seine Stimme leiht. Harry Liedtke ist in erster Ehe verheiratet mit Hanne Schütt, in zweiter Ehe mit der Kollegin Käthe Dorsch (lt. Wikipedia 1920-1928; lt. Cinegraph 1920-1926). Nach einer Beziehung mit der Schauspielerin Maria Paudler heiratet er in dritter Ehe die Reinhardt-Schauspielerin Christa Tordy (= Dr. phil. Annelise Uhlhorn, 1904-1945). Liedtke lebt seit den 1920er Jahren in Bad Saarow-Pieskow, ca. 70 km südöstlich von Berlin. Als Bad Saarow Ende April 1945 von der Roten Armee erobert wird, dringen am 28. April 1945 Rotarmisten in das Haus Harry Liedtkes ein und versuchen seine Ehefrau zu vergewaltigen. Als sich Liedtke schützend vor seine Frau stellt, wird er von den Soldaten mit einer Bierflasche erschlagen. Auch Christa Tordy wird umgebracht.

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Harry Liedtke (ca. 1922)

Anna Karenina (USA 1935/ DF 1935/36)

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Anna Karenina
Originaltitel: Anna Karenina
Produktion: MGM, USA, 1935
Regie: Clarence Brown
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Wilhelm Reinking
Dialogbuch: Paul Mochmann, Theodor Rocholl
Tonschnitt: Albert Baumeister, G. von Einsiedel
Tonmeister: Martin Müller
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: MGM, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  31.01.1936, Berlin (Capitol, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Anna Karenina                     – Greta Garbo              Sonik Rainer
Graf Wronski                        – Fredric March           Siegfried Schürenberg
Karenin                                  – Basil Rathbone         – Werner Pledath
Sergei                                     – Freddie BartholomeuwHorst Teetzmann*
Kitty                                        – Maureen O’Sullivan – Ruth Hellberg
Gräfin Wronski                    – May Robson                – ?
Stiva                                        – Reginald Owen          Wolf Trutz
Jaschwin                                – Reginald Denny         Siegfried Breuer
Levin                                       – Gyles Isham                Erich Fiedler
Iwanowitsch, Erzieher      – Guy d’Ennery              C.W. Burg

*Die Filmzeitschrift „Mein Film“ führte Horst Kleemann als deutsche Stimme des „Sergei“ auf. Ich vermute, dass es sich dabei um einen Schreibfehler handelt und der deutsche Kinderdarsteller Horst Teetzmann gemeint ist.
MGM ließ den Film 1953 neu synchronisierten, mit Ingeborg Grunewald (Garbo), Siegfried Schürenberg (March) und Alfred Balthoff (Rathbone).

Inhalt:

Anna Karenina ist entsprechend den Konventionen der Zeit mit dem älteren, aber sehr respektablen Karenin verheiratet. Die Eheleute sind Mitglieder der besseren Gesellschaft von Sankt Petersburg und achten sich gegenseitig, ohne sich wirklich zu lieben. Anna widmet ihre gesamte Fürsorge und alle Gefühle ihrem Sohn Sergei. Eines Tages lernt sie in Moskau den Grafen Wronski, einen Offizier der Imperialen Garde, kennen. Anna verliebt sich in den galanten Verführer und beide versuchen, jenseits der gesellschaftlichen Konventionen glücklich zu werden. Doch Karenin akzeptiert die Trennung nur unter der Bedingung, dass Anna ihren Sohn nicht wiedersieht. Das anfängliche Liebesglück zwischen ihr und Wronski nimmt indes bald ein jähes Ende, als Wronski sich von ihr trennt um mit seinen früheren Kameraden an einem Feldzug teilzunehmen. Anna verkraftet diese neuerliche Trennung nicht mehr und wirft sich vor einen Zug.

Anmerkungen:

Greta Garbo spielte die Rolle bereits 1927 in „Love“, einem Stummfilm mit ihrem damaligen Dauerpartner John Gilbert als „Wronski“. Die Garbo zählte zu den beliebtesten ausländischen Filmstars jener Jahre in Deutschland (auch bei der NS-Führung).

Die deutsche Stimme in diesem Film gehört Sonik Rainer (eigentlich Antonia Steinkleiber, 1907-?). Sonik Rainer war in erster Linie Theaterschauspielerin, u.a. am Wiener Burgtheater, am Deutschen Theater in Berlin, am Preußischen Staatstheater (Berlin) und am Zürcher Schauspielhaus. Aufsehen erregte Sonik Rainer, als sie im Oktober 1935 ihren Sohn von ihrem geschiedenen Mann, dem Fabrikanten Walter Engelmann entführte, der das Sorgerecht für das gemeinsame Kind besaß. Da Engelmann Jude war, wurde die Geschichte politisch instrumentalisiert. Das Sorgerecht blieb dennoch beim Vater, der 1940 in die USA emigrierte. Sonik Rainer sprach die „Göttliche“ auch in den früheren Filmen „Königin Christine“ (1933) und „Der bunte Schleier“ (1934). In anderen Quellen wird Aida Stukering als deutsche Synchronstimme für die Garbo in „Anna Karenina“ genannt- dies ist falsch.