Vorhang auf! (USA 1929 – DF 1930)

GoldDiggersBroadway2
US-Filmplakat

Vorhang auf!
Originaltitel: Gold Diggers of Broadway
Produktion: Warner Bros., The Vitaphone Company, USA, 1929
Regie: Roy del Ruth
Deutsche Fassung: Synchronstudio „Rhythmographie“, Am Halleschen Tor, Berlin
Dialogregie: Karl Zander
Assistenz: Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: ?
Gesamtleitung: Viktor Abel
Tonsystem: Vitaphone (USA)  – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: National-Filmverleih, Berlin (?)
Deutsche Erstaufführung:  Oktober 1930

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jenny (OF: Jerry)       – Nancy Welford             Ilse Baerwald
Steff (OF: Stephen)  – Conweay Tearle            Bruno Fritz
Mabel                            – Winnie Lightner          Lotte Werkmeister
Anni (OF: Ann)           – Ann Pennington           Annie Frank-Schlessing
Lilian (OF: Eleanor)  – Lilyan Tashman           Elsa Häusler
Walter (OF: Wally)    – William Bakewell         Alfons Steinfeld
Nick                                – Nick Lucas                      Siegfried Nunberg
Violet                              – Helen Foster                   – Käte Foerder
Blank (OF: Blake)        –Albert Gran                    Karl Wallauer
Tipsy (OF:Topsy           – Gertrude Short              Hanna Korten-Altmann

Inhalt:

Der Film handelt von einer Gruppe Showgirls, deren Star Anni ist. Anni ist hinter dem Gitarristen Nick her- aber nicht nur sie. Als Anni eine Auseinandersetzung mit einem anderen Mädchen hat, verletzt sie sich am Auge. Das ist die Chance für die junge Jenny, die nun die Hauptrolle erhält. Aber sie bekommt nicht nur die Hauptrolle, sondern auch den jungen Wally.

Anmerkungen:

Dieser Revuefilm ist das Remake eines Stummfilms aus 1923. Der Film hat eine (Zweifarben-) Technicolor-Sequenz. Ob dieser Ausschnitt auch in der deutschen Kinoversion zu sehen war, ist nicht bekannt. Der Film wurde im Vitaphone-Nadeltonverfahren hergestellt.
Der Film ist eine der ersten in Deutschland hergestellten Synchronisationen, hergestellt bei der „Rhythmographie“ in Berlin. Die meisten der mitwirkenden Synchronsprecher sind heute nahezu unbekannt. Der bekannteste ist sicherlich der Berliner Schauspieler und Kabarettist Bruno Fritz (1900-1984). 1935 gründete er mit Tatjana Sais und Günter Neumann das Kabarett „Tatzelwurm“, von 1948 bis 1967 war er Mitglied des berühmten Kabaretts „Die Insulaner“ (auch von Günter Neumann gegründet). Seit Mitte der 1930er Jahre war er immer wieder in Nebenrollen im Film zu sehen, wobei er oft den „Ur-Berliner“ darstellte. Auch später im Fernsehen war er oft der „typische Berliner“. Als Synchronsprecher hatte er immer wieder Auftritte, so war er u.a. die Stimme von Richard Widmark in „Herrin der toten Stadt“.
Ilse Baerwald (Lebensdaten unbekannt) spielte u.a. an der Volksbühne Berlin. Sie trat in den Filmen „Zwischen Nacht und Morgen“ (1931) und „Das erste Recht des Kindes“ (1932) auf.
Lotte Werkmeister (1885-1970) war vor allem im Kabarett und im Varieté tätig. Ab 1917 war Lotte Werkmeister auch im Film zu sehen. Bis 1943 kommt sie auf über 35 Filmauftritte.
Siegfried (auch: Siegmund) Nunberg (1879-1950) begann seine Theaterlaufbahn in Schlesien. Nach diversen Theaterstationen über ein Jahrzehnt lang in Berlin am Deutschen Theater unter Max Reinhardt beschäftigt. 1930 einzige deutsche Filmrolle in „Dreyfus“. Nach 1933 erhielt der jüdische Schauspieler nur Beschäftigung beim jüdischen Kulturbund. 1938 gelang ihm die Flucht in die USA. Seit 1944 US-Staatsbürger verdiente er sich seinen Lebensunterhalt zuletzt als Bankangestellter.
Käte Foerder (1894-1978) war 1926 am Theater in Gotha beschäftigt; 1930 trat sie im Weimarer Rundfunk auf. 1932 hatte sie eine kleine Rolle im Kinofilm „Das erste Recht des Kindes“. Nach der Machtergreifung wirkte sie kurz beim jüdischen Kulturbund und emigrierte dann in die Niederlande und trat dort im Theater auf. Sie war mit Siegfried Mayerson Maerzon verheiratet, mit dem sie 2 Kinder hatte. Sie starb 1978 in Haifa, Israel.
Karl (Carl) Wallauer (1874-1937) trat zwischen 1917 und 1928 in rund 10 Stummfilmen auf. Er war außerdem als Präsident der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger gewerkschaftlich tätig.
Über Annie Frank-Schlessing, Elsa Häusler, Alfons Steinfeld und Hanna Korten-Altmann ist leider nichts bekannt.

 

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