Maienzeit (USA 1937 – DF 1937)

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Filmplakat aus Österreich

Maienzeit
Originaltitel: Maytime
Produktion: MGM 1937
Regie: Robert Z. Leonard
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  15.10.1937 – Berliner EA: 05.01.1938 (Capitol, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Marica Morney/ Miss Morrison – Jeanette MacDonald      Hanna Waag
Paul Allison                                    – Nelson Eddy                    Alf von Sivers
Nicolai Nazaroff                            – John Barrymore             Fritz Odemar
Kip Stuart                                       – Tom Brown                       – ?
Barbara Roberts                            – Lynn Carver                     Ruth Hellberg

weiterer Synchronsprecher: Siegfried Schürenberg

Inhalt:

Im Mai. Die alte Jungfer Miss Morrison tröstet einen jungen Mann der Liebeskummer hat. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der alten Dame um die früher gefeierte Operndiva Marica Morney handelt. Einst studierte sie in Paris Musik bei dem berühmten Gesangslehrer Nazaroff. Der ältere Mann verliebt sich in die junge Sängerin und hält um ihre Hand an. Aus Verantwortungsgefühl gibt sie nach, obwohl sie Nazaroff nicht liebt. Da trifft sie den jungen Sänger Paul Allison- beide verlieben sich ineinander. Dennoch heiratet sie Nazaroff. Die Ehe verläuft unglücklich. Nach Jahren trifft sie Paul wieder- die beiden haben immer noch Gefühle füreinander. Doch Marica widersteht der Versuchung, doch Nazaroff missversteht die Situation und erschießt den vermeintlichen Widersacher. Und so wird aus der Sängerin Marica Morney die verhärmte Miss Morrison.

Anmerkungen:

Nachdem das Paar MacDonald/Eddy mit „Tolle Marietta“ einen großen Erfolg verbuchen konnten, bekamen sie die Hauptrollen für „Maienzeit/ Maytime“. Regisseur Edmond Goulding begann 1936 mit den Dreharbeiten, die jedoch im September nach dem plötzlichen Tod des MGM-Produktionschefs Irving Thalberg eingestellt wurden. Danach wurde das Projekt gründlich überarbeitet. Die Regie übernahm jetzt Robert Z. Leonard, das Drehbuch wurde völlig überarbeitet. Der Film wurde 1937 der erfolgreichste Film für MGM.
Der deutsche Sprecher von Nelson Eddy ist hier Alf von Sivers (1907-1946; auch: Alf von Sievers).  Er spielte in einigen Kinoproduktionen zwischen 1935 und 1938 mit. Er starb am 1. April 1946 bei einem Autounfall.


Filmausschnitt (Original)

 

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Manuel (USA 1937 – DF 1938)

manuel
US-Filmplakat

Manuel
Originaltitel: Captains Courageous
Titel in Österreich: Seeteufel
Produktion: MGM 1937
Regie: Victor Fleming
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  26.01.1938, Berlin (U.T. Tauentzien-Palast- OmU)

Der Film wurde 1969  nochmals synchronisiert: Michael Chevalier spricht hier für Spencer Tracy

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Harvey Cheyne         – FREDDIE BARTHOLOMEW- Wolfgang Kieling
Manuel                       – SPENCER TRACY                  – René Deltgen
Disko                          – LIONEL BARRYMORE          – Erich Ponto
Herr Cheyne             – MELVYN DOUGLAS              – Siegfried Schürenberg
Onkel Salters            – CHARLEY GRAPEWIN          – Franz Weber
Long Jack                  – JOHN CARRADINE                – Hans A. von Schlettow

Inhalt:

Der verwöhnte Harvey geht während einer Schiffskreuzfahrt über Bord. Er wird vom Matrosen Manuel gerettet. Harvey besteht darauf, dass Kapitän Disko den Kurs ändert und ihn nach Hause bringt. Doch der denkt gar nicht daran und behält den Millionärssohn an Bord. Der -scheinbar naive- Matrose Manuel macht aus Harvey einen anderen Menschen.

Anmerkungen:

Wolfgang Kieling (1924-1985), der deutsche Sprecher von Freddie Bartholomeuw, gehörte zu den Kinderstars der 1930er Jahre in Deutschland. Nach dem Krieg hatte er auch als Erwachsener großen Erfolg (in beiden Teilen Deutschlands). René Deltgen sprach mehrfach für Spencer Tracy („San Franzisko“, „Lustige Sünder“, „Manuel“, „Der Werkpilot“, nach dem Krieg auch in „Arzt und Dämon“).

US-Trailer

Und sowas nennt sich Detektiv (USA 1936 – DF 1937)

afterthethinman
US-Filmplakat

Und sowas nennt sich Detektiv
Originaltitel: After the Thin Man
weitere Titel: Es geschah zu Silvester (Österreich) – Nach dem dünnen Mann; Dünner Mann, 2. Fall (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1936
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Eduard Wiemuth
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonmeister: Martin Müller
Tonschnitt: Werner Jacobs
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  18.01.1938, Berlin (Marmorhaus, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Nick Charles             – William Powell              – Siegfried Schürenberg
Nora Charles            – Myrna Loy                      Erika Dannhoff
David Graham          – James Stewart               Hugo Schrader
Selma                          – Elissa Landi                    Karin Vielmetter
Dr. Kammer              – George Zucco                 Erich Ponto
Betrunkener              – Charles Amt                  Erich Fiedler
„The Kid“                   – Murray Alper                 Hans Hessling
Taxifahrer                   – Frank Otto                      Franz Weber

Der Film wurde 1969 neu synchronisiert: mit Friedrich Schönfelder (Powell), Rosemarie Fendel (Loy) und Gerhart Lippert (Stewart)

Inhalt:

Nora und Nick Charles begeben sich für eine spontane Silvesterfeier nach San Francisco. Dort werden sie in einen neuen Fall verwickelt. Noras Tante bittet die beiden, nach Noras Cousine Selmas Ehemann zu suchen, einem notorischen Frauenhelden. Der Frauenheld taucht zwar schnell wieder auf, wird jedoch kurz nach der Rückkehr erschossen. Doch das ist leider nicht die letzte Leiche…

Anmerkungen:

Hinter dem etwas umständlichen deutschen Titel (der sich auf einen Dialog am Ende des Films bezieht) verbirgt sich die US-Krimikomödie „After the Thin Man“ (1936), dem zweiten Film einer sechsteiligen Reihe. Der erste Teil „The Thin Man“ (1934) wurde 1935 von der deutschen Filmprüfstelle verboten. Teil 2 durfte dann in Deutschland laufen. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich und schwer vorstellbar stellt sich heute die Besetzung von Hugo Schrader für James Stewart dar. Karin Vielmetter war mit dem Kollegen Peter Elsholtz verheiratet, der ebenfalls in der Synchronisation beschäftigt war. Die Kinder des Ehepaares, Edith und Arne, wurden ebenfalls Schauspieler, wobei Arne Elsholtz eine der bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands werden sollte, der oft auch für Dialoge und Dialogregie zuständig war. Karin Vielmetter war nach dem Krieg auch als Dialogbuchautorin tätig. Erika Dannhoff (1909-1996), die Stimme von Myrna Loy,  wurde 1928 Schauspielerin und spielte bereits ab 1929 in Filmen mit. 1934 bis 1939 war sie an der Volksbühne Berlin und am Deutschen Theater in Berlin engagiert. 1939 wechselte ans Staatstheater München, von 1942 bis 1948 war sie in Dresden tätig. Bis 1986 war sie immer wieder in Kino- und Fernsehrollen zu sehen. In zweiter Ehe war sie mit dem Schauspielerkollegen Erik Schumann verheiratet.

Lustige Sünder (USA 1936 – DF 1937)

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Original-Filmplakat

Lustige Sünder
Originaltitel: Libeled Lady
Produktion: MGM, 1936
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Theodor Haerten
Dialogbuch: Paul Mochmann
Tonmeister: Oscar Haarbrandt
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  01.10.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Bill Chandler          – William Powell        Siegfried Schürenberg
Gladys                       – Jean Harlow              Tina Eilers
Connie Allenbury  – Myrna Loy                 – ?
Dan Haggerty          – Spencer Tracy         René Deltgen
Mr. Allenbury          – Walter Conolly       C.W. Burg
Mr. Blane                  – Charley Grapewin  Erich Ponto
Evans, Angellehrer- E. E. Clive                Hubert von Meyerinck
Ching                         – Otto Yamaoka         Wilfried Seyferth
Johnny                       – William „Billy“ BenedictHans Hessling
Scheidungsdetektiv – William Newell    Erich Fiedler
Redakteur                  – William Stack         Herbert Gernot

 

Die ARD ließ den Film Ende der 1980 Jahre neu synchronisieren: mit Ortwin Speer (Powell), Daniela Lohmeyer (Harlow), Monika Barth (Loy) und Horst Schön (Tracy).

Inhalt:

Dan Haggerty, Chefredakteur des „New York Evening Star“ ist nicht zu beneiden. Seine Redaktion hat eine erfundene Geschichte über die Millionenerbin Connie Allenbury gebracht- die Auslieferung lässt sich nicht mehr stoppen. Haggerty eilt in die Redaktion, dafür lässt er seine Braut Gladys vor dem Traualtar stehen. Doch das nützt nichts, dem Blatt steht eine fünf-Millionen-Dollar-Klage von Vater Allenbury ins Haus. Da kommt Haggerty eine Idee: sein früherer Redakteur, Bill Chandler, soll für die Zeitung die Kohlen aus dem Feuer holen: Chandler soll Haggertys Braut Gladys heiraten, um sich danach an Millionenerbin Connie heranzumachen. Sollte Connie Chandler Avancen erwidern, so wäre die Klage vom Tisch. Doch so einfach kommt es leider doch nicht: Gladys verliebt sich in ihren (Schein-) Ehemann Bill Chandler aber auch Connie verliebt sich in den charmanten Bill. Es beginnt ein wildes Durcheinander, doch am Schluss finden die „richtigen“ Paare zueinander.

Anmerkungen:

Eine der besten und erfolgreichsten Screwball-Comedies der 1930er Jahre. Eine turbulente Handlung und witzige Dialoge (in der deutschen Fassung ganz ausgezeichnet von Paul Mochmann umgesetzt) machen den Film zum Vergnügen.
Waren Siegfried Schürenberg (für William Powell) und Tina Eilers (für Jean Harlow) deren Stammsprecher in Deutschland, so galt das auch für die Kombination Spencer Tracy/ René Deltgen. Der Luxemburger Schauspieler (1909-1979) begann seine Filmkarriere mit dem Film „Das Mädchen Johanna“ (1935). Von da ab war er im deutschen Film vielbeschäftigt. Meist als Abenteurer („Kautschuk“, 1938), Zirkusartist („Die 3 Codonas“, 1940, „Zirkus Renz“, 1943), aber auch als Schurke („Achtung! Feind hört mit!“, 1940; „Anschlag auf Baku“, 1941) eingesetzt, war er einer der beliebtesten Schauspieler in Deutschland. 1945/46 wurde ihm in Luxemburg wg.  Kollaboration mit den Nazis der Prozess gemacht. Er wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe (die er nur zum Teil absitzen musste), 100.000 Francs Geldstrafe und dem Verlust der luxemburgischen Staatsangehörigkeit (die er 1952 zurückerhielt) verurteilt.  Ab 1949 wirkte er wieder im bundesdeutschen Nachkriegsfilm mit, meist als zwielichtiger Charakter. Sehr bekannt auch seine Hörspielauftritte als Detektiv „Paul Temple“. Gelegentlich synchronisierte er auch wieder, so dreimal Kirk Douglas und auch einmal Spencer Tracy („Arzt im Zwielicht“). René Deltgen erlag Anfang 1979 einem Krebsleiden.

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René Deltgen

Saratoga (USA 1937 / DF 1937/38)

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US-Filmplakat

Saratoga
Originaltitel: Saratoga
Produktion: MGM, 1937
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Synchronisiert im November/Dezember 1937
Tonsystem:
 Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  04.02.1938

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Duke Bradley                   – Clark Gable            – Siegfried Schürenberg
Carol Clayton                   – Jean Harlow           – Tina Eilers
Großvater Clayton          – Lionel BarrymoreErich Ponto
Jesse Kiffmeyer               – Frank Morgan        – Harry Liedtke
Hartley Madison             – Walter Pidgeon      – ?
Fritzi                                   – Una Merkel             – ?

Inhalt:

Mit Widerwillen nimmt Buchmacher Duke Bradley den Schuldschein seines Freundes Frank Clayton an. Während eines Pferderennens verstirbt Frank an einem Herzanfall. Dessen Tochter Carol, aus Europa heimgekehrt, verspricht Duke den Schuldschein zu vergessen. Carols Verlobter, Hartley Madison, will den Schuldschein auslösen, doch Carol will die Schuld selbst bezahlen. Carol will Duke auf den Rennen begleiten und mitarbeiten- dabei verlieben sie sich. Duke will Hartley überreden, große Summen auf Pferde zu wetten- Hartley hatte vor Jahren eine große Summe bei Duke gewonnen. Nun hat Carol das Gefühl, von Duke ausgenutzt zu werden. Sie verspricht daraufhin Hartley, ihn zu heiraten, wenn ihr Pferd das große „Saratoga-Rennen“ gewinnt. Daraufhin setzt Hartley eine große Summe auf Carols Pferd. Doch das Rennen wird -durch Zielfotoentscheid- von einem Pferd von Fritzi Kiffmeyer gewonnen, einer alten Freundin von Duke. Carol ist froh darüber, denn sie wollte nicht, dass Duke ruiniert wird. Duke und Carol finden wieder zueinander.

Anmerkungen:

Der letzte Film von Jean Harlow (1911-1937). Nachdem ca. 90% des Filmes abgedreht waren, brach Harlow am Set zusammen- sie verstarb im Krankenhaus an Nierenversagen. MGM plante zunächst, die Szenen mit Jean Harlow mit einer anderen Schauspielerin nachzudrehen. Doch dann wurden die noch fehlenden Szenen mit Mary Dees als Double (sie wurde nur von hinten gefilmt) und Paula Winslowe als Synchronstimme nachgedreht. Clark Gable war schon in 7 gemeinsamen Filmen der Partner von Harlow. Oft war auch William Powell der Partner von Jean Harlow- die beiden waren auch privat liiert. Siegfried Schürenberg und Tina Eilers, die deutschen Stimmen von Gable und Harlow, waren seit 1935 in fast allen Filmen deren Sprecher.

Filmausschnitt (US-Original)

Shirley auf Welle 303 (USA 1937 – DF 1938)

Shirley auf Welle 303-2
US-Filmplakat

Shirley auf Welle 303
Originaltitel: Rebecca of Sunnybrook Farm
Produktion: 20th Century Fox, 1937
Regie: Allan Dwan
Deutsche Fassung: Deutsche Fox Film AG, Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack (?)
Dialogbuch: Richard Busch (?)
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  15.07.1938 – Berliner EA: 26.08.1938 (Tauentzien-Palast, OmU – U.T. Friedrichstraße (DF)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Camilla Winstead          –  Shirley Temple               Carmen Lahrmann
Anthony Kent                 –   Randolph Scott                – Siegfried Schürenberg
Orville Smithers             –   Jack Haley                         Harry Giese
Gwen                                   –  Gloria Stuart                     – ?
Lola Lee                             –   Phyllis Brooks                  – ?

Inhalt: 

Die Reklamechefs einer Haferflockenmarke haben den Rundfunkhörern Amerikas eine Sensation versprochen: demnächst soll im Radio die „Kleine Miss Amerika“ zu hören sein. Das Problem ist aber, dass sie nicht wissen, woher sie das Wunderkind überhaupt nehmen sollen. Bei Probeaufnahmen im Studio fällt ein Kind nach dem anderen durch- keine entspricht den Vorstellungen. Da singt die kleine Camilla vor- und Anthony Kent, der Werbemanager,  ist von der Stimme begeistert, die er im Lautsprecher hört. Doch dann läuft alles schief: Kents Assistent Orville soll Camilla einen Vertrag übergeben. Doch Orville hat nur Augen für die Sängerin Lola Lee; er verwechselt Camilla mit einem anderen Kind und schickt sie nach Hause. Die kleine Camilla ist danach mit ihrem Stiefvater wie vom Erdboden verschwunden. Nach dem vermeintlichen Fiasko will Camillas Stiefvater die Kleine soll schnell wie möglich loswerden. Er bringt sie zu seiner Schwester Miranda, die eine Farm auf dem Land hat. Die Tante hat allerdings größtes Misstrauen gegenüber Künstlern . Camilla blüht auf der Farm richtig auf. Eines Tages muss sie ein kleines Ferkel fangen, welches ausgerissen ist. Dabei trifft sie auf – Anthony Kent! Kent möchte einige Tage auf seiner Farm ausspannen, während sein Assistent Orville auf der Suche nach der kleinen Sängerin ist, die er versehentlich fortgeschickt hat. Doch dann hören die beiden im Nebenzimmer die Stimme Camillas- es ist das fortgeschickte Wunderkind! Sofort macht Kent Tante Miranda ein Angebot- doch die Tante mag bekanntlich keine Künstler und sagt rundweg nein. Doch Kent hat schon eine Idee: in seiner Farm wird ein Sender eingerichtet, damit Camilla dort auftreten kann. Camillas Cousine Gwen, die sich in Kent verliebt hat, sagt ihre Unterstützung zu. Und tatsächlich: Camilla tritt im Radio auf und die Sendung wird ein voller Erfolg. Doch nun tritt Camillas Stiefvater wieder auf den Plan; mit einer neuen „Mama“ und einem Rechtsanwalt holt er Camilla von der Farm ab. Die Kleine soll nun bei der Konkurrenz als „Miss Universum“ singen. Doch bei der Sendung versagt die Stimme des Mädchens. Ein Arzt bestätigt, dass sie zwei Jahre ihre Stimme schonen müssen. Unter diesen Umständen lässt sich der Stiefvater von Kent die Vormundschaft abkaufen. Doch was der Stiefvater nicht wusste: Camilla hat plötzlich ihre Stimme wieder- die Kleine hatte mit dem Arzt gemeinsame Sache gemacht. Glücklich lebt sie jetzt mit ihren neuen Eltern Anthony Kent und Gwen.

Anmerkungen:

Randolph Scott (1898-1987)  ist in Deutschland vor allem durch seine Western bekannt geworden. Als rechtschaffender Saubermann ritt er durch unzählige Western der 1940er und 1950er Jahre. Mit Peckinpahs „Sacramento“ (1962) beendete er seine langjährige Filmkarriere. Zu diesem Zeitpunkt galt Scott, der seine Gagen gewinnbringend angelegt hatte und eine eigene Filmproduktion besaß, als einer der reichsten Hollywood-Schauspieler. Gloria Stuart, die im Film Scotts Partnerin „Gwen“ spielt, wurde viele Jahre später noch einmal richtig bekannt: in James Camerons „Titanic“ (1997) spielte sie die alte „Rose“. Gloria Stuart starb 2010 im Alter von 100 Jahren.

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Randolph Scott

 

 

US-Trailer

Der kleinste Rebell (USA 1935 – DF 1936)

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US-Filmplakat

Der kleinste Rebell
Originaltitel: The Littlest Rebel
Titel in Österreich:  Der kleine Rebell
Produktion: 20th Century Fox, 1935
Regie: David Butler
Deutsche Fassung: Tobis Melofilm für Deutsche Fox Film, Berlin (Mai 1936)
Dialogregie: Reinhard W. Noack ?
Dialogbuch: Richard Busch ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Deutsche Fox Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  26.06.1936

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Virgie Cary                        – Shirley Temple          Carmen Lahrmann
Herbert Cary                     – John Boles                   Harry Giese
Oberst Morrison               – Jack Holt                      Siegfried Schürenberg
Frau Cary                           – Karen Morley               – ?
Onkel Bill                          – Bill Robinson                – ?

Das ZDF ließ den Film 1976 neu synchronisieren; für Shirley Temple sprach Madeleine Stolze.

Inhalt:

Die Familie Cary betreibt eine Farm im Süden der USA. Die Familie gibt ein Fest, der Sklave Onkel Bill unterhält die Gäste mit Tänzen. Da kommt die Nachricht, dass der Bürgerkrieg ausgebrochen ist. Die Farm der Carys wird von Unions-Soldaten unter dem Kommando von Oberst Morrison besetzt. Doch Herbert Cary, der für die Südstaaten kämpft, kann die Besetzung wieder aufheben.

Anmerkungen:

Shirley Temple tritt in diesem Film mit einem der bekanntesten Tänzer jener Jahre, Bill „Bojangles“ Robinson, zusammen auf. Die männliche Hauptrolle hat John Boles (1895-1969) inne, der in jenen Jahren sehr populär war (allerdings ließ seine Popularität Ende der 1930er Jahre stark nach). Boles wurde damals öfters von Harry Giese (u.a. „Die Botschaft an Garcia“, ebenfalls 1936) gesprochen- aber auch von Siegfried Schürenberg („Seitenwege des Lebens“, DF 1933).

Shirley Temple und Bill „Bonjangles“ Robinson tanzen (Originalversion)

Carmen Lahrmann singt auf Platte „Polly Wolly Doodle“ aus „Der kleinste Rebell“

Tiger Hai (USA 1932 – DF 1933)

tiger hai
US- Filmplakat

Tiger Hai
Originaltitel: Tiger Shark
Produktion: First National; The Vitaphone Company, 1932
Regie: Howard Hawks
Deutsche Fassung: Tobis-Topoly, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Curt Wesse
Tonkamera (= Tonmeister): Dr. Hans Bittmann 
Tonschnitt:
Albert Baumeister
Tonsystem:
 Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  National Filmverleih GmbH, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  14.03.1933, Berlin (Atrium).

Fürs TV Mitte der 1970er Jahre neu synchronisiert; für E. G. Robinson sprach Harald Juhnke

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Mike Mascarenhas Edward G. Robinson           – Leonard Steckel
Pipes Boley               Richard Arlen                        – Siegfried Schürenberg
Quita Silva                Zita Johann                            – Gerti Ober
Muggsay                     – Leila Bennett                        – Käte Foerder
Tony                             – J. Carroll Naish                     – Alfred Lichtenstein
Manuel Silva             William Ricciardi                 – Erich Kuttner
Fishbone                    – Vince Barnett                         – Carl Meyer

Inhalt:

Mike lebt in San Diego und lebt vom Thunfischfang. Als sein Boot bei einem Fischzug in Seenot gerät, muss die Mannschaft das Schiff verlassen. Dabei wird Mike von einem Hai angegriffen; der Hai beißt Mike eine Hand ab. Ein Jahr später geht bei einem Fischzug das Crewmitglied Manuel Silva über Bord und wird von Haien getötet. Mike überbringt die Todesnachricht Manuels Tochter, Quita. Er nimmt sich der jungen Frau an und versorgt sie. Als er ihr eines Tages einen Heiratsantrag macht, nimmt Quita aus Dankbarkeit an, obwohl sie Mike nicht liebt. Sie hat sich in Mikes Bootsmann, Pipes Boley, verliebt. Als Pipes verletzt wird, kümmert sich Quita um ihn; ihre Liebe zu ihm wird immer stärker. Als Pipes wieder genesen ist, begleitet Quita ihn und ihren Mann Mike. Als Quita Pipes umarmt, schlägt Mike ihn nieder und bringt ihn auf ein leckgeschlagenes Beiboot. Als Mike die Haie beobachtet, wie siePipes umkreisen, gerät sein Bein in die Halteleine und er wird über Bord gezogen. Die Haie stürzen sich auf Mike. Als die Besatzung Mike und Pipes an Bord holen, ist Mike schwer verletzt. Er bittet Pipes und Quita um Vergebung und stirbt.

Anmerkungen:

Die deutsche Fassung wurde nach dem Topoly-Synchronverfahren hergestellt. Von der Synchronbesetzung mussten Leonard Steckel, Käte Foerder und Alfred Lichtenstein wg. ihres jüdischen Glaubens Deutschland verlassen. Gerti Ober (1907-1987) wirkte bis Anfang der 1940er Jahre in einigen Spielfilmen mit, darunter „Donner, Blitz und Sonnenschein“ (1936, mit Karl Valentin, Liesl Karlstadt) oder „Jenny und der Herr im Frack (1941). Seit Anfang der 1930er Jahre war sie auch umfangreich in der Synchronbranche tätig. Zunächst als Sprecherin, u.a. für Merle Oberon („Sechs Frauen und ein König“) oder für ihre deutsche Landsfrau Mady Christians („Heidi“). Später schrieb sie auch Dialogbücher, so in Zusammenarbeit mit C.W. Burg für den italienischen Kriegsfilm „Die Letzten von Giarabub“ (1943).

 

Ich bin ein entflohener Kettensträfling (USA 1932-DF 1933)

Ich bin ein entflohener Kettensträfling
Originaltitel: I Am a Fugitive from a Chain Gang
Produktion: Warner Bros., 1932
Regie: Mervyn LeRoy
Deutsche Fassung: Tobis-Topoly, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Curt Wesse
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  National Filmverleih GmbH, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  17.03.1933, Berlin (Mozartsaal)

1966 neu synchronisiert unter dem Titel „Jagd auf James A.“ – Für Paul Muni sprach Michael Chevalier.

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

James Allen                   – Paul Muni                       – Veit Harlan
Marie                               – Glenda Farrell               – Maria Czamska
Helen                               – Helen Vinson                – Gerti Ober
Linda                                – Noel Francis                  – Traute Witt
Pete                                  – Preston Foster              – Siegfried Schürenberg
Barney Sykes                 – Allen Jenkins                – Erik Radolf
Bomber Wells               – Edward Ellis                   – Alfred Lichtenstein
Pfarrer Allen                 – Hale Hamilton              – Fritz Dernburg
Mutter Allen                 – Louise Carter                 – Leni Steinberg
Ramsey, Anwalt          – Robert McWade             – Erich Dunskus
Vorsitzender                 – Willard Robertson        – Erich Fiedler

Inhalt:

Als Kriegsheld kommt James Allen aus dem ersten Weltkrieg in die USA zurück. Er nimmt seinen alten Beruf als Buchhalter wieder auf, aber er kommt nicht mehr zurecht; er kündigt. Auf der Suche nach einem neuen Job reist Allen quer durch die USA, aber ohne Erfolg. James Allen trifft einen Bekannten, Pete. Durch Pete wird er unschuldig in einen Raubmord verwickelt und zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Lager erfährt der Kettensträfling James Allen die menschenunwürdigen Zustände am eigenen Leib. Mit zwei anderen Gefangenen gelingt ihm die Flucht. In Chikago findet er einen neuen Job; mit seiner Zimmerwirtin Marie beginnt er eine Affäre. Als James Marie verlassen will, droht sie ihm, seine Vorgeschichte zu erzählen und zwingt ihn in die Ehe. Doch schon bald hält es James in der Ehe mit Marie nicht mehr aus; er hat sich in Helen verliebt. Als Marie davon erfährt, verrät sie ihn an die Polizei. James Allen wir verhaftet. In der Untersuchungshaft erzählt er einigen Journalisten von den grauenhaften Zuständen in den Arbeitslagern. Die Folge ist eine landesweite Empörung. Daraufhin einigt man sich, dass James Allen für 90 Tage in ein Arbeitslager gebracht wird, danach soll er ein freier Mann sein. Im Lager angekommen, muss er feststellen, dass man ihn in das schlimmste aller Lager gebracht hat. Und aus den 90 Tage sollen 9 Monate werden. Als auch diese Frist verstreicht, bricht James erneut aus. Nach einem Jahr auf der Flucht trifft er Helen wieder. Doch ihre Liebe hat keine Zukunft; James Allen lebt von Diebstahl; aus einem redlichen Mann ist ein Verbrecher geworden.

Anmerkungen:

Hauptdarsteller Paul Muni (eigentlich Meshilem Meier Weisenfreund, 1895-1967) kam als Kind aus Galizien in die USA. Für seine Rolle als Louis Pasteur im gleichnamigen Film bekam er 1935 einen „Oscar“. Zu diesem Zeitpunkt liefen in Deutschland keine Film mehr mit Muni. Als Jude war er bei den braunen Machthabern nicht erwünscht. Muni, der Zeit seines Lebens an einer Herzschwäche litt, starb 1967 zurückgezogen in Kalifornien. Warner Bros. hatte in Deutschland keine eigene Verleihorganisation, sondern hatte sich an der National-Film beteiligt, die die „Warner“-Film in Deutschland vertrieb.
Wenn man sich die Synchronbesetzung ansieht, so fällt auf, dass der Sprecher der Hauptrolle, Veit Harlan, als Regisseur eine große Karriere in Nazi-Deutschland machte („Jud Süß“, 1940; „Der große König“, 1942, „Kolberg“, 1944/45), während eine ganze Reihe der anderen Synchronstimmen (Maria Czamska, Traute Witt, Alfred Lichtenstein, Leni Steinberg) ihr deutsche Heimat zwangsweise verlassen mussten. Siehe hierzu auch den Beitrag „Verfemte Stimmen“ (https://dievergessenenfilme.wordpress.com/2016/01/25/verfemte-stimmen/). Es gibt übrigens einen Italowestern aus 1968, der ebenfalls unter dem Titel „Ich bin ein entflohener Kettensträfling“ in den deutschen Kinos lief, aber mit diesem Film natürlich gar nichts zu tun hat.

US-Trailer