Bengasi- Das Schicksal einer Stadt (I 1942 -DF 1943)

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Bengasi- Das Schicksal einer Stadt
Originaltitel: Bengasi
Produktion: Film Bassoli, I, 1942
Regie: Augusto Genina
Deutsche Fassung: Lüdtke & Rohnstein, Berlin, hergestellt im März/April 1943
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis/Klangfilm (D)
Deutscher Verleih (geplant): DiFu – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  keine

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hauptmann Enrico Berti  – Fosco Giachetti       Paul Klinger
Carla Berti                            – Maria von TasnadyViktoria von Ballasko
Filippo Colleoni                   – Amedeo Nazzari     Carl-Heinz Schroth
Giuliana                                – Vivi Gioi                   Lu Säuberlich
Bürgermeister                     – Guido Notari           Werner Schott
Dr. Malpini                           – Leo Garavaglia       Alfred Haase
Fanny                                    – Laura Redi               Gerda Maria Terno
Antonio                                 – Fedele Gentile         Peter Mosbacher
Mutter                                   – Amelia Bissi             Margarethe Kupfer
Hauptmann Marchi            – Carlo Duse               Herbert Gernot

weitere Synchronsprecher: Christian Gollong („Funker des Geheimsenders“), Curt Ackermann („LKW-Fahrer“), Hanns Eggerth, Erich Dunskus

Inhalt:

Anfang 1941 wird die libysche Hafenstadt Bengasi von den Engländern eingenommen. Die italienischen Verteidiger, u.a. Hauptmann Berti, der dabei einen Arm verliert, müssen sich zurückziehen. Die britischen Besatzer, meist betrunken, erweisen sich als üble Besatzer. Als Berti zu seiner Familie zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein kleiner Sohn bei einem britischen Bomberangriff ums Leben gekommen ist. Inzwischen ist das deutsche Afrikakorps dem italienischen Bundesgenossen zu Hilfe gekommen. Gemeinsam befreien Deutsche und Italiener Bengasi- begeistert von der Zivilbevölkerung empfangen.

Anmerkungen:

Die oben angezeigte Werbeanzeige für „Bengasi“ erschien am 3. März 1943 in der letzten Ausgabe der „Filmwelt“ (aufgrund der Kriegslage wurden die illustrierten Zeitschriften damals eingestellt). Zu diesem Zeitpunkt begannen die Sprachaufnahmen für die deutsche Synchronfassung. Als diese beendet waren und der Film dann in die Kinos kommen sollte, war der Streifen durch die Kriegslage schon überholt. Die deutsche Heeresgruppe Afrika kapitulierte am 12. und 13. Mai 1943 in Tunesien. Somit kam der Film gar nicht mehr zum Einsatz.
Die ungarische Hauptdarstellerin Maria von Tasnady, drehte bis Ende der 1930er Jahre vor allem in Deutschland, danach in ihrer Heimat Ungarn und in Italien. 1948 verließ sie Ungarn, ab 1954 lebte sie in Deutschland, wo sie noch gelegentlich in Kinofilmen mitspielte.
Paul Klinger sprach Fosco Giachetti auch in „Alakazar“.

 

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Nächte in Neapel (F 1937- DF 1938)

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franz. Filmplakat

Nächte in Neapel
Originaltitel: Naples au baiser defeu
Produktion: Paris Film, 1937
Regie: Augusto Genina
Deutsche Fassung: Wien-Film, Wien
Gesamtleitung und Dialogregie: Dipl. Ing. Bernhard Kulisz
Tonsystem:  RCA-Photophone (F) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  regionale Verleiher, u.a. Märkische Tonfilm GmbH (für Mitteldeutschland)
Deutsche Erstaufführung:  28.12.1938

Die Lieder wurden in der Originalfassung belassen.

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Mario Esposito                  – Tino Rossi                      Gustav Wilfan
Peter (OF: Michel)            – Michel Simon                 Wilhelm Schich
Assunta                              – Mireille Balin                 Lisa Albert
Fotograf                             – Marcel Dalio                   Adolf Görisch
Lolita                                  – Viviane Romance           Hansi Stadler
Tante Theresa                   – Jane Loury                       Regine Hendel

Inhalt:

Der Sänger Mario singt im Restaurant von Tante Theresa und ist in deren Nichte Assunta verliebt. Er lebt zusammen mit seinem Kumpel Peter. Als Peter eines Tages die junge Lolita trifft und sich in sie verliebt, beginnen die Verwicklungen. Lolita verführt Mario und brennt mit ihm durch. Die Hochzeit von Assunta und Mario platzt. Doch Mario liebt Assunta immer noch und kehrt zu ihr zurück. Lolita hat sich längst mit einem Fotografen getröstet.

Anmerkungen:

Tino Rossi (1907-1983) gehörte zu den erfolgreichsten Sängern Frankreichs. Neben seiner Sängerkarriere drehte er auch rund 25 Spielfilme. Die deutsche Fassung wurde von der Wien-Film durchgeführt. Die Wien-Film entstand 1938 aus der Tobis-Sascha Film. Die Wien-Film produzierte vor allem Spielfilme. Die Firma bestand auch noch nach 1945, verlor aber immer mehr an Bedeutung und wurde 1985 aufgelöst. Die Nachfolgefirma arbeitet als Nachlassverwalter der alten Wien-Film. Gustav Wilfan, die deutsche Stimme von Tino Rossi, sprach auch Antonio Centa in „Die Komteß von Parma“. Hansi Stadler, Stimme der „Lolita“, arbeitete auch in Berlin. Sie war die deutsche Sprecherin von Dorothy Lamour in „Die Dschungelprinzessin“.

Hauptmann Sorrell und sein Sohn (GB 1933- DF 1935)

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brit. Filmplakat

Hauptmann Sorrell und sein Sohn
Originaltitel: Sorrell and Son
Produktion: British & Dominions Film Corporation für United Artists, 1933
Regie: Jack Raymond
Deutsche Fassung: Tobis-Melofilm, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Regieassistenz: Charlotte Bertelsmann
Musikalische Leitung: Walter Ulfig
Tonmeister: Siegfried Schulze
Tonschnitt: Ernst König
Tonsystem:  Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  20.01.1936, Berlin (Kurbel, OF) – 07.02.1936, Berlin (Kurbel, DF)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hauptmann Stephen Sorrell   – H.B. Warner               Arthur Schröder
Dora Sorrell                                   – Margot Grahame      Til Klokow
Kit Sorrell als Kind                      – Peter Penrose             Horst Teetzmann
Kit Sorrell als junger Mann      – Hugh Williams          Paul Klinger
Molly Pentreath                           – Winfred Shotter        Edyth Edwards
Flo Palfrey                                      – Ruby Miller                 Anneliese Würtz
Herr Roland                                   – Evelyn Roberts           Erich Dunskus
Dr. Richard Orange                     – Donald Calthrop        Ernst Sattler
Herr Porteus                     – Arthur Chesney          Hans Meyer-Hanno
Buck                                                 – Wally Patch                Hanns Eggerth

Inhalt:

Hauptmann Stephen Sorrell kehrt nach Ende des ersten Weltkriegs heim nach London. Seine lebenslustige Frau Dora verlässt ihn wg. eines anderen Mannes. Sorrell steht allein mit seinem Sohn Kit. Der Hauptmann ist verarmt, krank und arbeitslos. Dennoch versucht er alles, um seinem Sohn Kit ein vornehmes Internat zu ermöglichen. Dafür nimmt er jede Erniedrigung in Kauf. Im Internat findet Dora Sorrell Kit wieder. Sie versucht, die Liebe des Jungen zu erkaufen- doch Kit erkennt die Verlogenheit seiner Mutter. Inzwischen hat es Kid zu einem Chirurgen gebracht. Er kehrt zu seinem Vater zurück, der mittlerweile mit einer anderen Frau zusammenlebt. An seinem Sterbebett schickt der Hauptmann seinen Sohn in ein Leben voll erfüllender Liebe.

Anmerkungen:

Der Stoff wurde bereits 1927 als Stummfilm produziert, auch mit H.B. Warner in der Hauptrolle.
Die Schauspielerin Edyth Edwards (= Edyth Paula Fischer, 1899-1956) debütierte 1924 am Renaissance-Theater in Berlin-Charlottenburg. Sie gehörte zu den talentiertesten Bühnenschauspielerinnen im Berlin der 1920er bis 1940er Jahre. Schon anfangs der 1930er Jahre war sie in der  Synchronisation tätig. Auch nach dem Krieg sprach sie noch Synchronrollen, allerdings waren es meist Nebenrollen. Sie erlag am 6. März 1956 in West-Berlin im Alter von nur 56 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls.

 

 

Tat ohne Zeugen (I 1939 – DF 1940)

Tat ohne Zeugen
Originaltitel: Il fornaretto di Venezia
Produktion: ViVa,  Italien, 1939
Regie: John Bard (= Duilio Coletti)
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Dr. Konrad P. Rohnstein
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: DiFu- Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  30.10.1940

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lorenzo Loredano, Inquisator  – Enrico Glori                 Alfred Haase
Elena Loredano                              – Letizia Bonini             Margarete Schön
Piero Tasca, Bäckergeselle         – Roberto Villa                – Wolfgang Staudte
Annetta, seine Braut                    – Elsa de Giorgi               Käthe Vanden
Olimpia Zeno                                  – Clara Calamai             Edyth Edwards
Alvise Duodo                                   – Osvaldo Valenti          Claus Clausen
Vater Tasca                                      – Gero Zambuto             C.W. Burg
Mocenigo                                          – Carlo Tamberlani      Werner Schott
Barrabas                                            – Cesare Polaccio           Herbert Gernot

Inhalt:

Im Mittelalter. Der Inquisator Loredano hat ein Auge auf die hübsche Olimpia geworfen. Das missfällt seiner Gattin Elena, die sich wiederum mit ihrem Cousin Alvise vergnügt. Loredano bekommt das heraus und lässt Alvise von dem Mörder Barrabas umbringen. Der Verdacht fällt auf den Bäckergesellen Piero Tasca…

Anmerkungen:

Historienfilm, der weniger auf Action und mehr auf Intrigenspiele setzt.

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Roberto Villa

Einmal im Jahr (F 1942 – DF 1942)

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Einmal im Jahr
Originaltitel: Caprice
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Leo Joannon
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 7.8.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Lise                             – Danielle Darrieux                 Irmingard Schreiter
Philipp                       – Albert Préjean                        Heinz Herkommer
Constant                   – Jean Parédès                           Walter Klam

Inhalt:

Die junge Schauspielerin Lise kommt als Blumenmädchen verkleidet in ein Luxusrestaurant. Eigentlich will sie in der Verkleidung auf einen Maskenball. Doch sie trifft auf Philipp, der -einmal im Jahr- sich als reicher Gönner ausgibt und dem armen „Blumenmädchen“ helfen möchte. Eine Reihe von Irrungen beginnt…

Anmerkungen:

Über Heinz Herkommer (1889-?), die deutsche Stimme von Albert Préjèan, ist leider nur wenig bekannt. Als Schauspieler war er in den Filmen „Der Student von Prag“ (1935) und „Spuk im Museum“ (1938) zu sehen. Als Synchronschauspieler war er bereits in den 1930er Jahren in Berlin tätig. Bei der Continental in Paris gehörte er zum „Synchron-Stammpersonal“. Nach dem Krieg Synchronarbeit bei der DEFA.

Das unheimliche Haus (F 1941 – DF 1943)

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Das unheimliche Haus
Originaltitel: Les Inconnus dans la Maison
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH
Deutsche Erstaufführung: 10.06.1943, Berlin (Atrium; UT Friedrichsstraße)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Hector Loursat                   –  Raimu                                    Alfred Haase
Nicole Loursat                    – Juliette Faber                       Sabine Peters
Gérard Rogissart                – Jacques Baumier                 Paul Walther
Emile Manu                         – André Reybaz                       Eduard Wesener
Edmond Dossin                  – Marc Doelnitz                       Hugo Schrader
Marcel Destivaux               – Jacques Denoél                    Heinz Herkommer
Luska                                     – Marcel Mouloudji                Carl Balhaus
Marthe Dossin                    – Tania Fédor                           Annegret Riffel
Gerichtspräsident              – Jacques Grétillat                  Siegfried Niemann
Erzähler                                 – (Pierre Fresnay)                   – Rudolf Platte

Inhalt:

Strafverteidiger Loursat lebt in einer kleinen Provinzstadt zurückgezogen in seiner Villa.Nicole, seine Tochter, gehört zu einer Bande Jugendlicher, die aus Langeweile Diebstähle begehen. Dann passiert ein Mord- ein Junge aus der Bande wird der Tat beschuldigt. Loursat übernimmt dessen Verteidigung. Dafür entsagt er sogar dem Alkohol. Es gelingt ihm, den wahren Täter zu überführen.

Anmerkungen:

In der französischen Fassung trägt der Film deutlich antisemitische Züge, die in der deutschen Synchronisation -erstaunlicherweise für die damalige Zeit- abgemildert wurden.
Die weibliche Hauptrolle wurde in der deutschen Fassung von Sabine Peters (1912-1982) gesprochen. Sabine Peters war von 1932 bis 1944 regelmäßig in Kinoproduktionen zu sehen (Ein Schloss in Flandern, 1936; Die vier Gesellen, 1938 oder Friedemann Bach, 1941). Nach dem Krieg spielte sie nur noch in zwei Kinofilmen, beide 1949 gedreht, mit. Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Willi Domgraf-Fassbaender (1897-1978), der selbst gelegentlich synchronisierte.

 

Sie waren Sechs! (F 1941 – DF 1942)

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franz. Filmplakat

Sie waren Sechs!
Originaltitel: Le Dernier de Six
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Georges Lacombe
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Hans Conradi
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: DFV-Deutsche Film-Vertriebs GmbH (?)
Deutsche Erstaufführung: 1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Kommissar Wens       – Pierre Fresnay         Wolfgang Staudte
Lolita                              – Michéle Alfa             Hanne Fey
Senterre                         – André Luguet           Werner Pledath
Mila Malou                    – Suzy Delair               Irene Hübner
Tignol                              – Jean Tissier              Paul Walther
Perlonjour                      – Jean Chevrier           Siegfried Niemann
Gernicot                          – Lucien Nat                Heinz Herkommer
Gribbe                              – Georges Rollin        Horst Fleck
Namotte                          – Raymond Segard   Georg Eilert

Inhalt:

Sechs Freunde, allesamt stellenlos, machen einen großen Glücksspielgewinn. Das Geld soll als Startkapital dienen, nach fünf Jahren die damit erzielten Gewinne ebenfalls geteilt werden. Nach fünf Jahren treffen sich die Freunde wieder, um das Geld gerecht zu teilen- doch dann fällt einer nach dem anderen einem Mörder zum Opfer. Ein schwerer Fall für Kommissar Wens, dem seine kapriziöse Freundin Mila ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet…

Anmerkungen:

Die weibliche Hauptrolle, gespielt von Michéle Alfa, wird von Johanna „Hanne“ Fey gesprochen. Über Hanne Fey (1907-1957) ist nur wenig bekannt. Sie spielte in den Filmen „Hochzeit auf Bärenhof“ (1941), „Wir machen Musik“ (1942), „Damals“ (1943) und 1954 in „Gefangene der Liebe“ mit.

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Hanne Fey in „Wir machen Musik“

 

Ihr erstes Rendezvous (F 1941/ DF 1942)

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deutsches Filmplakat

Ihr erstes Rendezvous
Originaltitel: Premier Rendez-Vous
Produktion:  Continental-Films, Paris
Regie: Henri Decoin
Deutsche Fassung: Continental-Films, Paris
Dialogregie: Hans Conradi
Dialogbuch: Richard Busch
Tonsystem: Western-Electric
Deutscher Verleih: 
Deutsche Erstaufführung:  20.03.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Micheline Chevassu – Danielle Darrieux   – Dialoge: Irmingard Schreiter
……………………………………………………………… – Gesang: Danielle Darrieux
Nicolas Rougemont         – Fernand Ledoux       Werner Pledath
Pierre Rougemont            – Louis Jourdan           Carl Balhaus
Roland                                  – Jean Tissier               Paul Walther
Angèle                                  – Rosine Luguet          Irene Hübner
Leiterin Mädchenheim   – Gabrielle Dorziat     Lilli Schönborn
Frl. Christophine              – Suzanne Dehelly      Gerti Ober
Max de Vatremont            – Jean Parédès             Heinz Herkommer
Chaveau-Laplace              – Daniel Gélin              Horst Fleck
Jean de Vaugelas               – Georges Marchal      Wolfgang Staudte
Schuldirektor                     – Georges Mauloy         Georg Eilert

Inhalt:

Micheline ist Zögling in einem Waisenhaus. Heimlich antwortet sie auf eine Zeitungsannonce. Ihr Briefpartner entpuppt sich als der nicht mehr ganz so junge Nicolas, seines Zeichens Lehrer. Micheline flüchtet aus dem Waisenhaus und findet Unterschlupf bei Nicolas. Dort lernt sie seinen Neffen Pierre kennen- und verliebt sich in ihn. Doch bevor Micheline und Pierre zusammenkommen müssen die beiden einige Schwierigkeiten überwinden.

Anmerkungen:

Eine hübsche, sympathische Liebesgeschichte. Danielle Darrieux synchronisierte das Lied „Le Premier Rendez-Vous“ selbst. Ihre Dialoge wurden gesprochen von Irmingard Schreiter (1919-2014). Irmingard Schreiter hatte eine kurze Karriere beim deutschen Film: 1937 spielte sie in dem Liebesfilm „“Liebe kann lügen“ mit. 1943 spielte sie in „Familie Buchholz“ und deren Fortsetzung „Neigungsehe“. Nach dem Krieg spielte sie in keiner Filmproduktion mehr mit. Louis Jourdan (1921-2015) stand damals noch am Anfang seiner Filmkarriere, die ihn bis zum Bond-Bösewicht in „Octopussy“ führte. Sein deutscher Sprecher war hier Carl Balhaus (1905-1968). Carl Balhaus (auch: Ballhaus) filmte seit 1926; u.a. war er als Schüler in „Der blaue Engel“ (1930) zu sehen. Als aktives Gewerkschaftsmitglied bekam er während der Nazi-Herrschaft nur kleinere Rollen beim Film. Nach dem Krieg lebte Balhaus in der Ostzone bzw. DDR, wo er bis zu seinem Tode Intendant des Landestheaters in Eisenach war. Gelegentlich wirkte er in DEFA-Filmen mit.
Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass das Tonverfahren hier nicht das in Deutschland übliche Tobis-Klangfilm-Verfahren war, sondern das US-Amerikanische Western Electric.

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Werbeanzeige

„Le Premier Rendez-Vous“ gesungen von Danielle Darrieux (franz. Version)

 

Und sowas nennt sich Detektiv (USA 1936 – DF 1937)

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US-Filmplakat

Und sowas nennt sich Detektiv
Originaltitel: After the Thin Man
weitere Titel: Es geschah zu Silvester (Österreich) – Nach dem dünnen Mann; Dünner Mann, 2. Fall (TV-Titel Nachkrieg)
Produktion: MGM, 1936
Regie: W.S. van Dyke
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Eduard Wiemuth
Dialogbuch: Hermann Gressieker
Tonmeister: Martin Müller
Tonschnitt: Werner Jacobs
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  18.01.1938, Berlin (Marmorhaus, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Nick Charles             – William Powell              – Siegfried Schürenberg
Nora Charles            – Myrna Loy                      Erika Dannhoff
David Graham          – James Stewart               Hugo Schrader
Selma                          – Elissa Landi                    Karin Vielmetter
Dr. Kammer              – George Zucco                 Erich Ponto
Betrunkener              – Charles Amt                  Erich Fiedler
„The Kid“                   – Murray Alper                 Hans Hessling
Taxifahrer                   – Frank Otto                      Franz Weber

Der Film wurde 1969 neu synchronisiert: mit Friedrich Schönfelder (Powell), Rosemarie Fendel (Loy) und Gerhart Lippert (Stewart)

Inhalt:

Nora und Nick Charles begeben sich für eine spontane Silvesterfeier nach San Francisco. Dort werden sie in einen neuen Fall verwickelt. Noras Tante bittet die beiden, nach Noras Cousine Selmas Ehemann zu suchen, einem notorischen Frauenhelden. Der Frauenheld taucht zwar schnell wieder auf, wird jedoch kurz nach der Rückkehr erschossen. Doch das ist leider nicht die letzte Leiche…

Anmerkungen:

Hinter dem etwas umständlichen deutschen Titel (der sich auf einen Dialog am Ende des Films bezieht) verbirgt sich die US-Krimikomödie „After the Thin Man“ (1936), dem zweiten Film einer sechsteiligen Reihe. Der erste Teil „The Thin Man“ (1934) wurde 1935 von der deutschen Filmprüfstelle verboten. Teil 2 durfte dann in Deutschland laufen. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich und schwer vorstellbar stellt sich heute die Besetzung von Hugo Schrader für James Stewart dar. Karin Vielmetter war mit dem Kollegen Peter Elsholtz verheiratet, der ebenfalls in der Synchronisation beschäftigt war. Die Kinder des Ehepaares, Edith und Arne, wurden ebenfalls Schauspieler, wobei Arne Elsholtz eine der bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands werden sollte, der oft auch für Dialoge und Dialogregie zuständig war. Karin Vielmetter war nach dem Krieg auch als Dialogbuchautorin tätig. Erika Dannhoff (1909-1996), die Stimme von Myrna Loy,  wurde 1928 Schauspielerin und spielte bereits ab 1929 in Filmen mit. 1934 bis 1939 war sie an der Volksbühne Berlin und am Deutschen Theater in Berlin engagiert. 1939 wechselte ans Staatstheater München, von 1942 bis 1948 war sie in Dresden tätig. Bis 1986 war sie immer wieder in Kino- und Fernsehrollen zu sehen. In zweiter Ehe war sie mit dem Schauspielerkollegen Erik Schumann verheiratet.

Lustige Sünder (USA 1936 – DF 1937)

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Original-Filmplakat

Lustige Sünder
Originaltitel: Libeled Lady
Produktion: MGM, 1936
Regie: Jack Conway
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: Theodor Haerten
Dialogbuch: Paul Mochmann
Tonmeister: Oscar Haarbrandt
Tonschnitt: Dr. Arthur Kamps
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  01.10.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Bill Chandler          – William Powell        Siegfried Schürenberg
Gladys                       – Jean Harlow              Tina Eilers
Connie Allenbury  – Myrna Loy                 – ?
Dan Haggerty          – Spencer Tracy         René Deltgen
Mr. Allenbury          – Walter Conolly       C.W. Burg
Mr. Blane                  – Charley Grapewin  Erich Ponto
Evans, Angellehrer- E. E. Clive                Hubert von Meyerinck
Ching                         – Otto Yamaoka         Wilfried Seyferth
Johnny                       – William „Billy“ BenedictHans Hessling
Scheidungsdetektiv – William Newell    Erich Fiedler
Redakteur                  – William Stack         Herbert Gernot

 

Die ARD ließ den Film Ende der 1980 Jahre neu synchronisieren: mit Ortwin Speer (Powell), Daniela Lohmeyer (Harlow), Monika Barth (Loy) und Horst Schön (Tracy).

Inhalt:

Dan Haggerty, Chefredakteur des „New York Evening Star“ ist nicht zu beneiden. Seine Redaktion hat eine erfundene Geschichte über die Millionenerbin Connie Allenbury gebracht- die Auslieferung lässt sich nicht mehr stoppen. Haggerty eilt in die Redaktion, dafür lässt er seine Braut Gladys vor dem Traualtar stehen. Doch das nützt nichts, dem Blatt steht eine fünf-Millionen-Dollar-Klage von Vater Allenbury ins Haus. Da kommt Haggerty eine Idee: sein früherer Redakteur, Bill Chandler, soll für die Zeitung die Kohlen aus dem Feuer holen: Chandler soll Haggertys Braut Gladys heiraten, um sich danach an Millionenerbin Connie heranzumachen. Sollte Connie Chandler Avancen erwidern, so wäre die Klage vom Tisch. Doch so einfach kommt es leider doch nicht: Gladys verliebt sich in ihren (Schein-) Ehemann Bill Chandler aber auch Connie verliebt sich in den charmanten Bill. Es beginnt ein wildes Durcheinander, doch am Schluss finden die „richtigen“ Paare zueinander.

Anmerkungen:

Eine der besten und erfolgreichsten Screwball-Comedies der 1930er Jahre. Eine turbulente Handlung und witzige Dialoge (in der deutschen Fassung ganz ausgezeichnet von Paul Mochmann umgesetzt) machen den Film zum Vergnügen.
Waren Siegfried Schürenberg (für William Powell) und Tina Eilers (für Jean Harlow) deren Stammsprecher in Deutschland, so galt das auch für die Kombination Spencer Tracy/ René Deltgen. Der Luxemburger Schauspieler (1909-1979) begann seine Filmkarriere mit dem Film „Das Mädchen Johanna“ (1935). Von da ab war er im deutschen Film vielbeschäftigt. Meist als Abenteurer („Kautschuk“, 1938), Zirkusartist („Die 3 Codonas“, 1940, „Zirkus Renz“, 1943), aber auch als Schurke („Achtung! Feind hört mit!“, 1940; „Anschlag auf Baku“, 1941) eingesetzt, war er einer der beliebtesten Schauspieler in Deutschland. 1945/46 wurde ihm in Luxemburg wg.  Kollaboration mit den Nazis der Prozess gemacht. Er wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe (die er nur zum Teil absitzen musste), 100.000 Francs Geldstrafe und dem Verlust der luxemburgischen Staatsangehörigkeit (die er 1952 zurückerhielt) verurteilt.  Ab 1949 wirkte er wieder im bundesdeutschen Nachkriegsfilm mit, meist als zwielichtiger Charakter. Sehr bekannt auch seine Hörspielauftritte als Detektiv „Paul Temple“. Gelegentlich synchronisierte er auch wieder, so dreimal Kirk Douglas und auch einmal Spencer Tracy („Arzt im Zwielicht“). René Deltgen erlag Anfang 1979 einem Krebsleiden.

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René Deltgen