Manuel (USA 1937 – DF 1938)

manuel
US-Filmplakat

Manuel
Originaltitel: Captains Courageous
Titel in Österreich: Seeteufel
Produktion: MGM 1937
Regie: Victor Fleming
Deutsche Fassung: MGM Synchronabteilung, Berlin
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  MGM Filmverleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  26.01.1938, Berlin (U.T. Tauentzien-Palast- OmU)

Der Film wurde 1969  nochmals synchronisiert: Michael Chevalier spricht hier für Spencer Tracy

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Harvey Cheyne         – FREDDIE BARTHOLOMEW- Wolfgang Kieling
Manuel                       – SPENCER TRACY                  – René Deltgen
Disko                          – LIONEL BARRYMORE          – Erich Ponto
Herr Cheyne             – MELVYN DOUGLAS              – Siegfried Schürenberg
Onkel Salters            – CHARLEY GRAPEWIN          – Franz Weber
Long Jack                  – JOHN CARRADINE                – Hans A. von Schlettow

Inhalt:

Der verwöhnte Harvey geht während einer Schiffskreuzfahrt über Bord. Er wird vom Matrosen Manuel gerettet. Harvey besteht darauf, dass Kapitän Disko den Kurs ändert und ihn nach Hause bringt. Doch der denkt gar nicht daran und behält den Millionärssohn an Bord. Der -scheinbar naive- Matrose Manuel macht aus Harvey einen anderen Menschen.

Anmerkungen:

Wolfgang Kieling (1924-1985), der deutsche Sprecher von Freddie Bartholomeuw, gehörte zu den Kinderstars der 1930er Jahre in Deutschland. Nach dem Krieg hatte er auch als Erwachsener großen Erfolg (in beiden Teilen Deutschlands). René Deltgen sprach mehrfach für Spencer Tracy („San Franzisko“, „Lustige Sünder“, „Manuel“, „Der Werkpilot“, nach dem Krieg auch in „Arzt und Dämon“).

US-Trailer

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Heimatlos (F 1934 – DF 1936)

heimatlos- frankreichfranz. Kinowerbung

Heimatlos
Originaltitel: Sans famille
Produktion: Société Agatos, Frankreich, 1934
Regie: Marc Allegret
Deutsche Fassung: Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co., Berlin
Gesamtleitung: Dr. Konrad P. Rohnstein 
Dialogregie:
 Kurt Werther
Dialogbuch: ?
Dt. Liedertexte: Wolfgang Böttcher
Tonsystem: Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  ?
Deutsche Erstaufführung:  Anfang 1936

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Rémy                                   – Robert Lynen                 Horst Teetzmann
Vitalis                                 – Vanni Marcoux               Walter Werner
James Milligan                 – Aimé Clariond               Hanns Eggerth
Mère Barberin                  – Claire Gérard                 Margarete Schön
Père Barberin                   – Georges Vitray               Erich Dunskus
Lady Milligan                   – Jeanne Bérangère          Margarete Lanner
Mattia                                 – Serge Grave                    Wolfgang Kieling

Inhalt:

Inhaltsangabe lt. Paimanns Filmlisten: „Ein Erbschleicher lässt das Söhnchen einer Witwe entführen. Der Junge kommt zu Pflegeeltern, wandert dann mit  einem Artisten durch Frankreich, schlägt sich schließlich nach London durch, wo er endlich mit seiner Mutter vereinigt wird.“

Anmerkungen:

Kritik lt. Paimann: „Die Handlung ist entwaffnend primitiv aber nicht ohne einige packende Momente und in spezifisch französischer Art etwas umständlich und mit sparsamen Dialogen inszeniert. Deren Eindeutschung ist bis auf wenige Berlinismen* gut, die Untermalungsmusik etwas vordringlich, Photographie und Ton anständig. Ein passabler Mittelfilm, der bei Familienpublikum immerhin Anklang finden mag.“
Robert Lynen (1920-1944) war in den 1930er Jahren ein beliebter Kinderstar in Frankreich. Bis 1940 war er in 12 Filmen zu sehen. Nachdem die deutsche Wehrmacht 1940 Frankreich eroberte, schloss sich Lynen der Résistance an; sporadisch wirkte er noch als Schauspieler. 1942 drehte er in Vichy-Frankreich (dem unbesetzten Teil von Frankreich) noch den Film „Cap au Large“. Am 7. Februar 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet. Zweimal versuchte er vergeblich, aus der Gestapohaft, die auch mit Folterungen verbunden war, zu fliehen. Die Deutschen versuchten, ihn zu Mitarbeit an Continental-Filmproduktionen zu überreden- was er aber ablehnte. So wurde er im Dezember 1943 von einem deutschen Militärgericht zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde am 1. April 1944 in Karlsruhe vollstreckt.

*Berlinismen war ein häufiger Kritikpunkt bei Paimann. Kritisiert wurden damit wohl vor allem Ausdrücke, die der Kritiker dem Berliner Sprachraum zugeordnet hat; mit österreichischen Synchronisationen hatte Paimann dagegen keine Probleme; obwohl der eine oder andere Sprecher durchaus „Wiener Schmäh“ in der Stimme hatte….[Anmerkung des Autors]