Ich bin ein entflohener Kettensträfling (USA 1932-DF 1933)

Ich bin ein entflohener Kettensträfling
Originaltitel: I Am a Fugitive from a Chain Gang
Produktion: Warner Bros., 1932
Regie: Mervyn LeRoy
Deutsche Fassung: Tobis-Topoly, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Curt Wesse
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  National Filmverleih GmbH, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  17.03.1933, Berlin (Mozartsaal)

1966 neu synchronisiert unter dem Titel „Jagd auf James A.“ – Für Paul Muni sprach Michael Chevalier.

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

James Allen                   – Paul Muni                       – Veit Harlan
Marie                               – Glenda Farrell               – Maria Czamska
Helen                               – Helen Vinson                – Gerti Ober
Linda                                – Noel Francis                  – Traute Witt
Pete                                  – Preston Foster              – Siegfried Schürenberg
Barney Sykes                 – Allen Jenkins                – Erik Radolf
Bomber Wells               – Edward Ellis                   – Alfred Lichtenstein
Pfarrer Allen                 – Hale Hamilton              – Fritz Dernburg
Mutter Allen                 – Louise Carter                 – Leni Steinberg
Ramsey, Anwalt          – Robert McWade             – Erich Dunskus
Vorsitzender                 – Willard Robertson        – Erich Fiedler

Inhalt:

Als Kriegsheld kommt James Allen aus dem ersten Weltkrieg in die USA zurück. Er nimmt seinen alten Beruf als Buchhalter wieder auf, aber er kommt nicht mehr zurecht; er kündigt. Auf der Suche nach einem neuen Job reist Allen quer durch die USA, aber ohne Erfolg. James Allen trifft einen Bekannten, Pete. Durch Pete wird er unschuldig in einen Raubmord verwickelt und zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Lager erfährt der Kettensträfling James Allen die menschenunwürdigen Zustände am eigenen Leib. Mit zwei anderen Gefangenen gelingt ihm die Flucht. In Chikago findet er einen neuen Job; mit seiner Zimmerwirtin Marie beginnt er eine Affäre. Als James Marie verlassen will, droht sie ihm, seine Vorgeschichte zu erzählen und zwingt ihn in die Ehe. Doch schon bald hält es James in der Ehe mit Marie nicht mehr aus; er hat sich in Helen verliebt. Als Marie davon erfährt, verrät sie ihn an die Polizei. James Allen wir verhaftet. In der Untersuchungshaft erzählt er einigen Journalisten von den grauenhaften Zuständen in den Arbeitslagern. Die Folge ist eine landesweite Empörung. Daraufhin einigt man sich, dass James Allen für 90 Tage in ein Arbeitslager gebracht wird, danach soll er ein freier Mann sein. Im Lager angekommen, muss er feststellen, dass man ihn in das schlimmste aller Lager gebracht hat. Und aus den 90 Tage sollen 9 Monate werden. Als auch diese Frist verstreicht, bricht James erneut aus. Nach einem Jahr auf der Flucht trifft er Helen wieder. Doch ihre Liebe hat keine Zukunft; James Allen lebt von Diebstahl; aus einem redlichen Mann ist ein Verbrecher geworden.

Anmerkungen:

Hauptdarsteller Paul Muni (eigentlich Meshilem Meier Weisenfreund, 1895-1967) kam als Kind aus Galizien in die USA. Für seine Rolle als Louis Pasteur im gleichnamigen Film bekam er 1935 einen „Oscar“. Zu diesem Zeitpunkt liefen in Deutschland keine Film mehr mit Muni. Als Jude war er bei den braunen Machthabern nicht erwünscht. Muni, der Zeit seines Lebens an einer Herzschwäche litt, starb 1967 zurückgezogen in Kalifornien. Warner Bros. hatte in Deutschland keine eigene Verleihorganisation, sondern hatte sich an der National-Film beteiligt, die die „Warner“-Film in Deutschland vertrieb.
Wenn man sich die Synchronbesetzung ansieht, so fällt auf, dass der Sprecher der Hauptrolle, Veit Harlan, als Regisseur eine große Karriere in Nazi-Deutschland machte („Jud Süß“, 1940; „Der große König“, 1942, „Kolberg“, 1944/45), während eine ganze Reihe der anderen Synchronstimmen (Maria Czamska, Traute Witt, Alfred Lichtenstein, Leni Steinberg) ihr deutsche Heimat zwangsweise verlassen mussten. Siehe hierzu auch den Beitrag „Verfemte Stimmen“ (https://dievergessenenfilme.wordpress.com/2016/01/25/verfemte-stimmen/). Es gibt übrigens einen Italowestern aus 1968, der ebenfalls unter dem Titel „Ich bin ein entflohener Kettensträfling“ in den deutschen Kinos lief, aber mit diesem Film natürlich gar nichts zu tun hat.

US-Trailer

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