Treffpunkt Paris (USA 1934- DF 1937)

Now_and_Forever_1934_Poster
US-Filmplakat

Treffpunkt Paris
Originaltitel: Now and Forever
Produktion: Paramount, 1934
Regie: Henry Hathaway
Deutsche Fassung: Paramount Synchronabteilung, Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Paramount Filmverleih
Deutsche Erstaufführung:  12.05.1937

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jerry Day            – Gary Cooper          –   Siegfried Schürenberg
Toni Carstairs   – Carole Lombard   –  Hertha von Walther
Penelope Day    – Shirley Temple    Georgina Presebock*
Felix Evans         – Guy Standing       Walter Werner

*vermutlich handelt es sich um Gina Presgott

Inhalt:

Jerry Day ist immer hinter dem „schnellen Geld“ her. Dafür ist er auch bereit, das Sorgerecht für seine kleine Tochter Penelope, die er noch nie gesehen hat, aufzugeben. Doch das wird Jerrys Freundin Toni zu viel; sie will ihn verlassen. Doch als Jerry seine kleine Tochter erstmals sieht, erweicht sein Herz und er ändert sich. Auch Toni kehrt zu ihm zurück. Doch dann wird Jerry in einen Bankraub verwickelt…

Anmerkungen:

„Treffpunkt Paris“ kam erst mit dreijähriger Verspätung in die deutschen Kinos. Ein Grund dürfte die Mitwirkung Shirley Temples sein, die damals auch in Deutschland ein großer Kinderstar war. Temples großer Durchbruch beim Film erfolgte 1934; sie wurde dann exklusiv von der Fox unter Vertrag genommen. Die Fox suchte dann 1936 in Deutschland eine feste Stimme für Shirley Temple. Man entschied sich damals für Carmen Lahrmann (*1925). Da „Treffpunkt Paris“ allerdings noch eine Paramount-Produktion war und somit im Namen der Paramount synchronisiert wurde, hört man hier Georgina Presebock. Dieser Name wurde zumindest in der Zeitschrift „Mein Film“ genannt. Aufgrund der Namensähnlichkeit könnte es sich bei der Sprecherin aber möglicherweise um Gina Presgott (1924-1985) handeln, die damals ebenfalls Kinder synchronisierte. Presgott synchronisierte auch noch nach dem Krieg (u.a. die ältere Shirley Temple in „So einfach ist die Liebe nicht“) und filmte bei der ostdeutschen DEFA.

Filmausschnitt (Originalfassung)

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Todfeinde (I 1941 – DF 1942)

Todfeinde

Todfeinde
Originaltitel: Giuliano de Medici
Produktion: S.O.L., Italien, 1941
Regie: Ladislao Vajda
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Reinhard W. Noack
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  15.04.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Giuliano de Medici         – Leonardo Cortese       Will Quadflieg
Franceschino de Pazzi  – Osvaldo Valenti           Hannsgeorg Laubenthal
Fioretta                             – Conchita Montenegro Lu Säuberlich
Goro                                   – Juan de Landa               Walter Werner
Lorenzo de Medici         – Carlo Tamberlani         Werner Pledath
Jacopo de Pazzi               – Luis Hurtado                  Wolf Trutz
Madonna Violante         – Laura Nucci                     Käthe Haack
Volpino                              – Paolo Stoppa                 Karl Meixner

weiterer Synchronsprecher: Christian Gollong

Inhalt:

Florenz im Mittelalter. Zwischen dem gibellinischen Patriziergeschlecht der Pozzi und den einflussreichen und  mächtigen Medici kommt es zu Auseinandersetzungen. Mittendrin: Giuliano, Franceschino und Fioretta.

Anmerkungen:

In Deutschland wurde der Name des Regisseurs Ladislao Vajda nicht genannt; stattdessen wurde Drehbuchautor Andrea Robilant als Regisseur geführt. Ladislao Vajda (eigentlich Laszlo Vajda, 1905-1965) wurde geboren in Budapest, das damals zur K.u.K. Monarchie Österreich-Ungarn gehörte. Sein Filmhandwerk lernte er in Budapest und Berlin. Doch schon 1933 verließ Vajda, angewidert vom Nazi-Regime, Deutschland und ging zunächst nach Ungarn zurück. Nachdem der ungarische Machthaber, der „Reichsverweser“ Admiral Horthy, 1939 dort auch die Nürnberger Rassegesetze eingesetzt hatte, musste Vajda sein Heimatland verlassen und ging nach Italien. Im Krieg ging Vajda von Italien nach Spanien, das ihm sicherer erschien. Seinen wohl bekanntesten Film drehte Vajda dann 1958: „Es geschah am hellichten Tag“ mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, eine schweizer-deutsch-spanische Koproduktion.
Leonardo Cortese in der Titelrolle wird in der deutschen Fassung von Will Quadflieg synchronisiert. Will Quadflieg (1914-2003) war vor allem dem Theater verbunden. Sein Filmdebüt feierte er 1938 in „Der Maulkorb“. Bis 1945 war er in rd. 10 Filmen zu sehen, darunter waren „Das Herz der Königin“ (1940, mit Zarah Leander) oder „Kora Terry“ (1941, mit Marika Rökk). Ab 1950 folgten noch einmal 9 Filme; mit dem Ärztefilm „San Salvatore“ (1955) zog er sich auf die Bühne zurück und trat noch gelegentlich im TV auf. Noch seltener als auf der Kinoleinwand war Quadflieg im Synchronstudio zu Gast; er war vor und während des Krieges u.a. in „Der Lausbub aus Amerika“ und „Nachtfalter“ zu hören.

 

In der roten Hölle (I 1939 – DF 1942)

In der roten Hölle

In der roten Hölle
Originaltitel: Carmen Fra i Rossi
Produktion: Film Bassoli, Italien, 1939
Regie: Edgar Neville
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Georg Rothkegel
Tonsystem: RCA-Photophone (I) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  DiFU – Deutsch-Italienische Film-Union
Deutsche Erstaufführung:  23.11.1942

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Alfredo (OF: Saverio)   – Fosco Giachetti          Walther Suessenguth
Carmen                             – Conchita Montes       Viktoria von Ballasko
Amalio                              – Juan de Landa              – Alfred Haase
Maria                                 – Mimi Munoz               Alexa von Porembsky
Antonio                            – Carlos Munoz               Harry Giese
Salmeron                         – Manuel Moran             – Herbert Gernot
der Bucklige                    – Manuel Miranda         Hans J. Schölermann
Kommandeur                 – Luis Solano                   Hanns Eggerth
Portiersfrau                    – Crisanta Blanco            Margarethe Kupfer

weitere Synchronsprecher: Hans Hessling, Christian Gollong

Inhalt:

Spanien, 1936. Es kommt zum Bürgerkrieg zwischen Republikanern und Faschisten. Durch die Kriegswirren werden Alfredo und Carmen, die heiraten wollen, getrennt. Alfredo kämpft auf Seiten der Faschisten und Carmen lebt im von Republikanern besetzten Madrid. Dann sehen sich die beiden wieder, doch das müssen sie mit ihrem Leben bezahlen.

Anmerkungen:

Ähnlich wie der hier schon besprochene Film „Alkazar“ schildert auch dieser Streifen den heldenmütigen Kampf der Faschisten gegen die „roten Horden“. Der Film wurde in zwei Sprachversionen, Italienisch und Spanisch, gedreht. In der italienischen Version spielt Fosco Giachetti die Hauptrolle, in der spanischen Version ist es Rafael Rivelles. In Deutschland kam er Film erst mit 3jähriger Verspätung in die Kinos. Dies war im Verlauf des Krieges nicht ganz unüblich. Auch andere Filme aus dem Ausland waren dann und wann schon einige Jahre alt.

 

Cynara (USA 1932 – DF 1934)

Cynara-1932
US-Filmplakat

Cynara
Originaltitel: Cynara
Titel in Österreich: Kann eine Frau verzeihen?
Produktion: Sam Goldwyn für United Artists, USA, 1932
Regie: King Vidor
Deutsche Fassung: Bavaria Film AG, München-Geiselgasteig
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Curt Wesse
Tonmeister: Albert Keller
Tonschnitt:
Max Michel
Tonsystem: Western Electric (USA) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Bayerische Filmgesellschaft mbH, München
Deutsche Erstaufführung: 1934

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Jim Warlock                               – Ronald Colman      Veit Harlan
Klementine (OF: Clemency) – Kay Francis               Erika Dura
Doris Lea                                     – Phyllis Barry           Viktoria von Ballasko
John Tring                                   – Henry StephensonWalter Holten
Milly Miles                                  – Viva Tattersall        Midi Scheinpflug
Garla                                             – Florina McKinney  Ila Kosak

Inhalt:

Jim Warlock ist ein angesehener Anwalt aus London und mit Klementine glücklich verheiratet. Aus familiären Gründen muss Klementine für einige Zeit verreisen. Den ersten Abend als Strohwitwer verbringt Jim mit seinem Jugendfreund John Tring, einem unentwegtem Lebemann, in einem Restaurant. Sofort fallen John Tring zwei junge Damen am Nebentisch, Doris Lea und Milly Miles, auf. Es beginnt ein harmloser Flirt, doch Doris verliebt sich dabei unsterblich in Jim Warlock. Eine Woche später treffen sich die beiden bei einem Sportfest wieder. Doris gelingt es, dass Jim sie in ihre Wohnung begleitet. Dort gesteht Doris Jim, dass sie sich in ihn verliebt hat. Auf Jims Einwand, dass er glücklich verheiratet sei, entgegnet Doris, dass sie sehr wohl wisse, wann sie sich zurückziehen muss. So verbringen die beiden einige Wochen des Glücks. Dann kündigt Klementine ihre Rückkehr an; Jim beendet schroff die Liaison mit Doris. Aber die kann die Trennung nicht verkraften und begeht Selbstmord. Daraufhin bekommt Jim Besuch von der Polizei, die ihm mitteilt, dass Doris Selbstmord begangen hat und er als Zeuge vor Gericht erscheinen muss. Vor Gericht will Jim die Verstorbene schützen, obwohl er weiß, dass Doris vor ihm schon mit einigen Herren befreundet war. Das Gericht weist Jim daraufhin zumindest eine moralische Mitschuld am Tod der jungen Frau zu. Von allen gemieden, beschließt Jim, England zu verlassen und in den Kolonien ein neues Leben zu beginnen. Nur Jims Frau Klementine hält -schweren Herzens- zu ihrem Mann. Am Tag der Abreise gesteht Jim Klementine, dass er immer nur sie geliebt hat und erzählt ihr die Wahrheit über Doris. Als John Tring Klementine gegenüber die Aussagen Jims bestätigt, reicht Klementine ihrem Mann die Hand zur Versöhnung. Die beiden reisen einem neuen Leben und neuem Glück entgegen.

Anmerkungen:

Ronald Colman (1891-1958) gehörte seit Mitte der 1920er Jahre zu den beliebtesten US-Filmstars. Gemeinsam mit der Ungarin Vilma Bánky bildete Colman ein erfolgreiches Kinoliebespaar im Stummfilm. Mit der Einführung des Tonfilms sank Bánkys Stern rasch, während Colman noch populärer wurde. Er drehte erfolgreiche Filme wie „Kampf um Indien“ (1935), „In den Fesseln von Shangri-La“ (1937), „Der Gefangene von Zenda“ (1937) oder „Kismet“ (1944, mit Marlene Dietrich). Für seine Rolle in „Ein Doppelleben“ (auch: „Mord in Ekstase“, 1947) bekam er 1948 den „Oscar“ für die beste männliche Hauptrolle. Danach war er nur noch selten auf der Kinoleinwand zu sehen. Er starb 1958 an einem Lungenleiden.
Colmans deutscher Sprecher in „Cynara“ ist Veit Harlan (1899-1964). Veit Harlan ist den meisten -wenn er überhaupt heute noch bekannt ist – vor allem als Regisseur von Filmen wie „Jud Süß“ oder „Kolberg“ bekannt.  Harlan begann seine Schauspielerlaufbahn nach dem ersten Weltkrieg, an dem er als Freiwilliger teilnahm. Zwischen 1920 und 1922 gehörte er zum Ensemble der Berliner Volksbühne, anschließend war er bei verschiedenen Theatern in der Provinz tätig. Ab 1926 war Harlan auch auf der Leinwand zu sehen, u.a. in Filmen wie „Der Choral von Leuthen“ oder „Flüchtlinge“ (beide 1933). Sein letzter Film als Schauspieler war „Das Mädchen Johanna“ aus 1935. Von da an widmete sich Harlan der Filmregie. Mit dem Emil-Jannings-Film „Der Herrscher“ aus 1937 gelang der große Durchbruch. Er war einer der Vorzeige-Regisseure des Regimes, zu dem  sich Harlan früh bekannte. Er drehte dann Filme wie „Das unsterbliche Herz“ (1939, mit Heinrich George), „Die Reise nach Tilsit“ (mit Kristina Söderbaum, Frits van Dongen, ebenfalls 1939). Dann folgt 1940 der berüchtigte, antisemitische „Jud Süß“ (1940) für den er angeblich unbedingt die Regie übernehmen wollte. Mit großem Aufwand wurden danach „Der große König“ (1941/42) oder der Durchhaltefilm „Kolberg“ (1944) von ihm gedreht, für die man eine große Anzahl von Statisten von der Wehrmacht abzog. Er drehte aber auch Melodramen wie „Immensee“ (1943) oder „Opfergang“ (1944), die mit leiseren Tönen auskamen. 1943 wurde er, gemeinsam mit dem Kollegen Wolfgang Liebeneiner, von Goebbels zum Professor ernannt. Nach dem Krieg wurde Harlan wg. „Jud Süß“ der Prozess gemacht, er wurde aber sowohl 1949 als auch 1950 freigesprochen. Seine Filme in den 1950er Jahren waren allerdings weniger erfolgreich. Lediglich mit „Anders als Du und ich“ konnte er 1957 nochmals auf sich aufmerksam machen. Der Film sollte ursprünglich ein Plädoyer für die Abschaffung des Homosexualitäts-Paragraphen 175 sein, wurde aber auf Druck der FSK durch Änderungen (u.a. wurden Szenen nachsynchronisiert) letztendlich eher das Gegenteil. Veit Harlan war von 1922 bis 1924 in erster Ehe mit der jüdischen Schauspielerin Dora Gerson, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde, verheiratet. 1929 heiratete er die Schauspielerin Hilde Körber (1906-1969), die er 1938 für die schwedische Schauspielerin Kristina Söderbaum (1912-2001) verließ und die er 1939 heiratete. Söderbaum spielte meist die weiblichen Hauptrollen in den Harlan-Filmen. Da sie darin öfters den Freitod im Wasser wählte, wurde sie -wenig schmeichelnd- vom Publikum als „Reichswasserleiche“ bezeichnet. Veit Harlan erlag während eines Urlaubs auf Capri am 13. April 1964 einer Lungenentzündung.

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Zwischen Abend und Morgen (F 1935 – DF 1936)

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Zwischen Abend und Morgen
Originaltitel: Veille d’Armes
Produktion: Imperial Films, Frankreich, 1935
Regie: Marcel L’Herbier
Deutsche Fassung: Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co., Berlin
Dialogregie: ?
Dialogbuch: ?
synchronisiert im Juli/August 1936
Tonsystem:
  Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Ufaleih, Berlin
Deutsche Erstaufführung:  07.05.1936, Berlin (Capitol, OmU)

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Kapitän z.S. de Corlaix          – Victor Francen          Werner Pledath
Jeanne, seine Frau                  – Annabella                    – Viktoria von Ballasko
Alice, ihre Schwester             – Rosine Derean          Lore Schubert
KptnLt. Brambourg                  – Pierre Renoir             Alfred Beierle
Vizeadmiral Morbraz             – Gabriel Signoret       Alfred Haase
Olt. z.S. d’Artelle                    – Robert Vidalin           Harry Giese
Matrose Leduc                          – Roland Toutain         – ?
Vertreter der Anklage            – Arvel                            – Erich Dunskus
Verteidiger                                – Narlay                          – Eduard Bornträger

weiterer Synchronsprecher: Franz Weilhammer

Inhalt:

Der Kreuzer „Alma“ unter dem Kommando von Kapitän de Corlaix ist in den Hafen von Toulon eingelaufen. Aber niemand darf von Bord. Offiziell, weil am Abend ein Ball stattfindet, inoffiziell, weil der irmenische Panzerkreuzer „Stemko“ harmlose Frachtschiffe im Mittelmeer bedroht. Abends beginnt der Ball und jeder bewundert die junge Ehefrau des Kommandanten, Jeanne. Da kommt ein junger Offizier an Bord, Olt. d’Artelle. D’Artelle und Jeanne kennen sich von früher, leugnen es aber. Jeanne möchte den jungen Oberleutnant sprechen, wird aber versehentlich in seiner Kabine eingesperrt. Da erhält die „Alma“ den Befehl zum Auslaufen- und Jeanne kann nicht von Bord. Die „Alma“ ist auf hoher See im Nebel- es ist kaum etwas zu sehen. Da bemerkt man ein Schiff. DeCorlaix lässt Geheimsignale geben. Antwortet das andere Schiff richtig, ist es ein Franzose. Der erste Offizier Brambourg ist bei den Signalen dabei. Bei dem anderen Schiff handelt es sich um den Panzerkreuzer „Stemko“- und der feuert sofort einen Torpedo ab. Auch deCorlaix lässt nun feuern- beide Schiff sinken. D’Artelle wird getötet, Brambourg hat sein Gedächtnis verloren. So steht nun der Kapitän vor dem Kriegsgericht, um sich vor dem Verlust des Schiffes zu verantworten. Es steht schlecht um deCorlaix, denn niemand kann bezeugen, dass der „Stemko“ mit den richtigen Signalen geantwortet hat. Da tritt Jeanne vor das Gericht. Sie bezeugt, dass sie in der Kabine war und mitbekommen hat, dass auch Brambourg von den Signalen wusste- und nun erinnert sich auch der erste Offizier wieder. Daraufhin wird deCorlaix freigesprochen. Als ein Brief von D’Artelle auftaucht, den dieser an den Kapitän geschrieben hat und alles erklärt, ist auch die Ehe des Kapitäns gerettet.

Anmerkungen:

Der belgische Schauspieler Victor Francen wurden in den 1930er Jahren öfters von Werner Pledath gesprochen, neben diesem Film u.a. noch in „Der König“ oder in „Gebrandmarkt“.

Fräulein Josette- meine Frau (F 1933- DF 1935)

fraeulein josette
französisches Filmplakat

Fräulein Josette- meine Frau
Originaltitel: Mademoiselle Josette, ma femme
Produktion: Les Films de France, Frankreich, 1933
Regie: André Berthomieu
Deutsche Fassung: Tobis-Melofilm GmbH, Berlin
Dialogregie: Curt Wesse
Dialogbuch: Curt Wesse
Dt. musikalische Bearbeitung: Walter Ulfig
Dt. Liedertexte: Richard Busch
Tonsystem:  Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe: Vitagraph-Film GmbH, Berlin (Berlin und Ostdeutschland), Norddeutscher Film-Verleih, Adolf Bejöhr (Norddeutschland), Olympia Lichtspiel-Betriebe GmbH, Leipzig (Mitteldeutschland), Omnium-Film GmbH, Düsseldorf (Rheinland-Westfalen), Süddeutsche Commerz-Film GmbH, Nürnberg
Deutsche Erstaufführung:  1935

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Josette                            – Annabella                           – Viktoria von Ballasko
André Ternay               – Jean Murat                         Siegfried Schürenberg
Myrianne                      – Edith Mera                         Gertraud Färber
Varlorbier                     – Jean Marconi                    Bruno Tillessen
Joe Jackson                   – Victor Garland                    Otto Matthies
Mr. Duprét                   – Gaston Mauger                  – Hans Meyer-Hanno
Frau Duprét                 – Blanche Denège               Lucie Euler
Panard                           – Pierre Etchepare              Rudolf Schündler

weiter Synchronsprecher: Carlo Wiedey, Heinz Herkommer, C.W. Meyer, Lisl Otto, Oskar Hofmann, Erwin Mosblech

Inhalt:

Die junge Josette Dupré wird von ihrer verstorbenen Tante zur Universalerbin bestimmt, allerdings muss sie vor ihrer Volljährigkeit innerhalb von zwei Monaten heiraten. Josettes Eltern haben bereits einen Kandidaten bei der Hand: den Sohn eines Geschäftsfreundes. Doch den mag Josette nicht, sie liebt einen jungen Amerikaner, Joe Jackson. Doch dieser tritt eine Weltreise an, die ein Jahr lang dauert. In ihrer Verzweiflung bittet Josette ihren Patenonkel André, sie zu heiraten. Doch André ist ein eingefleischter Junggeselle, außerdem fürchtet er den Altersunterschied zu Josette. Aber Josette lässt nicht locker, es sei ja nur eine Scheinehe, bis Joe zurückkommt. Schließlich willigt André ein. Die beiden gehen auf Hochzeitsreise ins Hochgebirge. Dort flirtet mit einem Sportlehrer und ihrem Schlittschuhlehrer. Das ist zu viel für André, er reist ab und will sich scheiden lassen. In Paris erwartet Josette eine neue Überraschung: Joe teilt mit, dass seine Reise aufgrund widriger Umstände länger dauert. Verzweifelt bittet Josette, André sich noch nicht scheiden zu lassen. Nach einigem Zögern willigt André ein, denn er hat sich längst in Josette verliebt. Und auch Josette will nun bei André bleiben. Nun überschlagen sich die Ereignisse: Andrés bester Freund Panard erscheint mit der Mitteilung, dass er sich in Andrés Freundin Myrianne verliebt hat- was André nicht unbedingt mehr stört. Und auch Joe reist an: doch auch er hat sich inzwischen anderweitig verliebt und ist längst verheiratet. Nun sind alle Paare bester Stimmung…

Anmerkungen:

Die beiden Hauptdarsteller Annabella (1907-1996) und Jean Murat (1888-1968) waren von 1934 bis 1938 verheiratet. Jean Murat spielte Anfang der 1930er Jahre oft in französischen Versionen der UFA, wobei er meist die Rollen von Hans Albers übernahm. Ausnahme ist „F.P. 1 antwortet nicht“ (1932): hier spielte Charles Boyer die Albers-Rolle, Murat übernahm die Rolle von Paul Hartmann.
Annabella wurde in den meisten Filmen von der österreichischen Schauspielerin Viktoria von Ballasko (eigentlich Viktoria Maria Franziska Ballasko, 1909-1976) gesprochen. Nach dem Abitur besuchte sie die Akademie für darstellende Kunst in Wien. Ab 1929 hatte sie Engagements in Bern, Chemnitz und Breslau bevor sie 1935 am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin auftrat. Ab 1936 wirkte sie auch im deutschen Film, ihr erster Film war „Der Kaiser von Kalifornien“, mit Luis Trenker. Bis 1945 spielte sie Hauptrollen in vielen Filmen, wie „Robert Koch, Bekämpfer des Todes“ (1939), „Krambambuli“ (1940), „Das Mädchen von Fanö“ (1940) oder „Der Majoratsherr“ (1944). Nach dem Krieg wurden die Filmauftritte seltener, einer ihrer letzten Filme war Georg Tresslers „Die Halbstarken“ (1956), wo Viktoria von Ballasko die Mutter von Horst Buchholz und Christian Doermer spielte. Zur Synchronisation kam Viktoria von Ballasko ca. 1933. Dort lernte sie auch ihren ersten Ehemann, den Schauspieler und Regisseur Kurt Werther kennen.

Werther-Kurt - Ballasko, Viktoria von
Kurt Werther und Viktoria von Ballasko

 

Unter falschem Verdacht (F 1935 – DF 1936)

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franz. Filmplakat

Unter falschem Verdacht
Originaltitel: La Route Impériale
Produktion: Films Union, La Société des Films Sirius, Frankreich, 1934
Regie: Marcel L’Herbier
Deutsche Fassung: Tobis-Melofilm GmbH, Berlin
Dialogregie: Reinhard W. Noack
Dialogbuch: Richard Busch
Dialogregieassistenz: Charlotte Bertelsmann
Tonmeister: Siegfried Schultze
Tonschnitt: Ernst König
Synchronarbeiten: Januar 1935, JOFA-Atelier, Berlin-Johannisthal
Tonsystem: Western Electric (F) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih:  Regionalverleihe, u.a. Märkische Film GmbH, Frankfurt/M. (Mittel- und Süddeutschland), Forum-Film GmbH (Berlin, Ostdtschl., Norddtschl.), Rheinische Filmgesellschaft mbH (Rheinland-Westfalen)
Deutsche Erstaufführung:  30.03.1936

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Joyce Stark                             – Käthe von Nagy                       dto.
Lt. Brent                                 – Pierre Richard-Willm            Paul Klinger
Oberst Stark                          – Aimé Clariond                         Arthur Schröder
Dan Grant, Joyce‘ Bruder  – Jaque Catelain                          Harry Giese
Major Hudson                       – Pierre Renoir                           Hanns Eggerth
Lt. Drake                                 – Jean Forest                               Hans Albin

Inhalt:

Der junge britische Leutnant Brent war einst als Adjudant beim berühmten Obersten Lawrence tätig und hat in dieser Eigenschaft dem britischen Weltreich außerordentliche Dienste geleistet. Durch seine Freundschaft mit dem Scheich Argoun gerät er jedoch in den Verdacht, ein Spion zu sein. Er wird aber vom Kriegsgericht freigesprochen und bittet um seine Versetzung. So kommt er in das Regiment von Oberst Stark, der den Befehl bekommen hat, gegen die Festung Ksour vorzugehen, wo sich Argoun verschanzt hat. Die Ehefrau von Oberst Stark, Joyce, ist beim Roten Kreuz tätig. Joyce und Leutnant Brent hatten früher eine Beziehung. Als Brent eine gefährliche Patrouille durchführen soll, bittet Joyce ihn zu sich. Sie möchte ihm vor dem gefährlichen Vorhaben ‚Auf Wiedersehen‘ sagen und gesteht im dabei, dass sie ihn niemals vergessen konnte. Doch als sich Brent in Joyces Haus befindet, stellt der altgediente Major Hudson fest, dass sich möglicherweise ein Spion im Haus befindet- er lässt das Haus umstellen. Brent kann nun nicht mehr heraus, den Patrouillenritt unternimmt für ihn Dan Grant, der Bruder von Joyce. Erst am Morgen kann Brent das Haus verlassen. Doch dann stellt sich heraus, dass nicht Brent, sondern Grant den Ritt durchgeführt hat.Brent wird verhaftet. Um Joyce nicht zu kompromittieren, gibt er zu, den Verrat begangen zu haben. Er wird als Verräter zum Tode verurteilt. Als Joyce davon erfährt, erklärt sie ihrem Mann, dass Brent in der Nacht bei ihr war. Daraufhin veranlasst Stark, dass die Erschießung ausgesetzt wird. Inzwischen sind die Rebellen zum offenen Kampf gegen die Engländer vorgegangen. In den Kämpfen zeichnet sich Brent besonders aus; er tötet auch seinen ehemaligen Freund Argoun. Oberst Stark ist bei den Kämpfen getötet worden. In der eroberten Festung hisst Leutnant Brent die britischen Flagge.

Anmerkungen:

Die aus Ungarn stammende Käthe von Nagy (eigentlich Ekaterina Nagy von Cziser; 1904-1973) war in den 1930er Jahren ein bekannter Filmstar in Deutschland. Sie filmte u.a. mit Willy Fritsch („Ihre Hoheit befiehlt“, 1931; „Ich bei Tag und Du bei Nacht“, 1932; „Die Töchter ihrer Exzellenz“, „Prinzessin Turandot“, beide 1934; „Am seidenen Faden“, 1938) oder mit Hans Albers („Der Sieger“, 1932; „Flüchtlinge“, 1933) oder Viktor de Kowa („Der junge Baron Neuhaus“, 1934). Käthe von Nagy, die perfekt französisch sprach, drehte auch die französischen Versionen ihrer deutschen Filme. Ab 1935 lebte sie in Paris, drehte nun auch französische Filme, wie der hier genannte „Unter falschem Verdacht“, für den sie sich selbst synchronisierte. Ab 1939 arbeitete sie nur noch in Frankreich. Einen letzten Auftritt im (bundes-)deutschen Film hatte sie 1952 in „Die Försterchristl“.

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Käthe von Nagy (1934)