Katja, die ungekrönte Kaiserin (F 1938 – DF 1939)

katja die ungekroente kaiserin

Katja, die ungekrönte Kaiserin
Originaltitel: Katia
Produktion: Metropa-Film, Frankreich, 1938
Regie: Maurice Tourneur
Deutsche Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein, Berlin
Dialogregie: Kurt Werther
Dialogbuch: Wolfgang Böttcher
Tonsystem: Western Electric (F) – Tobis-Klangfilm (D)
Deutscher Verleih: Märkische Film, Panorama, Schneider (Regionalverleihe)
Deutsche Erstaufführung:  27.02.1939, Berlin (Marmorhaus) – Synchronfassung ab Mai 1939

Rolle- DarstellerDeutsche Stimme:

Katharina „Katja“ Dolgorousky – Danielle Darrieux Ursula Grabley
Zar Alexander II.                              – John Loder               Heinz von Cleve
Graf Schowaloff                                – Aimé Clariond        – Werner Schott
Zarin Maria Alexandrowna           – Marie-Hèléne DetesteLore Schubert
General Potapoff                              – Marcel CarpentierC.W. Burg
Anatol                                                  – Raymond Aimos    Bruno Fritz
Prinz Dolgorousky                           – Marcel Simon         Harry Giese
Kaiser Napoleon III.                         – Georges Flateau    Alfred Haase

weiterer Synchronsprecher: Erich Dunskus

1959 Neuverfilmung von Robert Siodmak, mit Romy Schneider und Curd Jürgens in den Hauptrollen.

Inhalt:

Die verarmte Prinzessin Katja wird die Mätresse Alexanders II., und, nachdem die Gattin des Zaren gestorben ist, seine Ehefrau. Sie setzt sich für eine Verfassung ein, die dem Volk mehr Rechte zubilligt. Kurz vor ihrer Krönung zur neuen Zarin wird Alexander ermordet. Katja bleibt als „ungekrönte Kaiserin“ alleine zurück; Alexanders Nachfolger hält nichts von Reformen.

Anmerkungen:

Maurice Tourneur (1873-1961) gehörte zu den Filmpionieren in Frankreich und den USA. Tourneur hatte schon einige Filme in Frankreich gedreht, als er 1914 in die USA ging; dort wurde er schnell ein Starregisseur. In den 1920er Jahren ging er nach Europa zurück. U.a. drehte er in Deutschland 1929 den Stummfilm „Das Schiff der verlorenen Menschen“, mit Marlene Dietrich und Fritz Kortner in den Hauptrollen. Danach drehte er in seiner Heimat Frankreich, während des Krieges auch für Vichy-Frankreich (obwohl Tourneur die Nazis verachtete). 1949 erlitt Tourneur einen Autounfall, danach war seine Filmtätigkeit beendet. Sein Sohn Jacques Tourneur war ein bekannter Regisseur des US-Kinos („Katzenmenschen“, „Goldenes Gift“, „Wichita“, „Der Fluch der Dämonen“).
Danielle Darrieux (* 1. Mai 1917) war viele Jahre ein Topstar des französischen Kinos. Sie trat schon im Alter von 14 Jahren 1931 vor die Kamera, ihre erste Hauptrolle hatte sie 1934. Bekannt wurde sie durch Filme wie „Mayerling“ (1936), „Vertrauensbruch“ (1937) oder „Katja, die ungekrönte Kaiserin“. In der deutschen Besatzungszeit wirkte die Darrieux in einigen Continental-Produktionen mit, was ihr nach dem Krieg einigen Ärger brachte. Nach einer kurzen Filmpause konnte sie aber ihre Filmkarriere fortsetzen.
Der Brite John Loder (John Muir Lowe, 1898-1988) kann eine sehr wechselvolle Filmkarriere aufweisen. Während des ersten Weltkriegs kam er in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung blieb er in Deutschland und leitete eine Fabrik. In den 1920er Jahren kam er zum (deutschen) Film und konnte im Verlauf auch einige Hauptrollen aufweisen (z.B. „Alraune“, 1928). Mit dem Aufkommen des Tonfilmes versuchte er sich in Hollywood, hatte dort aber keinen Erfolg, so dass er nach Europa zurückkehrte und in England und Frankreich drehte. Mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs ging John Loder erneut nach Hollywood. Er bekam nun auch Rollen in A-Produktionen, wie z.B. „Schlagende Wetter“ (1941) oder „Gentleman Jim- der freche Kavalier“ (1942). 1958 zog er sich weitgehend vom Film zurück. Er war fünf Mal verheiratet, u.a. mit Hedy Lamarr.
Loders deutsche Stimme in diesem Film gehört Heinz von Cleve (1897-1984). Der Offizierssohn nahm am ersten Weltkrieg teil, wo er mit dem EK erster und zweiter Klasse ausgezeichnet wurde. Nach dem Krieg erlernte er das Bankfach und studierte danach. 1928 zog es ihn ans Theater, wo er an verschiedenen Bühnen tätig war. Ab 1933 war Heinz von Cleve  in einigen Filmen zu sehen, u.a. in einer Hauptrolle zusammen mit Marika Rökk in „Leichte Kavallerie“ (1935). Er wurde in jenen Jahren „der schöne Mann der UFA“ genannt, allerdings war seine Filmkarriere 1939 beendet. Man holte Heinz von Cleve auch ins Synchronatelier, wo er neben John Loder auch den US-Kollegen Robert Taylor („Kleinstadtmädel“) oder Clark Gable seine Stimme lieh. Auf der Theaterbühne lernte er seine damalige Frau Tina Eilers kennen, die ihrerseits oft der Kollegin Jean Harlow die deutsche Stimme gab. So trafen sich die beiden auch im Synchronatelier bei gemeinsamen Arbeiten wieder. Nach dem Krieg war Heinz von Cleve gelegentlich in TV-Filmen zu sehen, spielte aber vorwiegend Theater im westdeutschen Raum. Auch als Hörfunk- und Synchronsprecher war er tätig.

 

 

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